Die Risiken von Fremdbluttransfusionen sind ein viel und häufig sehr emotional diskutiertes Thema. Konsequenterweise nutzen wir die derzeit zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, um die intraoperative Gabe von Fremdblut zu vermeiden oder zu reduzieren.
1. Präoperativ
Eigenblutspende (EBS), Plasmapherese, akute isovolämische Hämodilution.
2. Intraoperativ
Einsatz des Cell Savers, Retransfusion von HLM-Blut, medikamentös (Aprotinin).
3. Postoperativ
Retransfusion von Drainageblut (durch Cell Saver aufgearbeitet).
Die Durchführung der Eigenblutspende erfolgt durch das DRK Oldenburg nach Indikationsstellung durch die Kardioanästhesie in Absprache mit Kardiologie und Kardiochirurgie.
Kontraindikationen für Eigenblutspende:
Frischer Myokardinfarkt (weniger als 3 Monate zurückliegend)
hämodynamisch wirksame Hauptstammstenose oder Hauptstammstenose-Äquivalent
signifikante Aortenstenose
instabile AP oder AP > III und Dyspnoe > III
reduzierte linksventrikuläre Funktion (EF < 45%)
höhergradige Carotis-Stenose mit neurologischer Symptomatik
cerebrales Krampfleiden
Anämie (Hb < 12 g/dl)
Die konsequente Nutzung der genannten Möglichkeiten der Fremdbluteinsparung hat dazu geführt, daß in den letzten Jahren im Schnitt nur noch 25 % unserer Patienten, die mit Einsatz der Herz-Lungen-Maschine operiert worden sind, intraoperativ Fremdblutmaterial erhalten haben. Der größte Teil der Transfusionspatienten waren Patienten, die nur 1 - 2 Blutkonserven pro Operation erhielten.
Für Fragen zum Thema fremdblutsparende Verfahren, Transfusionswesen und Eigenblutspende stehen Oberarzt Dr. med. Gerhard Dangel oder der Ltd. Arzt Dr. med. Thomas Augenstein zur Verfügung (Tel. 403 2426).
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