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KMT-Weihnachtsfeier

Gemeinsam Weihnachten feiern zu können, ist für die ehemaligen Patientinnen und Patienten der einzigen allogenen Knochenmarktransplantationsstation (KMT-Station) in der Weser-Ems-Region etwas ganz Besonderes. Traditionell findet deshalb die alljährliche Weihnachtsfeier der KMT im Klinikum Oldenburg am Freitag, 15. Dezember statt. Eingeladen haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der KMT-Station der Universitätsklinik für Onkologie und Hämatologie Patientinnen und Patienten, die eine allogene Blutstammzelltransplantation im Klinikum Oldenburg erhalten haben, ihre Angehörigen und die Spender, also Verwandtenspender und gegebenenfalls auch sogenannte Fremdspender.

Oldenburg, den 7. Dezember 2017.

Seit der Eröffnung der KMT-Station im Juli 2008 ist es im Klinikum Oldenburg möglich, Patientinnen und Patienten mit einer Leukämie nach einer Chemotherapie neue Blutzellen von Verwandten, aber auch unverwandten, also allogenen Spendern zu transplantieren. Prof. Dr. Claus-Henning Köhne, Direktor der onkologischen Klinik, wies schon damals daraufhin, dass damit Betroffene nicht mehr weite Wege in Kauf nehmen müssen, was für die Patientinnen und Patienten, aber auch für die Angehörigen seitdem eine spürbare Entlastung bedeutet. Bis heute sind insgesamt 265 Transplantationen durchgeführt worden.

Prof. Dr. Jochen Casper, seit Anbeginn Leiter der KMT-Station, weiß um die Besonderheit der KMT-Weihnachtsfeier: „Für alle Beteiligten ist es eine besondere Weihnachtsfeier. Anfangs fand sie noch in der Bibliothek unserer Klinik statt, aber der Kreis der Eingeladenen vergrößerte sich mit jeder erfolgreichen Transplantation. Heute treffen wir uns im Herzogin-Ameli-Saal. Wir erwarten rund 70 ehemalige Patientinnen und Patienten zusammen mit ihren Angehörigen. Auch wenn sich viele schon aus der Ambulanz oder von der Station kennen, ist dies eine ganz besondere Art sich zu treffen, gemeinsam Weihnachten zu feiern, sich auszutauschen und auch Themen rund um die Transplantation in gemütlicher Atmosphäre zu besprechen.“ Pflegefachkraft Jeanet Schröder ergänzt: „Für uns Mitarbeiter ist es ebenfalls besonders. Es gibt uns die Möglichkeit Menschen zu treffen, die zum Teil vor Jahren zur Behandlung bei uns waren. Wir haben damals mit ihnen mitgefiebert in einer sehr intensiven Phase ihres Lebens, in der es teilweise um Leben und Tod gegangen ist. Jetzt zu sehen, was aus diesen Menschen geworden ist, macht uns auch glücklich und gibt uns die Kraft für unsere Arbeit.“ Außer dem ärztlichen und pflegerischen Team kümmern sich MFA´s, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Tagesklinik, der Ambulanz, der Strahlentherapie, des DRK, des Sozialdienstes, der Seelsorge, sowie eine Psychologin, die Diätberaterinnen und die Physiotherapeuten um das Wohl und die Unterstützung der Patientinnen und Patienten der Universitätsklinik für Onkologie und Hämatologie.

Hintergrundinformation
40 Prozent aller akuten Leukämien im Erwachsenenalter (und 80 Prozent bei Kindern) sind mit einer konventionellen Chemotherapie heilbar. Bei den anderen reicht die normale Chemotherapie aber nicht aus. Hier ist die Hochdosis¬chemotherapie mit anschließender Stammzelltransplantation das Mittel der Wahl. Dabei wird das gesamte blutbildende System des Patienten durch eine Chemotherapie zerstört.

Im zweiten Teil der Behandlung bekommt der Patient Blutstammzellen von außen wieder zugeführt, damit sich aus diesen Zellen nach einiger Zeit wieder ein Immunsystem aufbauen kann. Hier gibt es zwei Möglichkeiten: Vor der Chemotherapie werden dem Patienten eigene Stammzellen (Vorläuferzellen der Blutzellen) abgenommen, die nach der Chemo- oder Strahlentherapie dem Patienten wieder zugeführt werden. Daraus bildet sich wieder sein eigenes Immunsystem auf. Diese Behandlungsmethode heißt autologe Transplantation und wird im Klinikum auf Station 312 seit April 1993 durchgeführt.

Bei einigen Erkrankungen ist die allogene Transplantation Mittel der Wahl. Hier kommen die Blutstammzellen nicht vom Patienten selber, sondern von einem anderen. Das können Verwandte sein, aber auch unverwandte Personen, die die passenden Gewebestrukturen aufweisen. Bei der allogenen Transplantation handelt es sich um eine Immuntherapie, weil sich aus den Zellen des Spenders nicht nur ein neues Immunsystem aufbaut, sondern sich Spenderzellen zusätzlich gegen die eventuell übrig gebliebenen bzw. wiederkehrenden Leukämiezellen des Patienten wenden, diese sofort zerstören und somit die Effekte der Chemotherapie verstärken. Die Heilungschancen liegen im Schnitt bei 50 bis 60 Prozent, bei bestimmten Leukämiearten sogar bei 90 Prozent.



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Prof. Casper, eMail casper.jochen@klinikum-olddenburg.de