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Antworten auf Ihre Fragen

Unsere Experten geben Ihnen Antworten.

Frage:

meine Mutter ist 85 Jahr alt und hat seit längerer Zeit Probleme wegen Stuhlinkontinenz.Immer wieder geht unbeabsichtigt Stuhl ab. Besteht für sie eine Möglichkeit der Hilfe?

Antwort von
Petra Jürgens

Je nach Ursache für den unfreiwilligen Stuhlverlust gibt es verschiedene Hilfsmittel sowie Therapien, die die Lebensqualität deutlich verbessern können. So können zum Beispiel Ernährung, Trinkmenge und Bewegung
die Verdauung und damit die Stuhlausscheidung beeinflussen. Andererseits gibt es natürlich organische Störungen die durch einen Arzt abgeklärt werden sollten. Sie können sich dazu an Ihren Hausarzt oder an einen Gastroenterologen wenden.


Frage:

"Zu Hause mit einem Blasenkatheter" Vor 2 1/2 Monaten wurde ich in Ihrer Einrichtung operiert - Blasenhalssuspension mittels Zoedlerband. Es besteht eine gute Harnkontinenz! Aufgrund erhöhter Restharnwerte wurde der suprapubische Fistelkatheter bis dato belassen. Mitte Oktober erlitt ich eine Zystitis mit Pyelonephritis und beg. Sepsis. Im hiesigen Krankenhaus wurde ich stationär behandelt. Im Rahmen dieser Behandlung stelle sich wegen einer bekannten Penicillin-Allergie eine allergische Hautreaktion ein. Inzwischen habe ich wieder einen Harnwegsinfekt und mein behandelnder Urologe verschrieb mir ein fünftes Antibiotikum, nachdem ich auf die anderen vier Medikamente ebenfalls allergisch reagierte. Seit drei Wochen trage ich nun tagsüber einen Beinkatheter und führe deshalb kein Blasentraining durch.
Frage: Welche Perspektive habe ich, wenn sich häufig Infekte einschleichen und somit die Entfernung des Fistelkatheters immer wieder hinauszögert?

Antwort von
Petra Jürgens

Ihre Anfrage ist sehr speziell und eine Antwort erfordert eine persönliche Vorstellung, um die jetzt vorliegende Problematik zu klären.
Urologische Sprechstunde im Klinikum: Telefon 0441/403-2669


Frage:

Ich bin achtunddreißig Jahre alt. Vor fünf jahren habe ich ein Kind bekommen und seitdem eine leichte Blasenschwäche. Vor allen Dingen beim Sport muss ich schon sehr aufpassen, dass nichts passiert. Kann ich jetzt auch noch nach Jahren diese Blasenschwäche gezielt zu hause mit bestimmten Übungen beheben oder verbessern? Wird diese Blasenschwäche mit den Jahren schlimmer?

Antwort von
Petra Jürgens

Es ist nicht zu erwarten, dass eine Blasenschwäche (Stressinkontinenz)durch krankengymnastische Übungen behoben werden kann. Es ist allerdings möglich, durch eine derartige Behandlung eine Besserung herbeizuführen.
Eine Verschlimmerung ist nicht auszuschließen, vor allem wenn schwere körperliche Arbeiten ausgeübt werden, die mit
Heben und Tragen von Lasten verbunden sind. Auch weitere Geburten können zu einer Zunahme der Beschwerden führen.


Frage:

Ich bin 40, habe ein Kind (6 Jahre). Ich bin inkontinent und 1997 wurde bei mir die Blase hochgelegt, weil ich ständig Urin verlor. Es ging eine Weile gut, aber dann fing es wieder an. Schlimmer als vorher. 2001 bin ich wieder operiert worden. Es wurde die Gebärmutter entfernt und die Blase hochgelegt (beides kam mittlerweile unten raus). Es ist aber nicht besser geworden. Ich verliere weiterhin bei Anstrengung, Lachen usw. Urin. Jetzt bekomme ich Medikamente die die Reizblase etwas verringert haben. Die Dranginkontinenz ist aber noch da. Ich muß noch erwähnen, daß die Geburt damals sehr schwer (Saugglocke...) war. Ich habe jahrelang Beckenbodengymnastik gemacht - ohne einen klitzekleinen Erfolg! Jetzt meint mein Urologe sollten wir es mal mit Reizstrom probieren. Was soll das jetzt noch bringen? Ich habe auf gut deutsch "die schnauze voll", ich kann nicht mehr. Jetzt habe ich etwas vom künstlichen Blasenschließmuskel gelesen. Wäre das die Lösung??? Was kann ich noch tun? Vielen Dank für Ihre Hilfe!!!

