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Leistenbruch

Bei einem Leistenbruch wölbt sich Fett oder Darm im Unterbauch infolge einer Aufweitung des Leistenkanals nach außen vor und ist hier als Vorwölbung tastbar. Es treten ziehende Schmerzen durch den Druck des Bruchsackes auf. Es kann sogar zur Einklemmung des Darmes im Bruchsack kommen, was zu einer Notfalloperation führt.
Es gibt auch sogenannte kindliche angeborene Leistenbrüche bei Kindern oder jungen Männern, die durch einen mangelhaften Verschluss des inneren Leistenringes nach der Wanderung des Hodens in den Hodensack verursacht sind.
Auch Frauen können, seltener als Männer, an einem Leisten- oder Schenkelbruch leiden.

Seit Jahrzehnten wird weltweit der Leistenbruch durch eine offene Operation mit einem Schnitt über der Leistenregion, durch Abtragung des Bruchsackes und Nahtverschluss der Bruchpforte bewährt und erfolgreich behandelt (Op. nach Shouldice).
In den letzten zehn Jahren wurden verschiedene Techniken der minimal invasiven Leis-tenbruchbehandlung entwickelt. Eine gesicherte Überlegenheit der endoskopischen Operations-verfahren beim unkomplizierten einseitigen Leistenbruch des gesunden Patienten besteht nach aktuellen Erkenntnissen nicht.
Anders sieht es bei einem Wiederauftreten des Leistenbruches aus, d. h. wenn bereits eine offene Operation nicht zu einem dauerhaften Bruchverschluss geführt hat und der Bruch wieder auf-getreten ist. Hier ist zur Zeit in unserer Klinik in der Regel die Indikation zu einem minimal invasiven, sogenannten präperitoneal endoskopischen Verfahren mit Einpflanzen eines Kunststoffnetzes von innen in die Bauchdecke zur Abdeckung der Bruchlücke gegeben. So können auch Patienten, bei denen bereits mehrfach erfolglos ein Bruchverschluss mit offener Operation versucht wurde, erfolgreich behandelt werden.
Auch bei beiderseits aufgetretenen Brüchen bietet sich ein gewisser Vorteil für die minimal invasive Operationsmethode, da in einem Eingriff problemlos beide Seiten simultan mit einem Kunststoffnetz von innen verschlossen werden können. Dieses wird daher in unserer Klinik für diese Fälle ebenfalls angeboten. Alternativ können natürlich beide Seiten über einen Leistenschnitt mit dem konventionellen Operationsverfahren versorgt werden.



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