Durch Verkalkung verengte Arterien des Herzens - Herzkranzgefäße - werden seit den Fünfziger Jahren mit körpereigenen Gefäßen überbrückt. Diese Operation nennt sich, da die Gefäße in den meisten Fällen in den herznahen Teil der Hauptschlagader (Aorta) implantiert werden, aortakoronare Bypassoperation. Für derartige Operationen wird in den meisten Fällen neben der linken inneren Brustwandarterie die Vena saphena magna, eine im Unterhautfettgewebe liegende, das ganze Bein durchziehende Vene, verwendet.
Üblicherweise wird die Vene durch einen langen Hautschnitt freigelegt, präpariert und anschließend entnommen. Ein leicht abgeändertes Operationsverfahren zeichnet sich durch mehrere kurze Hautschnitte aus, hierbei wird die Vene zur Entnahme unter den verbleibenden Hautbrücken durchgezogen.
Aufgrund einer relativ großen Wundfläche können in Einzelfällen allerdings Wundheilungsstörungen und anhaltende Schmerzen auftreten. Diese Komplikationen treten bei Patienten, die an Zuckerkrankheit leiden, die unter Durchblutungsstörungen der Beine haben oder bei übergewichtigen Personen gehäuft auf. Aus diesen Gründen wurden in den letzten Jahren Verfahren entwickelt, die es erlauben, die Vene auf minimal-invasive, endoskopische Weise zu gewinnen.
Bei einer gängigen Technik wird die Vena saphena magna mit nur drei kleinen Hautschnitten - in der Leiste, knienah und an der Innenseite des Fußknöchels - freigelegt. In diese Öffnungen kann ein endoskopisches Instrument, das mit einer Lichtquelle und einer Miniaturkamera ausgestattet ist, über der Vene vorgeschoben werden. So entsteht ein Tunnel in dem man nach Verschließen der Seitenäste die Vene aus dem umgebenden Fettgewebe lösen kann. Die am Ende abgebundene und durchtrennte Vene wird abschließend aus dem Bein gezogen und als Bypassgefäß verwendet.
Durch eine Verbesserung des endoskopischen Instrumentariums erlaubt ein neueres Verfahren die gesamte Vene nur über einen knienahen Hautschnitt zu gewinnen. Dadurch kann man auf einen Schnitt in der Leiste - einer für Infektionen besonders anfälligen Körperregion - verzichten.
Ein weiteres endoskopisches Verfahren wird ohne Miniaturkamera durchgeführt, hierbei verwendet man spezielle Instrumente mit einer fiberoptischen Lichtquelle, die es ermöglichen über mehrere kleine Hautschnitte unter Erhaltung von größeren Hautbrücken die Vene zu entnehmen.
Bei bestimmten anatomischen Verhältnissen - etwa bei besonders schlanken Patienten mit wenig Unterhautfettgewebe - ist eine minimal invasive, endoskopische Venenentnahme nicht praktikabel.
Welche Entnahmetechnik bei dem einzelnen Patienten in Betracht und schließlich zur Anwendung kommt, hängt somit von einer Reihe individueller Faktoren, wie Begleiterkrankungen oder besonderen anatomischen Verhältnissen, ab. Dies sollte vom jeweiligen Operateur in Absprache mit dem Patienten diskutiert werden. Bei der Notfallsituation ist das schnellste Verfahren, die offene Venenentnahme zu favorisieren.
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