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Suche nach dem „Genetischen Zwilling“

Suche nach dem „Genetischen Zwilling“ (Oldenburg). Alle 45 Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch neu an Leukämie. Auch der 33-jährige Steffen aus Oldenburg hat Leukämie. Für viele Patienten ist die Übertragung gesunder Stammzellen die einzige Überlebenschance. Um ihm und auch anderen Patienten zu helfen, rufen die Oldenburger Universität, das Pius-Hospital, das Klinikum Oldenburg und die niedergelassenen Onkologen der Stadt gemeinsam mit der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei gemeinnützige Gesellschaft mbH) die Bevölkerung auf, sich typisieren zu lassen. Zu diesem Zweck findet am Donnerstag, 10. Juni 2010 zwischen 10 und 16 Uhr eine große Typisierungsaktion im Mensa-Foyer der Universität Oldenburg statt. Nicht nur finanziell, sondern auch personell unterstützt die Oldenburgische Landesbank die Aktion. Die Typisierung ist kostenlos, Spenden werden aber gern angenommen.

Oldenburg, den 3. Juni 2010. Typisierungsaktion

Obwohl in der DKMS als weltweit größter Datei über zwei Millionen Menschen als potenzielle Stammzellspender registriert sind, konnte für viele Leukämie-Patienten bislang kein „genetischer Zwilling“ gefunden werden. Jeder zwischen 18 und 55 Jahren, der in guter gesundheitlicher Verfassung ist, kann sich typisieren lassen. Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung werden dem Spender fünf Milliliter Blut abgenommen, das dann auf seine Gewebemerkmale untersucht wird. Wer bereits in der Vergangenheit typisiert wurde, braucht nicht an der Registrierung teilzunehmen. Die Daten stehen weiter zur Verfügung.

Empfänger

Eine der Glücklichen, für die ein Spender in der Datei der DKMS ausfindig gemacht werden konnte, ist Petra P. aus Lindern. Sie erhielt 2009 in Oldenburg ihre Knochenmarkspende. „In dieser Datei wurde mein passender Spender letztlich gefunden. Es ist wichtig, dass die Spenderdatei immer größer wird. In Lindern haben wir auch eine Typisierungsaktion durchgeführt. Über 2000 Spender haben sich damals registrieren lassen. Für mich war bei der Aktion der richtige zwar nicht dabei, aber vier anderen Leukämieerkrankten konnte durch diese Aktion geholfen werden.“, wirbt die 41-Jährige dafür, sich typisieren zu lassen.Spender

Jan B. aus Oldenburg hat sich typisieren lassen und 2008 war es dann soweit. Er war der passende Spender für einen Leukämiepatienten in den USA. „Ich war damals erstaunt, dass ich tatsächlich ausgewählt wurde. Es war aber auch ein tolles Gefühl, jemandem helfen zu können.“, erzählt der 26-Jährige und ergänzt: „Ich würde es jederzeit wieder tun.“

Alle die, die sich vorab noch genauer informieren wollen, können dies am Vortag, Mittwoch, den 9. Juni, 14 - 16 Uhr im Bibliothekssaal der Universität tun. Hier beantworten Experten Fragen zum Thema Stammzellspende.

Hintergrund zur Typisierungsaktion

2006 fand das erste Mal eine Typisierungsaktion an der Universität Oldenburg statt. Damals richtete sich die Aktion an Angehörige der Universität. „Wir möchten in diesem Jahr Studierende sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter motivieren, die bei der letzten Aktion noch nicht dabei waren. Aber wir hoffen auch, dass viele Spender aus Oldenburg und der Umgebung kommen werden.“, erklärt die Präsidentin der Universität Prof. Dr. Babette Simon, die auch die Schirmherrin der Aktion ist.

In Oldenburg werden seit 2008 Transplantationen mit Knochenmarkspenden von Angehörigen oder fremden Personen durchgeführt. „52 Transplantationen haben wir bereits durchgeführt. Davon waren immerhin die Hälfte Transplantationen mit Fremdspenden. Das zeigt die Bedeutung der DKMS-Spenderdatei und deshalb unterstützen alle Onkologen und Radioonkologen – egal ob niedergelassen oder in Krankenhäusern tätig - die Typisierungsaktion.“, führt Prof. Dr. Jochen Casper, Leitender Oberarzt der KMT-Station der Klinik für Onkologie am Klinikum Oldenburg aus.

Heinrich Schrand, Leiter des DKMS-Stützpunktes im Pius-Hospital weist noch auf eine andere Möglichkeit hin, zu helfen: „Die Registrierung und Typisierung eines Spenders kostet die DKMS 50 Euro. Als gemeinnützige Gesellschaft ist die DKMS bei der Spenderneugewinnung allein auf Geldspenden angewiesen. Deshalb kann auch durch Spenden geholfen werden. Jeder Euro hilft.“

Spendenkonto: Kreissparkasse Tübingen, Spendenkonto 255556, BLZ 64150020, Stichwort: UNI 077.

Weitere Informationen unter www.dkms.de

Ansprechpartner für die Pressevertreter:

Für Fragen zur DKMS:

DKMS-Stützpunkt Pius-Hospital; Heinrich Schrand, Tel. 0441/ 229-1341; heinrich.schrand@pius-hospital.de

Für Fragen zur Typisierungsaktion: Universität Oldenburg: Dr. Corinna Dahm-Brey, Leiterin Presse & Kommunikation, Tel. 0441/798-2892 corinna.dahm@uni-oldenburg.de

Für Fragen zur Knochenmarktransplantation: Klinik für Onkologie, Klinikum Oldenburg; Tel.:0441/403-2611; onkologie@klinikum-oldenburg.de



Ihr Ansprechpartner:
Barbara Delvalle, eMail delvalle.barbara@klinikum-oldenburg.de
 
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