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Pressemitteilungsarchiv

Anästhesisten des Klinikums proben den Ernstfall:

Ein Routineeingriff: Patient, männlich, 35 Jahre alt, eine Kieferoperation steht auf dem OP-Plan. Der Anästhesist beginnt mit der Narkose im Operationssaal des Klinikums Oldenburg. Alle Körperfunktionen sind im „grünen Bereich“. Die Chirurgen starten mit der Operation. Plötzlich fällt der Sauerstoffgehalt im Blut des Patienten dramatisch ab, das elektronische Überwachungsgerät gibt Alarm - jetzt zählt jede Sekunde! Schnelle Ursachenforschung, eine gezielte Behebung des Problems und Teamarbeit sind jetzt gefragt, sonst drohen schwere Komplikationen. Für solche Fälle müssen Anästhesisten und Notärzte realitätsnah trainiert werden. Bisher war dies nur an einigen Universitätskliniken möglich, nicht aber im eigenen Operationssaal mit vertrautem Team.

Oldenburg, den 6. March 2004. Am Samstag, den 6. März 2004 veranstaltete die Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin des Klinikums Oldenburg in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Göttingen für Anästhesisten und Notärzte im Klinikum ein spezielles Notfalltraining. Dafür hatte sich erstmalig der „SIM-Man“ - eine spezielle elektronisch gesteuerte Simulatorpuppe aus dem Universitätsklinikum Göttingen, die wie ein lebender Mensch reagiert – auf Reisen begeben. Bei der Fortbildung wurde nicht nur vormittags theoretisch über die neuesten Erkenntnisse zur Sicherung der Luftwege berichtet, sondern nachmittags den Teilnehmern Notfallmanagement an Hand verschiedener Szenarien im OP realitätsnah vermittelt. „Bisher mussten die Anästhesisten des Klinikums z.B. nach Göttingen oder Mainz reisen, um an einem der noch relativ seltenen Simulatorkurse teilzunehmen. Jetzt können wir die Anästhesisten sozusagen in ihrem heimischen Operationssaal mit eigenem Equipment und vor allem im ganzen Team auf den seltenen Notfall vorbereiten“, erklärte Prof. Dr. Andreas Weyland, Direktor der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin im Klinikum Oldenburg, „das ist wesentlich realitätsnaher als in einer fremden Umgebung. Wir wollen damit aktiv unser Krisenmanagement auch für seltene Notfallsituationen weiter optimieren.“



Die speziell für ein solches Trainingsprogramm entwickelte „Puppe“ kann nicht nur die Symptome verschiedenster Notfälle simulieren, sie reagiert dabei auf jede Handlung des Arztes bzw. des gesamten Teams - auf z.B. Medikamentengabe, künstliche Beatmung oder auf das Einlegen eines Schlauches in den Brustkorb. Anästhesist Thilo Soch, der die Fortbildung mit organisiert hat und auch die Simulatorpuppe steuerte, erklärt: „Alles ist so wie bei einer richtigen Operation. Die Teilnehmer sollen in Übungssituationen Grenzerfahrungen sammeln, um für die Wirklichkeit gerüstet zu sein. Deshalb denken sich die Göttinger Anästhesisten immer neue Notsituationen aus. Sie werden bis ins kleinste Detail inszeniert – ohne aber zu wissen, wie der teilnehmende Anästhesist handeln wird.“



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Ihr Ansprechpartner:
Barbara Delvalle, eMail delvalle.barbara@klinikum-oldenburg.de
 

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