Wenn Kinder zu früh geboren werden, sind sie häufig kleiner als Neugeborene, die zum errechneten Geburtstermin auf die Welt kommen. Es gibt aber auch Früh- und Neugeborene, die bereits während der Schwangerschaft zu klein sind. Ca. 5% aller neugeborenen Kinder leiden an einer solchen vorgeburtlichen Wachstumsverzögerung. Erkrankungen der Mutter oder des Kindes können dafür verantwortlich sein. Die gute Nachricht ist, dass ca. 80% aller Neugeborenen mit vorgeburtlicher Wachstumsverzögerung in den ersten Lebensjahren den Rückstand aufholen und normal wachsen. Welche Neugeborenen zu den 20% der Kinder gehören, die den Wachstumsrückstand nicht aufholen, kann man bislang nicht vorhersagen. Licht ins Dunkel möchte eine wissenschaftliche Untersuchung bringen, die derzeit in der Klinik für Allgemeine Pädiatrie im Elisabeth-Kinderkrankenhaus durchgeführt wird. Um die Kinder auch langfristig begleiten zu können, hat die Klinik jetzt eine Sprechstunde für zu klein Geborene eingerichtet.
Oldenburg, den 12. October 2007.
In den letzten 12 Monaten wurden 312 Neugeborene, die in der Frauenklinik des Klinikums Oldenburg entbunden wurden, im Rahmen dieser wissenschaftlichen Untersuchung erfasst. In Zusammenarbeit mit den Geburtshelfern haben Schwester Kathrin Gerstmann und Prof. Dr. Hermann Müller aus der Kinderklinik die Neugeborenen gemessen und die Eltern befragt. „Von 248 Neugeborenen, deren Ergebnisse ausgewertet werden konnten, hatten 32 Kinder eine vorgeburtliche Wachstumsverzögerung.“, berichtet Prof. Dr. Hermann Müller, Direktor der Klinik für Allgemeine Kinderheilkunde, Hämatologie und Onkologie, „Ziel der Untersuchung ist es herauszufinden, welche Kinder in den nächsten vier Jahren den Wachstumsrückstand aufholen.“
Daher wird jetzt allen an der Untersuchung beteiligten Eltern von Kindern mit vorgeburtlicher Wachstumsverzögerung angeboten, ihr Kind im Rahmen jährlicher Kontrollen in der neu eingerichteten Sprechstunde für „zu klein Geborene“ des Elisabeth-Kinderkrankenhauses regelmäßig zu untersuchen. Die Fahrtkosten zur ambulanten Vorstellung werden im Rahmen der wissenschaftlichen Untersuchung den Eltern erstattet. Schwester Kathrin Gerstmann wird die kleinen Patienten messen, zusammen mit Prof. Dr. Hermann Müller untersuchen und die Eltern beraten. Schwester Kathrin ist seit 2005 als Forschungs- und Studienassistentin in der Klinik für Kinderheilkunde, Hämatologie/Onkologie tätig.
Ihr Ansprechpartner:
Prof. Dr. Hermann Müller, eMail mueller.hermann@klinikum-oldenburg.de
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