In der kinderchirurgischen Klinik wird ein breites Spektrum der Kinderchirurgie behandelt. Durch die drei Fachärzte ist für Akut- und Notfälle eine 24 stündige Erreichbarkeit gewährleistet.
Schwerpunkte bilden die Neugeborenchirurgie und die Korrektur von angeborenen Fehlbildungen sowie die laparoskopische Chirurgie und die Laserbehandlung.
Bei schnell wachsenden Blutschwämmen (Hämangiome) wird seit 2008 auch eine medikamentöse Therapie (Propranolol) durchgeführt. Die konservative Therapie von Lymphangiomen (großzystisch) ist mit der intrazystischen Injektion von Picibanil (OK-432) in unserer Klinik in der Vordergrund getreten.
Eingriffe bei Spina bifida, Hydrocephalus und thoraxchirurgische Operationen erweitern das Spektrum.
Die minimal invasive Chirurgie (Schlüssellochchirurgie) bildet als neue Operationstechnik für Erkrankungen des Bauch- und Brustraumes einen Schwerpunkt in unserer täglichen Arbeit. Mit der neuen Methode werden große Schnitte zur Eröffnung des Bauch- oder Brustraums nicht mehr nötig. Auch große Operationen können mit kleinsten, nur wenige Millimeter messenden Instrumenten über Fernsehmonitore durchgeführt werden.
Die Entfernung des Blinddarms und der Gallenblase kann mit Hilfe der Bauchspiegelung erfolgen, ebenfalls die Entfernung der Milz. Operationen bei gastroösophagealem Reflux (Fundoplikatio), die diagnostische Bauchspiegelung zur Hodensuche bei nicht tastbaren Hoden oder zur Abklärung von chronischen Bauchschmerzen und die laparoskopische Operation bei Morbus Hirschsprung (einer angeborenen Darmerkrankung) werden ebenfalls durch die minimal-invasive Technik durchgeführt.
Zur allgemeinen Kinderchirurgie zählen Eingriffe bei Blinddarmentzündung (Appendizitis), Milzerkrankungen, Darmerkrankungen, Gallensteinen, Fehlbildungen der Gallenwege, die Invagination (Darmeinstülpung), dem Magenpförtnerkrampf (Pylorusstenose) und auch Eingriffe bei gastroösophagealem Reflux (Rückfluss von Magensekreten in die Speiseröhre).
Fehlbildungen der männlichen Harnröhre (Hypospadie) werden bei distalen Formen auf Wunsch mit Rekonsruktion der Vorhaut korrigiert (SNODGRASS), ausgeprägtere penile Formen mit entsprechender Verkrümmung des Penisschaftes werden zweizeitig nach der Methode von BRACKA operiert.
Ein weiterer Schwerpunkt der Abteilung ist die operative Behandlung von Kindern mit gutartigen und bösartigen Tumorerkrankungen. Die Behandlung dieser Kinder erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Klinik für pädiatrische Onkologie und Hämatologie.
Eingriffe werden bei allen Tumoren des Bauchraums und der Brusthöhle durchgeführt ( z. B. Leber / Hepatoblastom, Niere / Wilms-Tumor und Nebennierentumore des Neugeborenenalters / Neuroblastom). Eine Probe des Tumors kann z. B. auch durch die Bauch- oder Brustkorbspiegelung entnommen werden. Für eine optimale Behandlung der kleinen Patienten mit entsprechenden Krebsmedikamenten (Chemotherapie) wird durch die Kinderchirurgie eine Implantation von Portsystemen und zentralen Kathetern angeboten.
Dies ist nur ein Teil der intensiven interdisziplinären Zusammenarbeit mit der übrigen Klinik für Kinder- und Jugendmedizin insbesondere auf dem Gebiet der Früh- und Neugeborenenchirurgie sowie dem Gebiet bösartiger Erkrankungen und Fehlbildungen. Uns zur Seite stehen ein interdisziplinäres Tumorteam, ein Kinderradiologe und ein Kinderkardiologe.