Antwort von

Ein künstlicher Blasenschließmuskel kann bei hartnäckigen Inkontinenzen eine sehr gute Hilfe sein. Dies setzt aber voraus, daß es sich um eine Streß - oder Belastungsinkontinenz handelt. Bei einer Dranginkontinenz oder Reizblase ist ein künstlicher Blasenschließmuskel in der Regel nicht möglich, da er die Inkontinenzbeschwerden eher verstärkt. Unter besonderen Bedingungen kann aber auch dann ein solcher Schließmuskel angelegt werden.

Um zu klären, ob bei Ihnen ein künstlicher Schließmuskel
hilfreich ist, sind weitergehende Untersuchungen, insbesondere Druckmessungen der Blase, erforderlich. Bei reiner Streßinkontinenz kann der künstliche Schließmuskel eine sehr gute Hilfe sein.


Frage:

Ich leide schon seit einiger Zeit unter Inkontinenz. Gibt es in Oldenburg und Umgebung Treffen von Patienten, die ebenfalls damit zu tun haben?

Antwort von
Petra Jürgens

Direkt in Oldenburg gibt es solch eine Gruppe meines Wissens noch nicht. Sie haben jedoch die Möglichkeit, an den Treffen der GIH - Selbsthilfegruppe in Wilhelmshaven teilzunehmen. Die GIH ist die "Gesellschaft für Inkontinenzhilfe e.V.".

Kontakt:
Frau B. Drews, Herbartstraße 51, 26384 Wilhelmshaven.

Die dortige Gruppe trifft sich jeden 1. Dienstag im Monat, um 16.00 Uhr im Wohnstift am Rathaus, Grenzstr. 74.


Frage:

Seit ich vor 3 Jahren einen Schlaganfall hatte, habe ich Schwierigkeiten mit der Verdauung. Außerdem habe ich starke Blähungen. Manchmal geht mit den Blähungen auch etwas Stuhl in die Unterwäsche. Eine Zeit lang habe ich deshalb Abführmittel genommen, um den Stuhlgang zu regulieren. Wenn ich zu Hause bin, geht es, ich komme dann schnell genug zur Toilette und kann auch die Wäsche wechseln .Jetzt traue ich mich aber nur noch selten aus dem Haus, weil ich Angst vor dem Stuhlabgang und evtl. Geruch habe. Gibt es etwas, was den Stuhl zurückhält, vielleicht so etwas wie einen „Korken“ für den Darm?

Antwort von
Petra Jürgens

So etwas ähnliches gibt es tatsächlich. Es nennt sich aber nicht Korken – sondern Analtampon. Dieser Tampon besteht aus einem schaumstoffähnlichen Material, daß mit einer Folie ummantelt ist. Der Tampon wird mit der Folie in den Enddarm eingeführt (zum leichteren Einführen liegt der Packung ein Gleitgel bei). Durch die Wärme und Feuchtigkeit im Darm löst sich die Folie auf und der Tampon quillt auf und dichtet so den Darm ab. Blähungen können trotzdem entweichen. Der Tampon kann bis zu 12 Stunden im Darm verbleiben. Er wird beim nächsten Stuhlgang herausgedrückt, oder kann mit dem Faden wieder entfernt werden. Probieren Sie den Tampon erstmal zu Hause aus, wie ist das Fremdkörpergefühl, wie lange können/wollen Sie das Produkt tragen, usw.


