Im Rahmen der Behandlung des Prostatakarzinoms durch Operation oder Bestrahlung ist es von großer Bedeutung, die der Prostata zugeordneten Lymphknoten (Filterstationen) auf mögliche Tumor-Absiedlungen (Metastasen) zu untersuchen. Hierbei ist es wichtig, auch kleinste Veränderungen (Mikrometastasen), die mit den üblichen Untersuchungen vor der Operation (z.B. Computertomographie u. a.) nicht entdeckt werden können, aufzusuchen und zu entfernen.
Die allgemein übliche Technik der Lymphknotenoperation erfasst allenfalls die Hälfte der Lymphknoten, in denen Metastasen vorkommen können. Diese unbefriedigende Situation hat dazu geführt, dass eine Technik entwickelt wurde, die sich bereits in anderer Weise beim Krebs der weiblichen Brust und beim Hautkrebs bewährt hat.
Dabei wird am Tag vor der Operation eine lymphgängige, radioaktiv markierte Substanz unter Ultraschallkontrolle in lokaler Betäubung in die Prostata eingespritzt. Dieser Vorgang ist harmlos und weniger unangenehm als die Entnahme der Gewebeprobe aus der Prostata (Biopsie). Die Strahlendosis liegt in einem Bereich, der einen speziellen Schutz für Patienten, Angehörige und Personal verzichtbar macht.
Während der Operation werden die radioaktiv markierten Lymphknoten mit Hilfe einer speziellen Sonde - eine Art Geigerzähler - aufgesucht und anschließend entfernt.
Dieses neue Behandlungskonzept hat den wesentlichen Vorteil, dass für jeden Patienten seine ihm eigene Lymphknoten-Anordnung erkannt und damit auch entfernt werden kann. Im Falle von mikroskopisch kleinen Tumorabsiedlungen in diesen Lymphknoten ist zu erwarten, dass deren Beseitigung für den Patienten Vorteile bietet.
Diese neue Technik ist darüber hinaus bei vielen Patienten in der Lage, die Lymphknotenentfernung auf den wirklich wichtigen Bereich zu beschränken und dadurch die Rate von Nebenwirkungen wie Lymphfisteln u. a. zu reduzieren.
Eine Aussage darüber, ob die Lymphknoten befallen sind oder nicht, kann erst nach sorgfältigen Gewebeuntersuchungen im Institut für Pathologie gemacht werden. Da die Analysen besonders aufwendig sind, können definitive Aussagen erst nach ca. 5 Tagen erwartet werden.

Sonden für die Ortung der radioaktivbeladenen Lymphknoten während der Operation
14.03.2012:
(Vortrag)
Dagegen läßt sich etwas tun!