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Notfallmedizin

Innerklinische Notfallmedizin

Die Klinik AINS ist in die Versorgung von innerklinischen Notfällen ganz wesentlich eingebunden. Über die Versorgung von eingelieferten Notfällen durch die diensthabenden Anästhesisten hinaus stellt die Klinik auch ein innerklinisches Notfallteam für die operativen Abteilungen des Hauses. Über ein spezielles Notfalltelefon wird das Team bei Bedarf alarmiert und eilt mit einer speziellen Ausrüstung mit ausgebildetem Pflegepersonal und einem Arzt der Anästhesie zu dem Notfall im Hause.

Alle Ärzte des Hauses und das Pflegepersonal durchlaufen in regelmäßigen Abständen eine Ausbildung nach den neuesten ERC-Standards. Diese Ausbildungen werden auch durch speziell geschulte ärztliche Tutoren der Klinik für AINS durchgeführt.
 
Das Krankenhaus im Großschadensfall:
Sowohl bei Schadensfällen im Krankenhaus (z.B. Brand, Ausfall wichtiger Infrastruktur) als auch bei einem größeren Schadensereignis mit mehreren Verletzten bedarf es einer Strukturierung der Klinik. Hierzu ist ein Alarmplan unter Federführung der AINS für das Krankenhaus erstellt worden. Die im Schadensfall zu bildende Einsatzleitung wird auch durch einen Oberarzt der Klinik AINS verstärkt.

Präklinische Notfallmedizin

3 Notarzteinsatzfahrzeuge (NEF)
Ärzte der Klinik für AINS des Klinikums besetzen rund um die Uhr mehrere Rettungsmittel nicht nur in der Stadt Oldenburg, sondern auch im Umland.
Die zwei Notarzteinsatzfahrzeuge der Stadt Oldenburg werden zusammen mit der Berufsfeuerwehr am Klinikum betrieben. Das erste NEF wird im wöchentlichen Wechsel mit dem Zentrum Innere Medizin ärztlich besetzt. Auf dem zweiten NEF findet sich rund um die Uhr ein Anästhesist/eine Anästhesistin. Am Rettungsdienst der Stadt Oldenburg sind außer der Berufsfeuerwehr auch das DRK, Johanniter und Malteser beteiligt. Die NEFAusstattung und Ausbildung ermöglicht eine moderne notfallmedizinische Versorgung (z.B. NIV auf allen RTW).
Für den Landkreis Oldenburg besetzen die Ärzte und Ärztinnen 365 Tage/Jahr einen NEF-Standort in Sandkrug mit dem Malteser Hilfsdienst.
Mit diesen von der Klinik AINS ärztlich besetzten Primär-Rettungsmitteln werden ca. 4500 Einsätze/Jahr absolviert.
 
1 Intensivtransportwagen (ITW)
In Niedersachsen wird eine Koordinierungsstelle für die Verlegung von intensivpflichtigen Patienten in Hannover bei der Berufsfeuerwehr betrieben. Von hier werden landesweit ITW und Rettungshubschrauber geführt. Die Klinik für AINS stellt zusammen mit der Johanniter-Unfall-Hilfe einen dieser Intensivtransportwagen. Das ärztliche und pflegerische Personal und auch das ITWRettungsfachpersonal, das hier eingesetzt wird, müssen über eine spezielle Ausbildung und Erfahrung verfügen. Der ITW Oldenburg versorgt den nordwestdeutschen Raum als einzige fahrende Intensivstation der Region, um schwerkranke Patienten von Klinik zu Klinik zu verbringen. Dieses Fahrzeug absolviert im Jahr rund 400 Einsätze.
 

Ärztliche Leitungsaufgaben

Ärztlicher Leiter Notarztstandort
Sowohl für den NEF-Standort Sandkrug, als auch für die beiden NEF der Stadt Oldenburg sind namentlich benannte Ärzte der Klinik für AINS als Ärztliche Leiter benannt. Diese sind erste Ansprechpartner für organisatorische und ausrüstungstechnische Probleme an den Standorten.
Auch die Leitung des ITW´s obliegt einem Funktionsoberarzt der Klinik.
 
Leitende Notärzte/innen
Um medizinische Leitungsaufgaben im Einsatz bei einem Großschadensfall wahrnehmen zu können, bedarf es einem Leitenden Notarzt oder einer Leitenden Notärztin. Diese Funktion wird speziell ausgebildeten und erfahrenen Ärzten/Ärztinnen durch die jeweiligen Kommunen übertragen.
Für die Stadt Oldenburg besteht die Gruppe der LNA überwiegend aus Ärzten der Anästhesie und wird verstärkt von erfahrenen Notfallmedizinern des Zentrums für Innere Medizin.
Auch im Landkreis Oldenburg gibt es eine solche LNA-Gruppe, in der einige Kollegen der Klinik für AINS durch ihre Wohnortnähe eingebunden sind.
 
