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Klinikum-Pflegeprojekt wird vom Land gefördert

Gute Nachrichten für das Klinikum Oldenburg aus Hannover. Das Projektvorhaben „Einführung einer Bezugspflege für Menschen mit Demenz“ des Klinikums Oldenburg erhielt beim „Wettbewerb zur Förderung von Modellprojekten zur besseren Versorgung Demenzerkrankter während eines stationären Krankenhausaufenthaltes“ einen Preis und wurde von der Jury als förderungswürdig eingestuft. Für das Projekt stellt das Land eine Fördersumme von 300.000 € zur Verfügung. Die Preisverleihung fand im Rahmen des Fachforums „Demenz im Krankenhaus“ am Mittwoch, 18. September statt. Prof. Dr. Tania Zieschang (Direktorin der Universitätsklinik für Geriatrie), Oberin Birgit Plaschke (Pflegedirektorin), Dr. Constanze Kathan-Selck (Stabsstelle Kooperationen und Internationale Beziehungen) und Petra Rothe (Stabsstelle Prozessmanagement Pflege der Pflegedirektion) nahmen den Preis stellvertretend für das gesamte Projektteam aus den Händen der niedersächsischen Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung Dr. Carola Reimann entgegen. „Wir sind sehr stolz, dass unser Projekt bei der Jury so gut angekommen ist“, freut sich Petra Rothe. „Durch den Einsatz der Bezugspflege erwarten wir eine Reihe von positiven Effekten für die betroffenen Patientinnen und Patienten“, erklärt Prof. Tania Zieschang, „zudem erhoffen wir insgesamt für das Pflegepersonal eine deutliche Entlastung und sind sehr gespannt darauf, wie dieses Modell bei den Pflegenden angenommen wird.“ Das Projekt wird bereits zum 1.10.2019 starten.

Hannover/Oldenburg, den 18. September 2019.

Bezugspflege bedeutet, dass Pflegekräfte speziell für die Unterstützung von Patientinnen und Patienten mit Demenz eingesetzt werden. Diese Pflegekräfte sollen zusätzlich zu dem im Schichtdienst auf Station tätigen Pflegepersonal eingeteilt werden und sich als feste Bezugsperson um diesen Patienten kümmern. Das besondere an dem Projekt: Es sollen gezielt Pflegekräfte angesprochen werden, die aufgrund des Schichtdienstes, der oft nicht mit dem familiären Leben vereinbar ist und körperlich sehr viel abverlangt, vorzeitig aus dem aktiven Berufsleben ausgeschieden sind. „Wir wollen durch die Aktivierung dieses Personenkreises ungenutzte Kapazitäten heben und Pflegende, die der Krankenversorgung sonst gar nicht zur Verfügung stehen würden, wieder in den Arbeitsmarkt integrieren“, erklärt Birgit Plaschke einen der erhofften positiven Effekte des Modellprojektes.
Die neu rekrutierten Pflegenden sind dabei feste Begleiter der Patientinnen und Patienten mit Demenz. Sie unterstützen z.B. in der Körperpflege, verabreichen Medikamente, messen Vitalzeichen und führen bei Bedarf Wundpflege und andere pflegerische Tätigkeiten aus. Sie passen sich in ihrer Tätigkeit so weit wie möglich dem individuellen Tagesrhythmus der Patienten an. „Ein vertrautes Gesicht zu sehen und vertraute Handlungsweisen zu erkennen, ist insbesondere für Menschen mit Demenz ein entscheidender Wohlfühlaspekt und reduziert Ängste. Da im Umgang mit Menschen mit Demenz Kommunikation eine so wichtige Rolle spielt, ist dies das wichtigste Handwerkszeug.“, weiß Prof. Zieschang, „insgesamt können durch die Bezugspflege die Bedürfnisse des einzelnen Patienten stärker in den Mittelpunkt gerückt werden.“
Aber auch das Pflegeteam auf Station profitiert von dieser Bezugspflege. „Das Stationspflegepersonal wird von zeitaufwändigen Tätigkeiten bei den Patientinnen und Patienten mit Demenz entlastet und kann sich mehr um die anderen kümmern, was zu einer höheren Arbeitszufriedenheit führen kann“, ist sich Pflegedirektorin Oberin Birgit Plaschke sicher.

Das Projekt wird von Anfang an engmaschig begleitet und nach Abschluss kritisch hinsichtlich der Erreichung der Ziele analysiert werden.

Hintergrund zum Wettbewerb
Die Versorgung von Menschen mit einer Demenzerkrankung im Krankenhaus ist eine Herausforderung, die vor dem Hintergrund einer kontinuierlich älter werdenden Gesellschaft immer größer wird. Die Niedersächsische Landesregierung will daher die Entwicklung von innovativen Lösungsansätzen für die Betreuung von Patientinnen und Patienten mit Demenz während eines stationären Krankenhausaufenthalts finanziell unterstützen. Diese Unterstützung erfolgt über einen Wettbewerb, bei welchem ein Gesamtfördervolumen von 1,5 Mio. Euro zur Verfügung steht.


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Weiterführende Informationen:
www.ms.niedersachsen.de

Ihr Ansprechpartner:
Petra Rothe, eMail rothe.petra@klinikum-oldenburg.de

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