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Insgesamt über 2.000 Stammzelltransplantationen

Am Samstag, 21. April 2018 feierte die Universitätsklinik für Innere Medizin - Onkologie und Hämatologie des Klinikums Oldenburg in den Festsälen der Weser-Ems-Hallen in Oldenburg gleich zwei Jubiläen.

Oldenburg/Weser-Ems-Region, den 23. April 2018.

Zum Festakt anlässlich 10 Jahre allogener und 25 Jahre autologer Stammzelltransplantation begrüßte Prof. Dr. Claus-Henning Köhne, Direktor der onkologischen Klinik, nicht nur Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörige, sondern auch ärztliche Kolleginnen und Kollegen, aber auch viele aus anderen Berufsgruppen, die alle zum Behandlungserfolg beitragen. „Seit 25 Jahren gibt es im Klinikum jetzt die Möglichkeit der autologen Stammzelltransplantation. Gestartet 1993, feiert nicht nur sie heute ihr 25jähriges Jubiläum. Auch der damals eingesetzte Leitende Arzt ist bis heute geblieben: Privatdozent Dr. Bernd Metzner. Es gibt wahrscheinlich niemanden in Deutschland, der mit einer solchen Konstanz an einem Klinikum so viel Erfahrung im Bereich der autologen Transplantation verkörpert, wie PD Dr Metzner. Er hat sich zudem noch zu diesem Thema als erster an der medizinischen Fakultät habilitiert und dabei die meisten Publikationen noch weit vor der Einrichtung der EMS erstellt. Das Klinikum Oldenburg gilt im Bereich der autologen KMT als eines der größten Zentren in Deutschland“, erzählte Prof. Köhne, „aber auch Prof. Dr. Jochen Casper, der leitende Arzt der allogenen Stammzelltransplantation, hat Pionierarbeit geleistet. Er hat mit mir gemeinsam 2008 die erste Knochenmarktransplantationsstation in der Weser-Ems-Region vor zehn Jahren eröffnet. Prof. Casper hat nach Aufbau der Allo-KMT an der Medizinischen Hochschule Hannover und später an der Uni-Rostock noch einmal in Oldenburg diese Aufbauarbeit quasi im Alleingang geschafft und auf einen erfolgreichen Weg geführt. An dieser Stelle muss aber auch festgestellt werden, dass ein solcher Erfolg immer auch an ein gutes Team gebunden ist. Ohne engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – ob bei der allogenen oder der autologen Stammzelltransplantation – ist das nicht zu schaffen. Allen sei heute hier herzlich für das immerwährende Engagement gedankt. Letztlich haben viele Patientinnen und Patienten durch die autologe oder allogene Transplantation eine deutliche Besserung oder sogar Heilung ihrer Erkrankung erlebt. Das ist, denke ich, wirklich ein Grund zum Feiern.“
Besonders berührend waren die Redebeiträge von Sibylle Lück und Hartmut Laux, die für alle die Patientinnen und Patienten sprachen, denen die Stammzelltransplantation im vergangenen Vierteljahrhundert das Leben zurückgegeben hat.
Sibylle Lück war 39 Jahre alt und Mutter zweier Kinder – 6 und 16 Jahre alt – als man ihr eröffnete, dass sie Krebs hätte und die Prognose sehr schlecht wäre. Die gelernte Krankenschwester nahm den Kampf auf und als nichts half, unterzog sie sich einer autologen Stammzelltransplantation. „Es war ein harter Kampf. Mein beruflicher Hintergrund war dabei eher ein Hindernis. Ich habe alles hinterfragt und war wahrlich keine einfache Patientin. Ich bin sehr dankbar dafür, dass mich alle so gelassen haben wie ich bin und dass ich auch bis zum Schluss selbst bestimmt bleiben konnte.“ Am Ende sagte die heute 55-Jährige: „Und es ist tatsächlich so: „Der Himmel ist blauer, das Gras grüner und die Sonne gelber, wenn man das alles überstanden hat.“
Bei Hartmut Laux war die Situation noch dramatischer. 2000 hatte er ein Geschwulst am Hals und ihm wurde eröffnet: „Sie sind unheilbar krank!“ Der heute 73jährige hat damals alles versucht: Chemotherapie und auch die autologe Stammzelltransplantation – sogar mehrfach. Nichts hat wirklich dauerhaft geholfen. Sein Leben stand auf Messers Schneide. Und dann die letzte Möglichkeit: eine allogene Stammzelltransplantation in Oldenburg. Später hat er erfahren, dass die passenden Stammzellen einer 23jährigen Bundeswehrsoldatin gehörten. Auch ihr wird er ein Leben lang dankbar sein. Am Ende hat er es geschafft. „Im normalen Leben wieder angekommen zu sein, ist ein so schönes Gefühl“, sagt der ehemalige Pastor, der heute noch ehrenamtlich arbeitet, wenn er gebraucht wird. Es war auch für ihn ein harter Weg. Er musste alles wieder lernen und auch heute macht er noch regelmäßig Krankengymnastik und achtet sehr auf ein gesundes und aktives Leben. Und er ist sich auch sicher: „Ohne die Hilfe und Unterstützung meiner Familie und der vielen Freunde, aber auch den Ärzten und Pflegekräften würde ich heute hier nicht stehen. Ich danke allen, die um mich gekämpft haben.“

