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Postkartenaktion: „Wachen Sie auf, Frau Merkel!“

Postkartenaktion: „Wachen Sie auf, Frau Merkel!“ (Oldenburg). Niedersächsische Krankenhäuser wehren sich. Die Proteste gegen die Krankenhausfinanzierung fingen im April niedersachsenweit an, hatten im Juli mit den Bettenstau-Demonstrationen einen weiteren Höhepunkt und werden auch nach den Sommerferien weitergeführt: Mit einer Postkartenaktion. An dieser beteiligen sich jetzt – pünktlich zum Ferienende – auch die drei Oldenburger Stadtkrankenhäuser. Seit Donnerstag, 21. August liegen dort an die Bundeskanzlerin adressierte Postkarten aus, die von Patienten, Besuchern und Mitarbeitern ausgefüllt werden können und dann von den Krankenhäusern nach Berlin geschickt werden.

Oldenburg, den 22. August 2008. „Die ersten zwei Aktionen in Oldenburg waren sehr erfolgreich. Vieles ist seitdem ins Rollen gekommen. Es war aber ein herber Rückschlag, dass die Bundeskanzlerin den Referentenentwurf der Koalitionsfraktionen kurzerhand gestoppt hat“, skizziert Dr. Gyde Jungjohann, Medizinischer Vorstand im Evangelischen Krankenhaus, die derzeitige Lage. Barbara Delvalle, Pressereferentin im Klinikum Oldenburg ergänzt: „Das war erst einmal ein Schock. Aber die Zeit drängt, da am 1. November bereits der bundeseinheitliche Beitragssatz zum neuen Gesundheitsfonds festgelegt wird. Wenn wir nicht bis Ende Oktober per Gesetz eine Änderung der Krankenhausfinanzierung hinbekommen, dann geht es den Krankenhäusern 2009 mehr als schlecht.“ Aber die Krankenhäuser haben auf die veränderte Situation schnell reagiert. „Unsere Postkarten senden wir jetzt nicht mehr an die Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, sondern direkt an Angela Merkel,“ berichtet Isabelle Yeginer, Pressereferentin im Pius-Hospital, „und damit diese Aktion auch die richtige Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erzielt und nicht still und leise abläuft, werden in allen Krankenhäusern in Niedersachsen, die bei der Aktion mitmachen, die Postkarten gezählt und der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft nach Hannover gemeldet, bevor sie auf den Weg nach Berlin gehen. Wir werden Zwischenbilanzen veröffentlichen."



Im Vergleich zu den beiden ersten großen Aktionen weist die Postkartenaktion noch einen besonderen Aspekt auf. Diesmal können nicht nur die Klinikmitarbeiter mitmachen, sondern alle, die ihr Krankenhaus vor Ort unterstützen wollen. Patienten, Besucher und Interessierte können ebenso eine Postkarte ausfüllen wie die Mitarbeiter des Hauses. Auswählen können sie zwischen drei Motiven. Auf zwei von ihnen sind übrigens Mitarbeiter aus Oldenburg beim im Juli stattgefundenen „Bettenstau“ vor dem Schloss zu sehen.



Die Postkarten sowie die Sammelbehälter stehen an mehreren Orten in den Krankenhäusern, zum Beispiel in den Haupteingängen aller drei Krankenhäuser.



Die Forderung der Krankenhäuser seit April ist dieselbe: Der Budget-Deckel muss weg, und der Sanierungsbeitrag für Krankenkassen muss sofort und rückwirkend gestrichen werden.



Auch die Postkartenaktion versteht sich als regionale, flankierende Aktion zu der bundesweiten Demonstration des Aktionsbündnisses „Ret¬tung der Krankenhäuser“ am 25. September in Berlin. Dem Aktionsbündnis gehören zehn verschiedene Institutionen und Gruppierungen an. Weitere Aktivitäten sind in Vorbereitung, zum Beispiel ein Infostand in der Innenstadt am Samstag, 13. September. Auch hier werden sich die drei Oldenburger Krankenhäuser gemeinsam präsentieren.

Weiterführende Informationen:
www.der-deckel-muss-weg.de

Ihr Ansprechpartner:
Barbara Delvalle, eMail delvalle.barbara@klinikum-oldenburg.de
 
Bildmaterial zu dieser Pressemitteilung:

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