Bis zu 80 Prozent aller Infektionskrankheiten werden über die Hände übertragen. Viren, Bakterien oder Pilze werden im wahrsten Sinne des Wortes von Hand zu Hand gereicht. Seit 2008 läuft deshalb die bundesweite Kampagne „AKTION Saubere Hände“, an der sich alle drei Oldenburger Krankenhäuser beteiligen. Erstmalig seit Beginn der Kampagne gab es für die teilnehmenden Kliniken die Möglichkeit ein Zertifikat zur Händedesinfektion zu erwerben. Das Klinikum Oldenburg hat bereits alle Anforderungen für das Zertifikat in Silber erfüllt und das Zertifikat in der vergangenen Woche erhalten. Das Klinikum ist damit in der Weser-Ems-Region die erste Klinik, die dieses Zertifikat bekommen hat. Es wird für ein Jahr vergeben, aber damit wird sich das Klinikum nicht zufrieden geben. Bereits im Herbst – so Projektleiterin Hildegunda Sextro - werden alle Anforderungen für die Gold-Zertifizierung erfüllt sein.
Oldenburg, den 6. September 2011.
„Die Umsetzung von Hygienemaßnahmen zum Schutz vor Infektionen hat in den Oldenburger Kliniken einen großen Stellenwert. Jetzt haben wir sozusagen die offizielle Bestätigung erhalten, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Das freut uns natürlich.“, sagt Geschäftsführer Rudolf Mintrop und Dr. Jörg Herrmann, Direktor des Instituts für Krankenhaushygiene Oldenburg, ergänzt: „Wir möchten den größtmöglichen Schutz vor der Übertragung von Infektionen im Krankenhaus bieten. Eine tragende Säule dazu ist die richtige Händedesinfektion. Dazu gehört selbstverständlich auch die regelmäßige Überprüfung der Vorgaben bezüglich der Händedesinfektion.“
Die Gold-Zertifizierung ist in greifbarer Nähe. Dazu fehlt nur noch eine zweite so genannte Compliance-Messung auf den Intensivstationen. Dabei wird ohne vorherige Ankündigung überprüft, ob Mitarbeiter die Vorgaben der Händedesinfektion auch einhalten. „Bis auf diese Messung haben wir alle Kriterien erfüllt. Bis Ende des Jahres haben wir auch das erfolgreich bestanden.“, ist sich Projektleiterin und Hygienefachkraft Hildegunda Sextro sicher, „Natürlich können und wollen wir in unseren Bemühungen, die Händehygiene zu verbessern, nicht nachlassen. Die Händedesinfektion bleibt auch weiterhin unser wichtigstes Instrument zur Unterbrechung von Infektionsketten.“ Das Klinikum möchte sich aber nicht nur auf Zertifizierungen und regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter verlassen. Dr. Jörg Herrmann weist darauf hin: „Wir fordern auch aktiv unsere Patienten und die Angehörigen auf, wenn sie einmal bezüglich der Händedesinfektion Grund zur Beanstandung haben, uns anzusprechen.“
Hintergrundinformationen
Derzeit nehmen 646 bettenführende Krankenhäuser an der Aktion teil. Davon haben (Stand 31.08.2011) acht Kliniken „Gold“ und 22 Kliniken „Silber“ erreicht. In Niedersachsen wurde nur einmal Gold an die Medizinische Hochschule Hannover vergeben, und nur vier Kliniken haben eine Silber-Zertifizierung bekommen.
Eine Übersicht der teilnehmenden Krankenhäuser und der bereits erworbenen Zertifikate ist unter www.aktion-sauberehaende.de einsehbar.Diese Zertifikate sind, je nach Leistung der teilnehmenden Klinik, in drei Stufen unterteilt :Bronze, Silber und Gold. Für Bronze müssen beispielsweise die Fortbildungen zur Händedesinfektion in den teilnehmenden Stationen durchgeführt sein. Bei Silber ist ausschlaggebend, ob es eine Lenkungsgruppe im Haus gibt, die sich dem Thema regelmäßig widmet. Zudem ist Voraussetzung, dass das Haus regelmäßig Aktionstage durchführt und es muss eine Steigerung des Händedesinfektionsmittelverbrauchs auf den Stationen zu verzeichnen sein. Für Gold sind die Anforderungen bezüglich Spenderausstattung, Händedesinfektionsverbrauch und Mindestzahl von Stationen, in denen die Kampagne umgesetzt wird, nochmals höher und zusätzlich sind Messungen, ob die Vorgaben auch umgesetzt werden, Pflicht.
Das Zertifikat ist jeweils für 1 Jahr gültig.
Weiterführende Informationen:
www.aktion-sauberehaende.de
Ihr Ansprechpartner:
Hildegunda Sextro, eMail sextro.hildegunda@klinikum-oldenburg.de
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