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Rekonstruktive Chirurgie auf dem Vormarsch

Rekonstruktive Chirurgie auf dem Vormarsch Die Patienten kommen aus dem gesamten norddeutschen Raum, um sich in der Klinik für Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie und Plastische Operationen im Klinikum Oldenburg operieren zu lassen. Vor zwei Jahren hat Privatdozent Dr. Dr. Lei Li die Klinik als Direktor übernommen mit dem Ziel ein plastisch-rekonstruktiv-chirurgisches Zentrum aufzubauen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Tumor- und Wiederherstellungschirurgie. Ca. 150 rekonstruktive mikrochirurgische Transplantationen sind seitdem in Oldenburg durchgeführt worden. Damit gehört die Klinik auf diesem Gebiet zu einem der führenden Krankenhäuser in Deutschland. Oftmals ist dieser Eingriff die letzte Rettung für die Patienten.

Krebserkrankungen im Mund-Kiefer¬be¬reich sowie deren operative Entfernung gehen auch häufig mit Funktionsverlusten einher. Schluck- und Sprachstörungen sowie erschwerte Nahrungsaufnahme sind die Folge. Hier kommt die mikrochirurgische Ge¬webe¬verpflanzung zum Einsatz. Da¬zu werden zum Beispiel Haut-, Muskel- und Knochentransplantate aus entfernten Körperregionen entnommen und mit ihrer Gefäßversorgung dort eingepflanzt, wo der Tumor entfernt wurde.

Oldenburg, den 30. April 2008. Während der Operation wird das Transplantat von seiner Blutzufuhr abgetrennt und in seine neue Position gebracht. Bereits nach wenigen Minuten werden die Blutgefäße des verpflanzten Gewebes an Adern im neuen Transplantatlager angeschlossen. Dies geschieht mit sehr feinen Nähten unter dem Mikroskop. „Durch diese mikrochirurgische Technik ist das Transplantat nur für kurze Zeit - weniger als eine Stunde - ohne Blutversorgung. Der Vorteil ist, dass das trans¬plan¬tierte Gewebe kaum schrumpft und funktionstüchtig bleibt“, erklärt Dr. Li. Er nennt ein Beispiel: „Bei einem 38jährigen Patienten mit bösartigem Tumor des Unterkieferknochens mussten wir den Unterkiefer fast vollständig herausoperieren. In derselben Operation konnte dieser jedoch durch eine mikrochirurgische Wadenbeinverpflanzung wieder ersetzt werden. Einige Monate später konnten in den eingeheilten Knochen Zahnimplantate eingesetzt werden, um dem Patienten die Kaufunktion zurückzugeben.“

In einem anderen Fall mit ausgeprägtem Knochenschwund im Unterkiefer war der Kiefer nicht mehr in der Lage die Prothese zu tragen. Auch eine adäquate Ver¬sorgung mit Zahnimplantaten war nicht möglich. Es drohte ein Unterkieferbruch. Auch bei dieser Patientin konnte der Unterkieferknochen durch eine mikrochirurgische Wadenbeintransplantation aufgebaut und stabilisiert werden (siehe Fotos Röntgenaufnahme).



Der bisher am häufigsten transplantierte Haut-Muskellappen stammt vom seitlichen Rücken. Mit diesem vielseitigen Transplantat kann Dr. Li Wangen- und Mundhöhlenweichgewebe und große Teile der Zunge rekonstruieren. Aber auch das Wadenbein, die Bauchhaut und Bauchmuskeln sind mögliche Transplantate. „Das sind natürlich keine kleinen Eingriffe, die wir durchführen und den Betroffenen wird einiges abverlangt, aber es ist kein Vergleich zu den komplizierten, langwierigen und sehr belastenden Marathon-Operationen über mehrere Monate oder Jahre, die früher durchgeführt wurden.“ Auch die Erfolgsquote kann sich sehen lassen. Bei über 95 Prozent der Transplantationen heilt das ortsfremde Gewebe gut ein.



„Wir haben die Zahl der Eingriffe dieser Art um ein Vielfaches gesteigert und sind Ansprechpartner weit über die Weser-Ems-Region hinaus. Möglich ist dies nur, weil die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie im Klinikum eng mit allen anderen chirurgischen Kliniken zusammenarbeiten kann. Ich bin voller Hoffnung, dass wir bald auch ein rekonstruktives Zentrum werden“, zieht Dr. Li eine erste Bilanz.





Ansprechpartner Dr: Li, Sekretariat Frau Cordes, 0441/403-2623





Ihr Ansprechpartner:
PD Dr. Dr. Lei Li, eMail lei.li@klinikum-oldenburg.de
 
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