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Schmerzen müssen nicht sein

Schmerzen müssen nicht sein Für viele Menschen ist ein Krankenhausaufenthalt mit der Sorge vor starken Schmerzen verbunden. Dank der modernen Schmerztherapie kann aber der größte Teil der Schmerzen unterbunden oder auf ein erträgliches Maß reduziert werden. Das Klinikum Oldenburg hat sich diesem Thema in den vergangenen drei Jahren intensiv gewidmet und an dem wissenschaftlich begleiteten Projekt „Schmerzfreies Krankenhaus“ teilgenommen. Ziel dieses weltweit führenden Projektes zur Schmerztherapie im Krankenhaus war es nicht nur, die Häufigkeit und Ausprägung von Schmerzen zu erfassen, sondern auch konkret in ausgewählten Kliniken die Schmerzbehandlung zu optimieren.

Im Rahmen dieses Projektes wurde im Klinikum das Konzept zum Umgang mit Schmerzen komplett überarbeitet. Die kürzlich durchgeführte Patientenbefragung zeigt deutliche Erfolge: Alle Befragten bescheinigten den eingeleiteten Maßnahmen zur Schmerzlinderung Effektivität. Die vier Eckpfeiler des neuen Konzeptes sind: Information der Patienten, gezielte Nachfrage über die Schmerzstärke und deren regelmäßige Dokumentation, Festlegung von neuen Standards zur Schmerzbehandlung und besonders geschulte Schmerzbeauftragte auf allen Stationen und Abteilungen als Ansprechpartner. Nicht nur die Patienten bewerten das Schmerzmanagement im Klinikum positiv, auch externe Gutachter sind dieser Meinung. Auf der diesjährigen MEDICA in Düsseldorf hat das Klinikum Oldenburg Mitte November daher als einziges Krankenhaus in Niedersachsen das Zertifikat „Qualifizierte Schmerztherapie“ erhalten.

Oldenburg, den 23. November 2007. Die Patientenbefragung

Insgesamt wurden in einem Zeitraum von 14 Tagen alle Patienten des Klinikums unter Verwendung eines standardisierten Erhebungsbogens ausfhrlich nach ihren Schmerzen und begleitenden Beschwerden befragt. Diese Befragung wurde zweimalig im Abstand von ca. einem Jahr durchgefhrt. Die Auswertung beruht auf mehr als 500 Patienten. Wir haben speziell die operierten Patienten nicht nur nach der Intensitt des Schmerzes in Ruhe, sondern auch bei Belastung gefragt. Die Patienten konnten die Schmerzstrke auf einer Skala von 0 10 angeben, wobei der Wert 10 den strksten vorstellbaren Schmerz darstellt, berichtet Prof. Dr. Andreas Weyland, Direktor der Klinik fr Ansthesiologie im Klinikum, die Ergebnisse unserer Patientenbefragung zeigen uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. 79,2 Prozent der Befragten haben angegeben, dass sie in Ruhe wenig oder keine Schmerzen hatten. Dies ist eine Steigerung um 15 Prozent gegenber frheren Befragungen. Der Ansthesist fhrt dies auf die Umstrukturierung der Schmerztherapie im Laufe des wissenschaftlichen Projektes zurck: Wir haben unsere Schmerztherapie im gesamten Klinikum durchleuchtet, analysiert und neu strukturiert. Heute greifen wir beispielsweise intensiver bereits vor der Operation ein und beginnen mit einer aus mehreren Komponenten bestehenden Schmerzbehandlung schon bevor der Schmerz entsteht. Hierzu gehrt auch die Kombination von verschiedenen medikamentsen Manahmen und zustzlichen rtlichen Betubungsverfahren.



Qualifizierte Schmerztherapie heute

Bislang wurden in den so genannten Patientenkurven die Temperatur, der Blutdruck, die Herzfrequenz und andere messbare Gren im Verlauf des Krankenhausaufenthaltes festgehalten. Heute wird im Klinikum auch routinemig die Intensitt der Schmerzen dokumentiert, indem die Patienten direkt befragt werden. Auf allen Patientenzimmern befinden sich laienverstndliche Informationen zum Thema Schmerz und zu der Befragung. Wir fragen regelmig und gezielt nach und erklren unseren Patienten, dass sie Schmerzen nicht stillschweigend aushalten mssen, fhrt Prof. Weyland aus, unser Ziel ist es, Schmerzen infolge von Erkrankungen oder Operationen zu beseitigen oder wenn dies nicht gnzlich mglich ist, so doch sie effektiv zu verringern. Das Klinikum hat auch die Anzahl spezieller Gerte erhht, die eine so genannte Patienten-kontrollierte-Analgesie ermglichen, ein Verfahren, durch das Patienten die Dosierung von Schmerzmitteln in vorgegebenen Grenzen selbst zeitnah bestimmen knnen. Derzeit sind 25 dieser Mikroprozessor gesteuerten Infusionspumpen im Einsatz.



Das Projekt

Initiiert hat das Projekt Schmerzfreies Krankenhaus ein Zusammenschluss wissenschaftlicher Fachgesellschaften, zu der auch die Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (DGSS) zhlt. Es ist mit mehr als 7600 befragten Patienten weltweit das grte Forschungsprojekt dieser Art, meint Prof. Weyland, Es beruht auf einer systematischen Erfassung und wissenschaftlichen Analyse der Schmerzausprgung bei Krankenhauspatienten, gleichzeitig werden Verbesserungsmglichkeiten in der Schmerzbehandlung aufgezeigt und in den beteiligten Krankenhusern umgesetzt.

Mit Ausnahme der Kinderklinik war das gesamte Klinikum in dieses Projekt eingebunden. Die Ansthesisten Dr. Clemens Schorer und Dr. Oliver Djuren koordinierten gemeinsam mit dem Qualittsbeauftragten Norbert Hingst das Projekt.

Bundesweit ist das Klinikum Oldenburg eines von insgesamt nur 5 Krankenhusern, das nicht nur fr den operativen Bereich, sondern auch fr alle internistischen Abteilungen durch ein Zertifikat ausgezeichnet wurde. Nur die Kinderklinik wurde ausgenommen, weil die Schmerzerfassung und -therapie bei Kindern nicht direkt zu vergleichen ist mit der von Erwachsenen.

Das Klinikum ist bislang das einzige Krankenhaus in Niedersachsen, das im Rahmen des Projektes das Zertifikat Qualifizierte Schmerztherapie erhalten hat.







Ihr Ansprechpartner:
Prof. Dr. Andreas Weyland, eMail weyland.andreas@klinikum-oldenburg.de
 
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