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Pressemitteilungsarchiv

Rückblick und Blick in die Zukunft der Herzchirurgie

Am 23. Juli 1991 fand in der neu eingerichteten Klinik für Herzchirurgie am Klinikum Oldenburg die erste Herzoperation statt – eine Bypassoperation. Der 60jährige Patient kam aus Schortens in der Nähe von Wilhelmshaven. Insgesamt 208 Herzoperationen, davon 165 mit der Herz-Lungen-Maschine (HLM), wurden 1991 durchgeführt. Die HLM übernimmt die Herz- und Lungenfunktion des Patienten, dessen Herz sozusagen für die Dauer des Eingriffs „stillgelegt“ wird.

Oldenburg, den 20. Januar 2012. Die letzten zwanzig Jahre in Zahlen

Die Klinik entwickelte sich in den vergangenen zwanzig Jahren rasant. 1992 waren es schon 653 Herzoperationen. 1995 wurde erstmals die Tausendergrenze überschritten mit 1051 Herzoperationen. 2001 – also zehn Jahre nach Gründung – waren es bereits 2.259 Eingriffe am Herzen, davon 1.567 mit der HLM. Im Jubiläumsjahr 2011 gab es 3.204 Operationen, wobei auch in diesem Jahr die Eingriffe mit Unterstützung der HLM bei 1.567 lag. Bereits 2010 überholten zahlenmäßig erstmals die Herzoperationen ohne die HLM diejenigen mit der Maschine.

Die medizinische Entwicklung im Rück- und Ausblick

„Die Entwicklung in den vergangenen Jahren geht eindeutig in Richtung minimal-invasive Eingriffe“, erklärt Prof. Dr. Otto Dapunt, Direktor der Klinik für Herzchirurgie am Klinikum, „die Vorteile liegen auf der Hand. Der Eingriff ist weniger belastend, weil wir auf eine große Brustkorberöffnung verzichten können und damit das postoperative Trauma bei den Patienten weniger ausgeprägt ist.“ Heute können deshalb die Herzchirurgen auch lebensrettende Eingriffe trotz riskanter Ausgangslage des Patienten, zum Beispiel durch eine chronische Erkrankung, durchführen. Auch die Kreislaufassistenzsysteme, die so genannten „Kunstherzen“ haben sich in den letzten Jahren technisch ständig weiterentwickelt. Anfangs waren diese Systeme nur zur Überbrückung bis zur Herztransplantation entwickelt worden, sind aber heute auch langzeittauglicher und verträglicher geworden. In Anbetracht der Entwicklung, dass immer weniger Herzen für Transplantationen zur Verfügung stehen, wird auch auf diesem Gebiet unter Hochdruck geforscht und weiterentwickelt.

Immer mehr im Kommen ist das so genannte Tissue-engineering. Hier werden Klappen mit körpereigenen Zellen (Stammzellen) hergestellt. Sie werden über kurz oder lang die derzeit im Einsatz befindlichen Bioprothesen ersetzen. Die Vorteile sind beachtlich: Die mit Stammzellen hergestellten Klappen sind länger haltbar und es gibt keine Abstoßungsreaktion nach dem Eingriff, weil es körpereigenes Material ist. „Auch auf diesem Gebiet wird intensiv geforscht“, erzählt der 54-jährige Herzchirurg, „letztlich will man nicht nur einzelne Gewebe mit Stammzellen züchten, sondern ganze Organe.“

Teamarbeit gefragt

Generell hat sich auch die Zusammenarbeit zwischen Kardiologen, Herzchirurgen und Kardioanästhesisten zum Herzteam weiterentwickelt. „Früher waren die Herzchirurgie und die Kardiologie in ihren Aufgabengebieten klar voneinander getrennt. Heute sind die Übergänge zwischen interventioneller Therapie und operativer Therapie fließend, so dass die Zusammenarbeit immer enger zwischen den Fachdisziplinen wurde. Dieser Trend wird weitergehen“, ist sich Prof. Dapunt sicher, „da sind wir in unserem Herzkreislaufzentrum natürlich sehr gut aufgestellt, weil wir alles vor Ort vorhalten können.“

Weitere Zahlen, Daten, Fakten

Seit 1991: 43.565 Herzoperationen, davon 27587 mit der Herz-Lungen-Maschine

Das Team der Klinik für Herzchirurgie: 26 Herzchirurgen, über 100 Schwestern und Pfleger auf den herzchirurgischen Stationen und im Herz-OP, 6 Kardiotechniker (einer ist bei jeder Operation im OP und überwacht die einwandfreie Funktion der Geräte, z.B. der Herz-Lungen-Maschine), unterstützt wird das herzchirurgische Team von 10 Kardioanästhesisten.

75 Planbetten, davon 21 auf herzchirurgischer Intensivstation

Klinikdirektoren: Privatdozent Dr. Francesco Siclari (1991 bis 1999); Prof. Dr. Otto Dapunt (seit 1999)

Herzkreislaufzentrum Oldenburg

• Klinik für Herzchirurgie

• Klinik für Kardiologie

• Abteilung für Kardioanästhesie

• Abteilung für Elektrophysiologie

• Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie

• Reha-Zentrum Oldenburg (kardiologische Klinik)



Ansprechpartner für die Redaktionen:

Prof. Dr. Otto Dapunt, Direktor der Klinik für Herzchirurgie, Telefon: 0441/403-2820 .



Ihr Ansprechpartner:
Barbara Delvalle, eMail delvalle.barbara@klinikum-oldenburg.de
 

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