Frage:

Ich bin schon lange Zeit bei meinem Urologen in Behandlung. Ich verliere manchmal etwas Urin. Jetzt hat der Arzt festgestellt, daß meine Blase nicht mehr richtig leer wird, wenn ich zur Toilette gehe. Er hat gesagt, daß das für die Blase nicht gut ist. Und er hat gesagt, daß ich vielleicht lernen muß, die Blase mit einem Katheter zu entleeren. Ich hab´mich nicht getraut zu fragen wie das geht. Können Sie mir das sagen?

Antwort von
Petra Jürgens

Ihr Urologe hat bei der Untersuchung gesehen, daß Ihre Blase sich von allein nicht mehr vollständig entleert, d.h. sie haben einen sogenannten „Restharn“. Das ist für die Blase auf Dauer schlecht. Deshalb kann man lernen, die Blase mit speziellen Kathetern ca. 4 – 6 mal am Tag zu entleeren und sie so immer ganz leerlaufen zu lassen.

Diese Katheter sind extra für das häufige Katheterisieren besonders durchdacht hergestellt, damit es zu keinen Verletzungen der Harnröhre kommt. Ihr Urologe wird Ihnen genau zeigen, wie das gemacht wird. Fragen Sie ihn ruhig.


Frage:

Ich bin 58 Jahre alt und habe 4 Kinder. Seit einiger Zeit habe ich Schwierigkeiten wenn ich lachen oder husten muß. Da verliere ich dann einige Tropfen Urin. Das ist mir sehr unangenehm. Was soll ich machen?

Antwort von
Petra Jürgens

Bei Frauen, die mehrere Kinder bekommen haben, ist die Muskulatur des Beckenbodens nicht mehr so stabil, mit zunehmendem Alter erschlafft sie auch etwas.

Bei Anstrengung, wie zum Beispiel etwas Schweres zu heben oder wie Sie sagen, beim Niesen oder Husten geht dann Urin ab. Häufig sagen die Patientinnen auch, daß ihnen das besonders passiert, wenn die Blase voll ist. Diese Form der Inkontinenz wird medizinisch als „Streß-Inkontinenz“ bezeichnet.

Der „Streߓ ist hier dann das Niesen, Husten, Heben. Ein Besuch bei ihrem Gynäkologen kann abklären, ob der Grund dafür z.B. eine Gebärmuttersenkung ist, die behandelt werden kann. Begleitend können Sie durch Beckenbodengymnastik ( zu erlernen bei der Physiotherapie ) Ihren Beckenbodenmuskulatur wieder kräftigen.

Um ein Durchnässen der Wäsche zu verhindern, sollten Sie spezielle Inkontinenzvorlagen verwenden, die es in vielen Größen und Saugstärken in der Apotheke oder dem Sanitätsfachhandel gibt. Dort können Sie auch Muster zum Probieren erhalten


Frage:

Mein Mann wurde vor einiger Zeit an der Prostata operiert. Da hatte er nach der Operation einen Katheter. Seitdem der Katheter raus ist, verliert er immer wieder Urin. Manchmal soviel, daß die Unterwäsche und die Hose naß ist. Er benutzt Binden, die ich früher auch benutzt habe. Gibt es noch was Besseres?

Antwort von
Petra Jürgens

Ich nehme an, daß ihr Mann sich auch nach der Operation weiterhin in urologischer Behandlung befindet. Also richte ich meine Aufmerksamkeit vornehmlich auf die Hilfsmittel-Versorgung.

Männer können prinzipiell die gleichen Vorlagen benutzen wie die Frauen,es gibt jedoch noch zwei spezielle „Herren-Versorgungen“:

1. sog. „Tropfenfänger“: dies sind speziell geformte Vorlagen, die über den Penis bzw. über Penis und Hoden gestülpt werden und mit einem Klebestreifen in der Unterhose befestigt werden können. Diese Produkte sind jedoch für die leichtere Inkontinenz beim Mann empfehlenswert.

2. Außerdem gibt es eine spezielle Herrenvorlage, die anatomisch geformt ist und auch bei schwallartigen Entleerungen sicher ist. (Name und Hersteller auf Anfrage)

3. Kondomurinale: Wie der Name schon sagt handelt es sich um Kondome, die an der Spitze eine Öffnung haben, so daß ein Verbindungsschlauch angesteckt wird, der in einen Beutel führt, der am Ober / Unterschenkel getragen wird.


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