Die enge Zusammenarbeit mit der Abteilung für Ultraschalldiagnostik und vorgeburtliche Therapie der Oldenburger Frauenklinik und den Kinderärzten gewährleistet eine optimale Versorgung von Neugeborenen mit kinderchirurgischen Erkrankungen schon vor der Geburt.
Nach der Diagnosestellung (im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung) wird in ausführlichen Gesprächen mit den Eltern über die Art der Erkrankung und der Prognose für das weitere Leben des Kindes gesprochen. Die Eltern werden schon zu diesem Zeitpunkt über die eventuell notwendige Operation informiert. Die intensivmedizinische Betreuung der kleinen Patienten ist durch die Versorgung auf der Frühgeborenen-Intensivstation (151) durch erfahrene Säuglingsschwestern und NeonatologInnen gewährleistet.
Eingriffe bei angeborenen Fehlbildungen können somit unmittelbar nach der Geburt durchgeführt werden, ohne dass Muter und Kind getrennt werden.
Die Neugeborenenchirurgie umfasst die Fehlbildungen der Speiseröhre (Ösophagusatresie), des Dünn- und des Dickdarms, Bauchwanddefekte (Gastroschisis / Omphalocele), das Fehlen des Anus (Analatresie), angeborene Darmtransportstörungen (z. B. Morbus Hirschsprung) oder auch eine Fehlbildung des Zwerchfells (Zwerchfellhernie). Aufgrund des großen Einzugsgebietes werden viele dieser Kinder von auswärtigen Kinderkliniken zur operativen Versorgung nach Oldenburg verlegt. Nach erfolgter operativer Korrektur wird eine heimatnahe Weiterversorgung angestrebt.
Ambulante Kinderchirurgie
Ambulante Eingriffe werden in unserer Abteilung an jedem Tag der Woche durchgeführt.
Im Rahmen eines ambulanten Vorstellungstermins erfolgt die Untersuchung des Kindes. Während eines ausführlichen Gespräches haben die Eltern die Gelegenheit sich über die Operation und die postoperative Nachsorge zu informieren.
Der Narkosearzt erläutert anschließend das Narkoseverfahren. Am Tag der Operation wird das Kind von erfahrenen Narkoseärzten und Pflegern in Empfang genommen. Um den Kindern eventuelle Ängste vor der Operation und der ungewohnten Umgebung zu nehmen, gibt es in der Regel ein Beruhigungsmedikament. Nach dem operativen Eingriff und einer kurzen Erholungsphase in Anwesenheit der Eltern im Aufwachraum werden die Kinder wieder nach Hause entlassen.
Folgende Operationen können in der Regel ambulant durchgeführt werden:
Nabelbruch, Leistenbruch, Wasserbruch, Hodenhochstand, Vorhautverengung,
Weichteilgeschwülste, Analeingriffe, Eingriffe bei überzähligen Fingern oder Zehen, Entfernung von Warzen etc..
Bei Begleiterkrankungen (z. B. Herzfehler, Asthma etc.) oder besonderen Umständen der Nachbetreuung kann es erforderlich sein, dass die Kinder postoperativ auf die kinderchirurgische Station aufgenommen und dort von erfahrenen Kinderkrankenschwestern versorgt werden. Nach Absprache können die Eltern selbstverständlich bei ihrem Kind bleiben. Eine Kinderpsychologin, eine Diätassistentin und auch Lehrer stehen bei einem längeren Aufenthalt oder entsprechendem Bedarf zur Verfügung.
Falls eine intensivere Betreuung notwendig sein sollte, ist dieses auf zwei Kinderintensivstationen der Kinderklinik gewährleistet.
Ziel der Behandlung ist es, nicht nur das gerade betroffene einzelne Organ, sondern das Kind in seiner Gesamtheit zu behandeln. Dies ist möglich durch die Zusammenarbeit mit einer ganzen Gruppe von verschiedenen Spezialisten, die hauptberuflich mit Kindern umgehen und auch deren spezielle emotionale Bedürfnisse wahrnehmen und respektieren.
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