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Gutachten bestätigt: Operationen von Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs korrekt ausgeführt

Chirurgen wird hohe Qualität ihrer Arbeit attestiert. Klinikum nimmt Untersuchung zum Anlass, interne Abläufe noch weiter zu verbessern.

Oldenburg, den 13. September 2018.

Das Klinikum Oldenburg hat – wie im Juni bereits angekündigt – alle Sterbefälle nach Operationen an der Bauchspeicheldrüse von einem unabhängigen Gutachter untersuchen lassen. Das Gutachten bezieht sich auf die Operationen im Zeitraum nach dem Weggang des ehemaligen Chefarztes der Allgemeinchirurgie. Von der beauftragten medizinischen Beratungsfirma MedAdvisors wurde Privatdozent Dr. Lars Partecke, geschäftsführender Oberarzt aus dem Universitätsklinikum Greifswald, als Gutachter eingesetzt. Dr. Partecke ist Mitarbeiter von Prof. Dr. Heidecke, Beisitzer im Vorstand des Aktionsbündnisses Patientensicherheit.

Umfassende Aufklärung

Das Klinikum Oldenburg hatte das Gutachten bereits im März 2018, lange vor der öffentlichen Berichterstattung, aufgrund interner Untersuchungen in Auftrag gegeben. Es folgte damit auch den Bestimmungen des Public Corporate Governance Kodex der Stadt Oldenburg, der Standards für eine transparente und verantwortungsvolle Unternehmensführung setzt.

Veranlasst vom Klinikum selbst, untersucht momentan auch die Staatsanwaltschaft Oldenburg insgesamt fünf dieser Fälle auf mögliche Behandlungsfehler. Dafür hat das Klinikum der Staatsanwaltschaft auch das Gutachten mit seinen Untersuchungsergebnissen übergeben.

Für eine umfassende Aufklärung hat sich das Klinikum darüber hinaus dazu entschlossen, den Gutachterauftrag zu erweitern und nicht nur auf die Todesfälle zu beziehen, die im Rahmen eines internen Hinweises genannt worden waren. Der Gutachter hat alle Operationen an der Bauchspeicheldrüse, bei denen Patienten postoperativ im Klinikum verstorben sind, untersucht, um systematische Verbesserungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Die Ergebnisse

Ein systematischer Fehler bei der Anwendung der Operationstechnik war für den Gutachter nicht zu erkennen. Die Sterbefälle sind nicht auf einen bestimmten Chirurgen zurückzuführen. Sie traten postoperativ auf und verteilten sich auf unterschiedlich herausfordernde Eingriffe und involvierte Ärzte.

Die wichtigsten Aussagen des Gutachtens im Einzelnen:

  • Bei den untersuchten Patientenverläufen „liegt ein sehr heterogenes Krankengut mit sehr verschiedenen OP-Indikationen und Diagnosen vor“.

  • „In vier Fällen […] wurden umfangreiche multiviszerale Resektionen bei Duodenalkarzinom, Sarkomrezidiv und CUP-Syndrom durchgeführt und sind nicht als primäre Pankreaskopfresektionen bei Pankreaskopfkarzinom zu werten.“

  • Einige Operationen waren durch die Schwere der individuellen Krankheitsverläufe sehr viel komplexer als bloße Pankreaskopfresektionen..“

  • „Eine gut etablierte Morbiditäts- und Mortalitäts-Konferenz ist vorhanden und alle Patienten […] wurden intern besprochen.“

  • Die Chancen und Risiken der Eingriffe wurden mit den Patienten im Vorfeld intensiv besprochen, sie willigten in die Operation ein.

Das Gutachten attestiert den operierenden Ärzten eine hohe Qualität ihrer Arbeit und lobt in einem Fall den Operateur für „dessen sehr gute anatomische Kenntnisse und Erfahrungen in der Chirurgie des Oberbauches“.

Weitere Schritte

Auch wenn die Ergebnisse des Gutachtens kein Fehlverhalten der Ärzte nachweisen, nimmt das Klinikum Oldenburg die Vorwürfe um die Qualität der Behandlung sehr ernst und setzt kontinuierlich Schritte zur weiteren Verbesserung um.

So ist unter anderem eine vom Gutachter angeregte intensivere Tag-Nacht-Kommunikation der Operateure bereits als neuer Standard eingeführt.

Das Klinikum wird auch weiterhin die staatsanwaltschaftlichen Untersuchungen durch die offene Zusammenarbeit unterstützen. Es ist davon auszugehen, dass die Ermittlungen mit der notwendigen Sorgfalt geführt und schlussendlich auch eingestellt werden.

Das Klinikum Oldenburg hat in den vergangenen Jahren große Anstrengungen unternommen, das interne Qualitätsmanagement zu verbessern. Dies ist auch der Grund, warum das Haus jedem Hinweis auf mögliche Behandlungsfehler nachgeht. Ziel ist es, Fehlerquellen zu erkennen und an Lösungen zu arbeiten. Das Wohl der Patientinnen und Patienten steht im Klinikum Oldenburg an erster Stelle. 


Klinikum Oldenburg | Medizinischer Campus Universität Oldenburg

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