Die Deutsche Kinderkrebsnachsorge, eine Stiftung für das chronisch kranke Kind mit Sitz im baden-württembergischen Tannheim, hat den Nachsorgepreis 2009 an den Verbund Pädiatrische Onkologie Weser-Ems verliehen. „Das beeindruckende Modellprojekt zu Vernetzung, Optimierung und Benchmarking in der Betreuung und Nachsorge von Kindern und Jugendlichen mit onkologischen Erkrankungen aus der Weser-Ems im Rahmen einer Vereinbarung zur Integrierten Versorgung setzt sich in besonderer Weise für eine bessere Versorgung chronisch kranker Kinder ein“, heißt es in der Begründung der Stiftung.
Oldenburg, den 22. October 2009.
Am Montag nahm Prof. Dr. Hermann Müller, Klinikdirektor im Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Klinikum Oldenburg und Leiter des Verbundprojektes den mit 10.000 Euro dotierten Preis in Konstanz entgegen. „Der Preis beweist, dass das Projekt „Verbund Pädiatrische Onkologie Weser-Ems“ auch außerhalb von Niedersachsen auf Interesse und Beachtung stößt. Das macht uns natürlich sehr stolz.“
Das Projekt:
Im Weser-Ems-Bezirk leben 2,5 Mio. Einwohner auf einer Fläche von 15.000 Quadratkilometern, jährlich erkranken ca. sechzig Kinder und Jugendliche neu an Krebs. Die onkologische Behandlung in den Zentren im Nordwesten Niedersachsens wird durch das große Einzugsgebiet und dadurch bedingte lange Anfahrtswege für Patienten und ihre Familien kompliziert. Deshalb haben sich im Jahr 2001 Pädiater aus den Kinderkliniken / Abteilungen in Aurich, Delmenhorst, Emden, Leer, Lingen, Meppen, Nordhorn, Oldenburg, Papenburg, Vechta, Wilhelmshaven und niedergelassene Pädiater sowie Selbsthilfegruppen und ambulante Pflegedienste im Verbund Pädiatrische Onkologie Weser-Ems zusammengeschlossen. Ziel des Verbundes ist es, die Behandlung nach den Richtlinien der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie / Hämatologie (GPOH) so zu strukturieren, dass die betroffenen Patienten und ihre Familien eine möglichst wohnortnahe koordinierte und kompetente Betreuung erhalten. 2008 wurde dann mit einer Großzahl von Krankenkassen eine Vereinbarung zur Integrierten Versorgung geschlossen.
Erste Ergebnisse und Erfahrungen zeigen, dass sich durch die verbesserte Koordination der regionalen medizinischen Ressourcen die Fahrtstrecken und damit Kosten für die betroffenen Familien bzw. die Kostenträger deutlich senken lassen. Die Angebote des Verbundes erfahren eine hohe Zufriedenheit der betreuten Patienten und ihrer Familien und führen zu einer Verbesserung ihrer Lebensqualität und Sicherung der Behandlungsqualität. Kurzzeitige stationäre Aufenthalte (kürzer als 48 Stunden) zur Abklärung möglicher infektiöser Komplikationen konnten durch die ambulante Mitbetreuung im Netzwerk des Verbundes vermindert werden.
Ansprechpartner für Redaktionen:
Prof. Dr. Hermann Müller
Koordinator im Verbund PädOnko Weser-Ems
Klinik für Allgemeine Kinderheilkunde, Hämatologie / Onkologie
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin
Klinikum Oldenburg gGmbH
Rahel-Straus-Str. 10, 26133 Oldenburg
Ihr Ansprechpartner:
Barbara Delvalle, eMail delvalle.barbara@klinikum-oldenburg.de
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