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Aktionstag: „Bettenstau“

Aktionstag: „Bettenstau“ (Oldenburg). Es hat vier Räder und ist doch kein Auto! Passanten und Autofahrer trauten am 8. Juli in vielen niedersächsischen Städten ihren Augen kaum: Krankenhausbetten blockierten die Straßen! Von Braunschweig bis Buxtehude, von Oldenburg bis Osnabrück, in vielen größeren Städten, aber auch in kleinen Ortschaften fanden Protestaktionen gegen die Krankenhausfinanzierung der Bundesregierung statt. Auch in Oldenburg verursachten am 8. Juli um 5 vor 12 Uhr ca. 650 Klinikbedienstete aus fünf Krankenhäusern für kurze Zeit einen „Bettenstau“ auf der Kreuzung Schloßwall/Paradewall. Beteiligt daran waren das Evangelische Krankenhaus Oldenburg, die Karl-Jaspers-Klinik Wehnen, das Klinikum Oldenburg, das Johanneum Wildeshausen und das Pius-Hospital Oldenburg. Damit wollen die Krankenhäuser zeigen, wohin diese Gesundheitspolitik führt, wenn nicht bald etwas geändert wird. Die Kostensteigerungen im Personal- und Sachkostenbereich können wegen der gesetzlichen Budgetdeckelung schon lange nicht mehr aufgefangen werden. Die finanzielle Belastung wächst weiter. Immer mehr Krankenhäuser geraten dadurch in eine finanzielle Schieflage. Mit diesem Bettenstau wollten die Krankenhäuser symbolisieren, wie schnell der Kollaps im Gesundheitssystem bei dieser Politik kommt, wenn sich im Herbst die Krankenhausfinanzierung nicht grundlegend ändert.

Oldenburg, den 8. Juli 2008. Bereits in den letzten 10 Jahren kam es im Krankenhaus-Sektor zu einem massiven Stellenabbau. Mehr als 100.000 Arbeitsplätze - allein die Hälfte davon im Pflegebereich - sind deutschlandweit abgebaut worden. Auch 16.500 Ausbildungsplätze sind in diesem Zeitraum weggefallen. Angesichts der Anstrengungen zur Erhöhung der Produktivität in den vergangenen Jahren ist das Heben weiterer Effizienzreserven aber kaum noch möglich. Wenn dieser Rationalisierungsdruck aber zu einem weiteren Abbau von Arbeitsplätzen führt und dies zu einer steigenden Arbeitsbelastung der einzelnen Krankenhausmitarbeiter, dann werden am Ende nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch die Patienten die Leidtragenden dieser Entwicklung sein. Neben längeren Wartezeiten auf Behandlungen wird dem Personal auch immer weniger Zeit für die Betreuung der Patienten zur Verfügung stehen.



In Niedersachsen haben sich Mitarbeitervertretungen und Geschäftsführungen deshalb entschlossen, gemeinsam für eine zukunftsfähige Krankenhausfinanzierung zu kämpfen. Die Aktionen sollen den Willen bekräftigen und auch vor Ort die Öffentlichkeit und die Politiker auf die Probleme aufmerksam machen. Die Forderung bleibt: Der Budget-Deckel muss weg und der Sanierungsbeitrag für Krankenkassen muss sofort und rückwirkend gestrichen werden.



Diese Aktion „Niedersachsenweiter Bettenstau“ verstand sich als regionale, flankierende Aktion zu der in Planung befindlichen bundesweiten Demonstration des Aktionsbündnis „Rettung der Krankenhäuser“, dem zehn verschiedene Institutionen und Gruppierungen angehören. Weitere Aktivitäten sind in Vorbereitung.



Ihr Ansprechpartner:
Barbara Delvalle, eMail delvalle.barbara@klinikum-oldenburg.de
 
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