Wie wird die Therapie entschieden?
Jeder Patient mit einer onkologischen Erkrankung (Krebs eines Organs) wird interdisziplinär besprochen. Was bedeutet das an einem Tisch Chirurgen, Gynäkologen, Urologen, Radiologen, Onkologen und Gastroenterologen sitzen, sowie, evtl. per Telefon, Strahlentherapeuten hinzugezogen werden.
Sie besprechen die einzelnen Patienten, egal auf welcher Station sie zur Zeit liegen, um die weitere Behandlung zu besprechen. Es gibt Erkrankungen, die müssen nur operiert werden und sind damit geheilt (kurative Therapie). Es gibt Erkrankungen, die müssen erst mit Chemotherapie vorbehandelt werden, damit sie so klein werden, dass sie operiert werden können (neoadjuvant). Es gibt Erkrankungen, die operativ entfernt wurden, aber so groß waren, dass zur Sicherheit noch z.B. eine Chemotherapie notwendig ist, um die Gefahr eines Rezidives zu vermeiden. Und es gibt Erkrankungen, die nicht heilbar sind (palliative Therapie), wo jedoch das Ziel ist, Komplikationen zu verhindern (z.B. den Darmverschluss beim Darmkrebs) oder den Tumor im Wachstum zu hindern.
Je nach Erkrankung wird entschieden, ob eine OP, Strahlentherapie, Immun- oder Chemotherapie oder eine Kombination sinnvoll ist. Die Therapie wird genau mit Ihnen besprochen.
Sollten Sie eine hämatologische Erkrankung haben, ist in der Regel die Chemotherapie Mittel der Wahl, z.T. in Kombination mit einer Strahlentherapie.
Viele Therapien werden in Studien durchgeführt. Das bedeutet, dass nicht irgendeine Therapie durchgeführt wird, sondern eine Therapie, die auf den Erfahrungswerten der Vergangenheit beruht plus eine Neuerung, die eine Optimierung der Therapie verspricht. Die angebotene Therapie ist mindestens genauso wirksam wie die Standardtherapie nach den Richtlinien der Medizin.
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