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Humanitärer Einsatz 2018 in Gambia

Vom 31. Januar bis zum 8. Februar 2018 war Privatdozent Dr. Dr. Lei Li, Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und Plastische Operationen (MKG-Klinik) am Klinikum Oldenburg wieder mit einem Team in Gambia, um dort vor allem Kindern mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten zu helfen. Zum Team gehörten neben einem MKG-Chirurg und zwei Anästhesisten aus Hamburg auch die Leitende Oberärztin Dr. Dr. Eva Gudewer aus der MKG-Klinik des Klinikums, der Dermatologe und ehemalige Klinikdirektor der Dermatologie im Klinikum Prof. Dr. Erhard Hölzle sowie die Intensivschwester Silvia Hölzle-Kind.

Gambia/Oldenburg, den 5. März 2018.

Abends in Gambia eingetroffen wurde gleich am nächsten Tag mit der Arbeit in der Klinik des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB-Klinik) in Serrakunda begonnen. Die Eingangshalle, der Wartebereich sowie der Flur und das Freigelände waren voller Menschen, die sehnsüchtig auf das Team gewartet haben. Dank der guten Vorarbeit des Klinikpersonals vor Ort waren die Patientinnen und Patienten bereits sehr professionell vorbereitet und ausgewählt. „Schon nach gut drei Stunden hatten wir bereits die OP-Planungen für die gesamte Woche gefüllt“, berichtete PD Dr. Lei Li. Neben Kindern mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten waren zahlreiche Patientinnen und Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren (z. B. Ohrspeicheldrüsentumoren, Neurofibromatose und Tumoren in der Mundhöhle) und Menschen mit eingeschränkter Mundöffnung nach Kiefergelenksfrakturen oder Infektionen (z.B. Noma) zu operieren. Gleich nach dem Screening konnten die ersten Operationen beginnen. Täglich führte das Team parallel in vier Räumlichkeiten Eingriffe durch. Insgesamt konnten dieses Mal 78 Menschen operativ versorgt werden. Die letzte Operation war noch am Abreisetag nachmittags.

Beispielgebend erzählt der Kieferchirurg von einem 17-jährigen Mädchen mit sehr fortgeschrittenen Mundhöhlentumor. „Der Tumor war sehr schnell gewachsen und hatte bereits die gesamte Mundhöhle des Mädchens ausgefüllt. Es bestand die Gefahr, dass die Patientin in den nächsten Tagen erstickt. Wir haben sofort operiert – es war eine sehr umfassende Operation, in der wir bei der Tumorentfernung den Unterkiefer fast komplett entfernen und in gleicher Sitzung wieder aufbauen mussten.“ Die gesamte Operation hat sieben Stunden gedauert. Möglich war eine solche komplexe Operation nur, weil auch das Personal vor Ort in den vergangenen zwölf Jahren im FACE-Projekt gut geschult worden war. Einige Mitarbeiter der Klinik waren auch bei uns im Klinikum Oldenburg zur Weiterbildung. Nicht ohne Stolz und Freude erzählt Dr. Li, dass bereits drei Tage nach dem Eingriff die Patientin bei der Visite tanzte. „Sie hat mit Tränen in den Augen ihre Freude mit uns geteilt. Das hat uns alle gerührt.“

Wie jedes Mal konnte leider nicht allen geholfen werden, die dringend medizinische Hilfe benötigen. „Manchmal reicht das Equipment vor Ort für die notwendigen Operationen einfach nicht aus. Das macht uns traurig“, sagt Dr. Li, „andererseits wissen wir, dass wir einigen Menschen geholfen haben. Ich denke da zum Beispiel an das 17-jährige Mädchen, das uns nach der Operation wieder voller Lebensfreude anlächelte. Der Einsatz war auch dieses Mal sehr anstrengend. Geschafft, aber zufrieden sind wir mit neuen Erfahrungen und neuen Eindrücken nach Deutschland zurückgekehrt.“ Eines ist sicher: Der 15. Einsatz in Gambia wird spätestens 2019 folgen.


Hintergrund zum FACE-Projekt
Das FACE-Projekt wird von PD Dr. Dr. Lei Li gemeinsam mit Dr. Dr. Joachim Siegert aus Gifhorn seit 2005 geleitet. Seit nunmehr 12 Jahren fliegt Dr. Li mit einem kleinen Team mit max. zehn Kolleginnen und Kollegen – Ärzte und Pflegende - aus verschiedenen Fachbereichen in den kleinsten Staat des afrikanischen Festlandes, um die lebenswichtigen Eingriffe durchzuführen. Im Face-Projekt geht es hauptsächlich um Kinder mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten. Ihre Familien sind nicht in der Lage eine Operation im Ausland zu fi¬nanzieren und in Gambia gibt es keine einheimischen Spezialisten, die diese Art der plastischen Chirurgie durchführen. Bis jetzt wurden fast 500 Operationen durchgeführt.

Die Einsätze werden ausschließlich über Spendengelder, auch viele private, finanziert. Der Rotary-Club Oldenburg-Ammerland unterstützt das Projekt von Anfang an und das Klinikum Oldenburg stellt jedes Mal Material sowie Medikamente kostenlos zur Verfügung. Im Jahr 2016 konnte der gesamte OP-Bereich renoviert und neu ausgestattet werden.


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Weiterführende Informationen:
www.asb-gambia.info/asb-klinik/

Ihr Ansprechpartner:
PD Dr. Dr. Li, eMail li.lei@klinikum-oldenburg.de

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