Am vergangenen Donnerstag fand in der Apotheke des Klinikums Oldenburg in Tweelbäke eine vorher nicht bekannt gegebene Notfallübung mit der Feuerwehr der Stadt Oldenburg statt. Dabei wurden gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Die Feuerwehr nutzte die Gelegenheit, um im Rahmen eines Seminars mit auswärtigen Feuerwehrleuten praxisnah den Ernstfall bei einer Freisetzung von giftigen Gefahrstoffen zu üben. Die Arbeitssicherheit des Klinikums Oldenburg nutzte die Übung, um den internen Ablauf eines Notfalls mit den Mitarbeitern in der Apotheke zu überprüfen bzw. zu optimieren.
Oldenburg, den 22. November 2005.
Das Planspiel: Bei der Entladung eines LKWs per Gabelstapler fielen mehrere Kartons auf zwei Mitarbeiter, die vom Deutschen Roten Kreuz gestellt wurden. Die Kartons sind dabei aufgeplatzt und es kam zur Freisetzung von sehr giftigem Zytostatikagranulat. Die Mitarbeiter wurde nicht nur durch die herunterfallenden Kartons verletzt, sondern auch durch das Gift kontaminiert. Um Punkt 15 Uhr benachrichtigten Mitarbeiter der Apotheke über Notruf die Feuerwehr. Ein Klinikbediensteter zog sich dann sofort einen Schutzanzug an, um die Verletzten aus der Gefahrenzone zu bergen.
In der Zwischenzeit kam die Feuerwehr mit dem Chemikalienzug an. Sie zog zuerst eine Bannmeile um den Unfallort, dann wurden Dekontaminations-/Notduschen aufgestellt und Schutzanzüge angezogen. Mit ihren Atemschutzgeräten und Schutzanzügen, die ihnen ein unheimliches Aussehen verliehen, bargen sie dann die Verletzten. Die Opfer wurden unter den Notduschen dekontaminiert und anschließend vom Notarzt versorgt. In der Notfallambulanz des Klinikums wurden alle Vorbereitungen getroffen, um diese kontaminierten Opfer medizinisch zu versorgen, ohne Gefährdung der Mitarbeiter und anderer Patienten.
Währendessen wurde im Logistikzentrum der Unfallort durch die Feuerwehr gereinigt. Gut anderthalb Stunden nach Meldung war der Spuk vorbei. Wir hatten das erste Mal die Gelegenheit, den Ernstfall mit solchen Gefahrstoffen zu üben. Jetzt gilt es, die daraus gewonnenen Erkenntnisse zu ziehen und bestimmte Abläufe zu optimieren, um sie dann im Unterricht an unsere Mitarbeiter weitergeben zu können, meint Klaus Münzer, Kreisausbildungsleiter der Feuerwehr Oldenburg. Thomas Bossemeyer, Sicherheitsingenieur im Klinikum zog nach der Übung folgendes Fazit: Der interne Ablauf hat im Großen und Ganzen funktioniert. Das theoretische Wissen, um in einem Notfall richtig reagieren zu können, wird im Klinikum regelmäßig vermittelt. Durch eine solche Übung wird den Mitarbeitern aber auch anschaulich und praxisnah bewusst, mit welchen hoch giftigen Materialien sie es zu tun haben und wo Gefährdungspotential lauert.
Ihr Ansprechpartner:
Barbara Delvalle, eMail delvalle.barbara@klinikum-oldenburg.de
Bildmaterial zu dieser Pressemitteilung:
Derzeit liegen in diesem Bereich keine aktuellen Termine oder Veranstaltungen vor. Alle Termine im Klinikum anzeigen.