Die autologe Stammzelltransplantation
Bereits seit 25 Jahren können Patientinnen und Patienten mit verschiedenen bösartigen Erkrankungen (Lymphome, Myelome, Hodentumoren u.a.) im Klinikum mit einer autologen Stammzelltransplantation behandelt werden. Ihnen werden vor der Chemotherapie eigene Stammzellen abge¬nommen, die nach der hochdosierten Chemo- oder/und Strahlentherapie den Betrof¬fenen wieder zugeführt werden. Da es Anfang der 90iger Jahre einen Mangel an Hochdosistherapie-Betten in Deutschland gab, hat Privatdozent Dr. Bernd Metzner zusammen mit Dr. Wolfgang Gebauer und anderen Kolleginnen und Kollegen des DRK-Blutspendedienstes die autologe Stammzelltransplantationseinheit der Klinik für Onkologie und Hämatologie aufgebaut. Diese Kooperation läuft seitdem erfolgreich weiter, unterstützt auch vom ärztlichen DRK-Leiter Dr. Eduard Petershofen.
April 1993 hat die onkologische Klinik des Klinikums 1771 autologe Transplantationen bei 1161 Patienten durchgeführt. Im vergangenen Jahr waren es 107 Transplantationen, vor allem bei Patienten mit Myelom, Non-Hodgkin-Lymphomen, Hodentumoren und Hodgkin-Lymphom, mit einem Alter zwischen 17 und 75 Jahren. Es ist das einzige Zentrum für diese Therapie in der Region Weser-Ems (mit ca. 2,5 Mio. Einwohnern). PD Dr. Metzner erinnerte sich: „Der erste Patient war ein Patient mit Hochrisiko-Hodentumor, der geheilt werden konnte und seitdem wieder berufstätig ist.“ Und er ist natürlich nicht der einzige, was die regelmäßig stattfindenden Nachsorgen zeigen. Viele der behandelten Patientinnen und Patienten kommen regelmäßig seit über 10 - 20 Jahren zur Nachsorge immer wieder ins Klinikum. „Wenn ich an die vielen Patientinnen und Patienten denke, die von dieser Therapie profitiert haben, bin ich sehr dankbar für das ausgeprägte Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, vor allem der Pflegenden und des ärztlichen Personals. Ohne sie wäre dieser Erfolg sicherlich nicht möglich gewesen.“

Die allogene Stammzelltransplantation
Seit 10 Jahren gibt es im Klinikum die Möglichkeit einer allogenen Stammzelltransplantation. Dabei bekommen Patientinnen und Patienten, die an einer Leukämie erkrankt sind, nach einer Chemotherapie Stammzellen (Vorläufer der Blutzellen) von verwandten und unverwandten (allogenen) Spendern. Diese Knochenmarktransplantationsstation (KMT-Station) ist die einzige in der Weser-Ems-Region und erspart Betroffenen weite Wege z.B. nach Hannover oder Hamburg. Seit Beginn der allogenen Blutstammzelltransplantation 2008 sind über 280 Transplantationen in Oldenburg durchgeführt worden. Haupteinsatzgebiet der allogenen Transplantation sind die akuten Leukämien, Blutreifungsstörungen wie die Myelodysplasie und andere Wachstumsstörungen des Knochenmarks wie sog. Myeloproliferative Syndrome. „Außerdem setzen wir es auch bei Patientinnen und Patienten mit Hodgkin oder Non-Hodgkin Lymphomen ein, die nicht durch die autologe Transplantation geheilt werden konnten“, erklärte Prof. Dr. Jochen Casper und ergänzte: „Der Transplantationsstandort Oldenburg kommt allen Patientinnen und Patienten aus dem Weser Ems Bereich zu Gute. Damit entfällt nicht nur der Transplantationsaufenthalt fern der Heimat z.B. in Hamburg, Hannover oder Münster, sondern auch die teilweise 1-2mal wöchentlich notwendigen Nachsorgen. Sie können auch in Oldenburg vorgenommen werden.“

Insgesamt waren ca. 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer über den ganzen Tag verteilt bei dieser Veranstaltung, die aus einer Fortbildung für ärztliches und pflegerisches Personal am Vormittag, einem Festakt und einer nachmittäglichen Informationsveranstaltung für die Öffentlichkeit bestand.


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Ihr Ansprechpartner:
PD Dr. Bernd Metzner, eMail metzner.bernd@klinikum-oldenburg.de

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