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Erster EMS-Student beginnt Facharztausbildung im Klinikum

Johannes Grone gehört zu den ersten vier Absolventen, die ihr Medizinstudium an der 2012 gegründeten European Medical School (EMS) in Oldenburg Ende 2018 abgeschlossen haben. Der 29-Jährige bleibt der Stadt nun erhalten, die damit eine doppelte Premiere feiert. „Ich bin wohl tatsächlich der erste Oldenburger Medizinstudent, der hier seinen Arbeitsvertrag unterschrieben hat und auch seine Ausbildung hier beginnt“, sagt der junge Mann mit einem kleinen Lächeln. Anfang Januar hat er seine Facharztausbildung als Anästhesist im Klinikum Oldenburg begonnen.
Die Wahl des Jungmediziners freut vor allem Prof. Andreas Weyland, der ihn in seiner Universitätsklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie (AINS), zusammen mit seinem umfangreichen Team von mehr als 90 Ärztinnen und Ärzten – davon 39 in der Ausbildung – mindestens fünf Jahre lang ausbilden wird. Weitere zwei Jahre könnten folgen, falls Grone eine anschließende Zusatzqualifikation als spezieller Intensivmediziner absolvieren sollte.

Oldenburg, den 17. Januar 2019.

„Vor allem das breite AINS-Spektrum der medizinischen Ausbildung ist sehr reizvoll für mich. Das ist in dieser Form nur selten unter einem Dach zu finden“, sagt Grone, der in der Nähe von Göttingen aufgewachsen ist. Für Klinikdirektor Prof. Weyland bestätigt die Wahl seines neuen Schützlings zudem die Bedeutung des Universitätsstandorts Oldenburg für die medizinische Versorgung der Region: „Die EMS sorgt für medizinischen Nachwuchs und erfüllt damit neben der Forschung eine äußerst wichtige Aufgabe.“ Es müsse sich zeigen, ob dieser Effekt mit den größer werdenden Abschlusszahlen forciert werde. Klar sei, dass Oldenburg und der gesamte Nordwesten dringend auf medizinischen Nachwuchs angewiesen seien. Es werden Ärztinnen und Ärzte in vielen Bereichen gesucht.
Bei der „breiten und umfangreichen Ausbildung“ liegt ein besonderes Augenmerk von Grone auf der Notfallmedizin, die ihn in besonderer Form geprägt hat und begleitet. So hat er vor seinem Studium im Zivildienst als Rettungsassistent gearbeitet. Dies war für ihn der entscheidende Impuls für das Medizinstudium. „Deshalb hängt mein Herz natürlich an der Notfallmedizin“, erklärt der junge Mann und spricht von der besonderen Bedeutung der Anästhesie und des Klinikums Oldenburg in diesem Zusammenhang. Denn dort ist in den vergangenen Jahren eines der deutschlandweit größten Zentren für präklinische Notfallmedizin entstanden. Anästhesistinnen und Anästhesisten des Klinikums betreuen rund um die Uhr drei Notarzteinsatzfahrzeuge und ein spezielles Intensivtransportfahrzeug, die AINS-Klinik ist ferner für die Telemedizinzentrale des Klinikums und auch für den speziellen Notarzteinsatz im Offshore-Bereich der Nord- und Ostsee zuständig. „Das sind einfach einzigartige Möglichkeiten“, so Grone.
Grone weiß, was auf ihn zukommt. Er hat das Klinikum Oldenburg bereits während eines mehrmonatigen Praktikums im Studium kennengelernt. Das strukturierte Ausbildungskonzept habe ihn überzeugt ebenso wie das teamorientierte Arbeiten. Dies spiegele sich auch in den gemeinsamen wöchentlichen Fallkonferenzen wider. Dort werden gemeinsam schwierige Fälle besprochen. „Gerade als junger Mediziner kann man da viel lernen“, sagt Grone. In den ersten drei Monaten wird er von einem Tutor - also einem ärztlichen Kollegen – intensiv begleitet. Dies helfe bei der Orientierung der vielfältigen Aufgaben und langsamen Übernahme von Verantwortung.
Für Prof. Weyland war schnell klar, dass er den jungen Mann in sein Team aufnehmen werde. Grone habe alles, was ein guter Anästhesist mitbringen müsse: „Verantwortungsbewusstsein, Belastbarkeit und Lernbereitschaft, Fachkenntnisse sowieso und Kommunikationsbereitschaft.“ Deshalb ermöglicht Prof. Weyland seinem neuen Mitarbeiter auch, dessen wissenschaftliche Ambitionen weiter zu verfolgen. Nach Abschluss seiner Doktorarbeit interessiert Grone sich für die Mitarbeit in klinischen Studien im Bereich Notfallmedizin und möchte sich auch in die Lehre einbringen. „Seminare, praktische Übungen und auch Vorlesungen – da werde ich mich künftig ebenfalls engagieren“, so Grone.
Damit werde ein wichtiger Kreis geschlossen, von dem alle Beteiligten am gesamten Universitäts- und Medizinstandort profitieren würden, sagt Prof. Weyland. Die EMS-Studentinnen und -Studenten hätten eine fundierte Ausbildung erfahren, die sich stark am Patienten orientiere. „Dieser Blick ist gut und richtig“, so Prof. Weyland. Doch gebe es immer Bereiche, in denen angehende Fachärzte studienbedingte Schwachstellen hätten. Dies gelte aber für alle Mediziner, betont Prof. Weyland: „Wir dürfen niemals aufhören zu lernen.“