Chronisches Sodbrennen durch Zurückfließen von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre hat sich in den letzten Jahren zu einer zunehmend häufigen Erkrankung entwickelt. Die hieraus entstehenden Veränderungen der Schleimhaut der unteren Speiseröhre und chronische Entzündungen (Refluxösophagitis) können zu einer Tumorentwicklung führen. Üblicherweise erfolgt nach Diagnosestellung per Magenspiegelung eine Dauermedikation mit magensäurehemmenden oder blockierenden Medikamenten.
Bei Unverträglichkeit dieser Medikamente, Unwirksamkeit oder Ablehnung der Patienten gegenüber dieser lebenslangen Tabletteneinnahme besteht die Indikation zu einer operativen Behandlung, der sogenannten Refluxösophagitis durch einen minimal invasiv durchgeführten operativen Eingriff.
Bei dieser laparoskopischen Fundoplicatio nach Nissen wird die Speiseröhre im Bereich des Durchtrittes durch das Zwerchfell im mittleren Oberbauch freipräpariert und der Schlitz zwischen den beiden Zwerchfellschenkeln durch Naht auf eine korrekte Weite eingeengt, so dass es nicht mehr zu dem häufigen Hochrutschen des Mageneinganges in den Brustmittelraum kommen kann. Dann wird der obere Magenanteil aus seiner Verankerung gelöst und um die Speiseröhre herum vernäht, so daß es hier zu einem besseren Verschluß der Speiseröhre gegenüber dem Mageninhalt kommt und ein Zurückfließen des sauren Mageninhaltes in die Speiseröhre nicht mehr auftreten kann.
Seit Anfang der 90er Jahre wird im Klinik Oldenburg diese laparoskopische Fundoplicatio nach Nissen-Rosetti in hohen Zahlen durchgeführt. Das Klinikum war im norddeutschen Raum führend bei der Weiterentwicklung dieser Operationsmethode.
Vor einer operativen Behandlung der Refluxösophagitis wird in unserer Klinik in der Regel eine Messung des Speiseröhrendruckes durch eine sogenannte Durchzugsmanometrie und eine Messung der Säurewerte in der Speiseröhre durch eine 24-Std.-pH-Metrie in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Gastroenterologie durchgeführt.
Bei der recht hohen Anzahl an Operationen, die inzwischen flächendeckend auch von anderen Kliniken durchgeführt werden, gibt immer wieder Patienten, die nach einer Operation Komplikationen in Form von Verrutschen des Mageneinganges oder der Magenmanschette erleiden. Diese werden im Klinikum in der Regel laparoskopisch nachoperiert und eine Neuanlage der Fundoplicatio laparoskopisch durchgeführt.
Auch Verlängerungsoperationen der Speiseröhre (Collis-Plastik) bei zu kurz angelegter Speiseröhre mit Hochziehen des Mageneinganges in den Brustmittelraum erfolgen laparoskopisch.
Ein fortgeschrittenes Krankheitsbild des Zwerchfellbruches stellt ein Verrutschen des oberen Magenanteiles oder sogar des gesamten Magens durch den Schlitz im Zwerchfell in den Brustkorb, bzw. in den linken Lungenraum dar (sog. Thoraxmagen). Hierbei kommt es zu Schmerzen nach der Nahrungsaufnahme und teilweise chronischen Blutungen im verrutschten Magen. Auch diese Erkrankung kann in der Regel problemlos laparoskopisch durch Herabziehen des Magens in den Bauchraum und durch laparoskopisch durchgeführte Einengung des Zwerchfellschlitzes sowie eine zusätzliche Fundoplicatio behandelt werden.
Eine recht seltene Erkrankung ist die sogenannte Achalasie. Hierbei handelt es sich um eine chronische Erweiterung der Speiseröhre und einen Engpaß im Bereich des Überganges von der Speiseröhre zum Magen durch verdickte Muskelstränge. Diese können unter laparoskopischer Sicht durchtrennt werden, so dass schonend ohne großen Bauchschnitt die Nahrungsaufnahme wieder ermöglicht wird.
Ausstülpungen der Speiseröhre sog. Speiseröhrendivertikel werden in Zwerchfellnähe laparoskopisch abgetragen.
Gutartige Tumore der Speiseröhre bedürfen häufig einer Probenentnahme oder Entfernung. Diese Muskeltumore sind bei geeigneter Lage durch eine Brustkorbspiegelung mit Freilegung der Speiseröhre zugänglich und können so mit einem sehr schonenden Verfahren abgeklärt oder entfernt werden.
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