Am Dienstag, den 31. Oktober 2006 besuchte die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Dr. Ursula von der Leyen das Elisabeth-Kinderkrankenhaus im Klinikum Oldenburg. Sie informierte sich vor Ort in ihrer Funktion als Schirmherrin des Projektes über die Arbeit des Verbundes Pädiatrische Onkologie Weser-Ems. Die Bilanz seit der Gründung des Verbundes Ende 2001 kann sich sehen lassen.
Oldenburg, den 3. November 2006.
Das Projekt Pädiatrische Onkologie Weser-Ems
Jährlich wird im Weser-Ems-Gebiet bei circa 60 Kindern und Jugendlichen eine Krebserkrankung neu diagnostiziert. Viele bösartige Krebserkrankungen im Kindes- und Jugendalter sind heute heilbar. Die Behandlungserfolge werden dadurch erreicht, dass die betroffenen Patienten nach einheitlichen Therapieprotokollen an spezialisierten Zentren behandelt werden. „Aber die wirksame und intensive Chemotherapie hat auch große Risiken und bedarf einer engmaschigen Kontrolle der Patienten in den therapiefreien Zeiten. Durch die langen Anfahrtswege im Weser-Ems-Gebiet kam es zusätzlich bei den Betroffenen zu einer Mehrbelastung hinsichtlich Zeit und Kosten, was sich natürlich auch negativ auf die Psyche der kranken Kinder und ihrer Eltern ausgewirkt hat“, erzählt Privat-Dozent Dr. Hermann Müller, Direktor der Klinik für Allgemeine Pädiatrie, Hämatologie/Onkologie und zuständig für die Onkologieabteilung im Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Klinikums Oldenburg, „Ende 2001 gründete sich deshalb der Verbund Pädiatrische Onkologie Weser-Ems. Ziel des Verbundes ist es, den betroffenen Patienten und ihren Familien eine möglichst wohnortnahe kompetente Betreuung zu bieten.“ Der Verbund ist ein Zusammenschluss aus Kinderärzten der Kliniken Aurich, Delmenhorst, Emden, Leer, Lingen, Meppen, Nordhorn, Oldenburg, Papenburg, Vechta, Wilhelmshaven sowie Selbsthilfegruppen und ambulanten Pflegediensten.
Das Projekt heute
Durch verbesserte Koordination der regionalen medizinischen Angebote ließen sich die Betreuung der kleinen Patienten verbessern und die Kosten und Risiken langer Transportwege reduzieren.
Dr. Kathrin Evers, Verbundassistentin und Britta Neubauer, Medizinische Dokumentarin im Verbund bekamen für zwei Jahre ein neues Dienstfahrzeug von der Volkswagen AG zur Verfügung gestellt. Ende 2005 wurde zudem mit Unterstützung der Carreras-Stiftung ein ambulanter Dienst für onkologische Patienten aufgebaut, der die erkrankten Kinder und Jugendlichen und ihre Familien zuhause betreut beziehungsweise die häusliche Betreuung koordiniert. Von Oktober 2005 bis September 2006 konnten damit den Familien in der Weser-Ems-Region insgesamt über 44.000 Kilometer erspart werden - Tendenz steigend.
Auch die Bundesministerin Frau von der Leyen zog ein positives Fazit: „Es ist großartig, wie hier eine ganze Region medizinische Ressourcen bündelt, damit schwerkranke Kinder so viel Zeit wie möglich mit ihren Angehörigen verbringen können. Als Ärztin weiß ich gut, dass gerade für die kleinen Patienten die Nähe der Familie ebenso wichtig für die Heilung ist wie die beste ärztliche Versorgung. Das Netzwerk zur wohnortnahen Versorgung krebskranker Kinder und Jugendlicher in der Region Weser-Ems ist ein Beispiel, das Schule machen sollte. Deswegen unterstütze ich es als Schirmherrin aus ganzem Herzen."
Ihr Ansprechpartner:
Barbara Delvalle, eMail delvalle.barbara@klinikum-oldenburg.de
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