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Dickdarm und entzündliche Darmerkrankungen

Die Entzündung des linksseitigen Dickdarmes im Bereich von Ausstülpungen der Darmschleimhaut (Divertikeln) hat in den letzten Jahrzehnten ebenfalls deutlich an Häufigkeit zugenommen. Diese sogenannte Divertikulitis kann bereits ab dem 3. Lebensjahrzehnt zu entzündlichen Schüben am S-Darm führen. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Durchbruch eines vereiterten Divertikels, der zu einer Bauchfellentzündung und im Rahmen einer Notoperation zu einer vorübergehenden Anlage eines Seitenausganges führen kann.
Bei durch Darmspiegelung und Röntgen nach-gewiesener, wiederholt aufgetretener Divertikulitis führen wir seit Anfang der 90er Jahre die laparoskopische Dickdarmteilentfernung (Sigma-resektion) durch. Hierbei wird die sogenannte Hochdruckzone zwischen S-Darm und Enddarm sowie der am stärksten durch Entzündung veränderte S-Darmabschnitt entfernt und anschließend mit einem Klammernahtgerät eine Nahtverbindung zwischen absteigendem Dickdarm und Enddarm angelegt. Bei dieser Operation ist nur ein kleiner Bauchschnitt im linken Unterbauch mit einer Länge von 5 cm erforderlich, um das entfernte Darmteilstück zu bergen.
Die übrigen Operationsschritte erfolgen über vier 10mm durchmessende Arbeitstrokare unter laparoskopischer Sicht.
Häufig ist ein stationärer Aufenthalt von nur etwa einer Woche für die gesamte Operation erforderlich, da nach schonender laparoskopischer Operation ein rascher Kostaufbau erfolgen kann.

Entzündliche Darmerkrankungen wie die Kolitis ulcerosa oder der Morbus Crohn führen häufig zu segmental begrenzten entzündlichen Engen am Dickdarm oder Dünndarm. Hier können mit der laparoskopisch assistierten Darmteilentfernung sehr schonend Entfernungen operiert werden. Gerade die jungen Patienten mit Morbus Crohn profitierten von der kosmetisch vorteilhaften Operationstechnik, die weniger Verwachsungen und Narbenbrüche verspricht.

Die Erkrankung des Enddarmvorfalles durch Nachlassen der Bindegewebsverankerung, gerade bei Frauen, führt zu Problemen bei der Stuhlentleerung. Mittels Röntgendurchleuchtung mit Darstellung der Kontrastmittelentleerung aus dem Darm, kann diese Erkrankung gut nachgewiesen werden.
Die operative Behandlung besteht in einer Teilentfernung des S-Darmes, Lösen des Enddarmes und Heraufziehen in Richtung Bauchraum mit Nahtbefestigung um ein erneutes Herabrutschen zu verhindern. Diese Operation kann ebenfalls laparoskopisch assistiert mit den o.g. Vorteilen durchgeführt werden.


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