Ärztlicher Leiter Rettungsdienst
Mittlerweile ist diese Funktion in Niedersachsen gesetzlich vorgeschrieben, doch in Oldenburg ist man schon lange vor dieser gesetzlichen Regelung aktiv gewesen. Bereits 2003 wurde diese Funktion von der Klinik Anästhesiologie (AINS) übernommen. Ein speziell ausgebildeter Oberarzt der Klinik ist mit der Hälfte seiner Arbeitszeit für die Berufsfeuerwehr zur Wahrnehmung dieser Aufgabe abgestellt. Dieser ist unter anderem für die Aus- und Fortbildung des gesamten Personals im Rettungsdienst der Stadt Oldenburg zuständig und nimmt wesentliche Aufgaben im Qualitätsmanagement wahr.

Qualitätsmanagement

Algorithmen
Im Rettungsdienstgebiet der Stadt Oldenburg konnten zusammen mit den Fachabteilungen aller Oldenburger Kliniken Behandlungs-Algorithmen für die wichtigsten notfallmedizinischen Krankheitsbilder entwickelt werden. Diese Algorithmen machen nicht nur die reibungslose Versorgung vom Notfallort bis ins Krankenhaus möglich, sondern definieren auch Maßnahmen des nichtärztlichen Personals. Hierdurch entstehen höhere Rechtssicherheit für das Rettungsdienstfachpersonal und klare Vorgaben für den Einsatz des Notarztes.
 
Erfassung und Auswertung der Einsätze
Alle Notarzteinsätze werden mittels Belegscannern in einer Datenbank erfasst und machen so eine Auswertung unter Qualitätssicherungs-Aspekten möglich. Ebenso werden alle Notkompetenzmaßnahmen des nichtärztlichen Personals erfasst und durch den Ärztlichen Leiter Rettungsdienst ausgewertet.
 

Aus- und Fortbildung

Ausbildung von Notärzten/innen und Rettungsdienstfachpersonal
Für die Aus- und Fortbildung in der Notfallmedizin ist die Klinik für AINS in vielen Bereichen aktiv. Zahlreiche Referenten aus der Klinik wirken im Bereich der Ausbildung von Notärzten und des Rettungsfachpersonals auch an verschiedenen Schulen und für unterschiedliche Partner mit. Dieses betrifft nicht nur die Ausbildungs-, sondern auch die Prüfungstätigkeit für die Ärztekammer und mehrerer Schulen für das Fachpersonal.
Aber auch die praktische Ausbildung liegt uns am Herzen. Klinikpraktika und Einsatzpraktika im Rettungsdienst am Klinikum sind gefragte Ausbildungsabschnitte auch im Umland. So werden z.B. weit über 15 angehende Notärzte/Jahr am Standort Klinikum Oldenburg geschult. In Kooperation mit Rettungsdienstschulen der Berufsfeuerwehr, der Johanniter-Unfall-Hilfe, des Malteser-Hilfsdienstes u.a. bilden wir eine große Anzahl an Rettungsdienstfachpersonal in der Praxis aus.
 
Einweisung neuer Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen
Ärzte und Ärztinnen, die erstmals in Oldenburg oder im Landkreis Oldenburg in der Notfallmedizin tätig werden, erhalten eine strukturierte Einweisung in die örtlichen Gegebenheiten und Versorgungsstrukturen. Ein Laufzettel zur Einweisung leistet hier wertvolle Unterstützung.
 
Regelmäßige Fortbildungsveranstaltungen
Im Rahmen der wöchentlichen Fortbildungen der Klinik für AINS wird auch notfallmedizinischen Themen breiter Raum gegeben. Hier werden Neuerungen in der Notfallmedizin diskutiert. Einmal pro Monat erfolgt eine Fallkonferenz über Notarzteinsätze unter Teilnahme aller ärzlichen Kollegen.
 
Viermal jährlich findet ein abendliches Fortbildungskolloquium statt, in dem ausgewiesene Experten über aktuelle notfallmedizinische Themen informieren. Diese Veranstaltung hat sich längst weit über die Grenzen Oldenburgs einen Namen gemacht und wird auch vom Rettungsdienstfachpersonal gerne besucht.
 
Alle zwei Jahre veranstaltet die Klinik für AINS darüberhinaus zusammen mit dem Malteser Hilfsdienst ein großes Notfallsymposium. Hier konnten wir bisher jeweils über 500 Besucher begrüßen. Die kommenden Notfallsymposien finden im Herbst 2009 und 2011 statt (www.notfall-symposium.de).
 
Fort- und Weiterbildungsunterstützung
Selbstverständlich ermöglichen wir Mitarbeitern des Hauses sich auch im Gebiet der Notfallmedizin weiterzubilden. Alle Ärzte besuchen einen 50-stündigen Notarztkurs, um die Fachkunde und später auch die Zusatzbezeichnung Notfallmedizin zu erwerben.
 
Wenn die Voraussetzungen der klinischen Ausbildung erfüllt sind, ist auch die Teilnahme am Kurs Intensivtransport möglich und erwünscht.
 
Allen Interessierten versuchen wir die Qualifikation als Leitender Notarzt/ Leitende Notärztin zu ermöglichen.
 
Bei einem Engagement in der Ausbildung ermöglichen wir die Teilnahme an weiteren Kursen (ERC, ACLS, ATLS, PTLS etc.).

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