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Allgemeines

Jeder Patient kennt die Prozedur: für eine genaue Aussage zu seinem Befinden heißt es zumeist Blutabnehmen und die Laborergebnisse abwarten - nicht ohne Grund, denn vor jeder Therapie steht eine gute Diagnose. Und gerade die Ergebnisse von Laboratoriumsuntersuchungen liefern oft den entscheidenden Baustein in der Vielzahl der Befunde, die zur Erstellung der Diagnose bei einem Patienten erhoben werden. So lassen sich aufgrund von Veränderungen organspezifischer Substanzen und Körperflüssigkeiten Hinweise auf Erkrankungen der verschiedensten Organsysteme gewinnen - des Herzens, der Leber, des Verdauungstraktes, der Nieren, des Nervensystems, der Knochen, der Muskeln oder Bänder sowie des Blutes selbst. Sogar komplexe Stoffwechsel- und Krebserkrankungen werden anhand der Ergebnisse von Laboratoriumsuntersuchungen nicht nur diagnostiziert, sondern auch in ihrem Behandlungsverlauf verfolgt.
 
Das Institut für Laboratoriumsdiagnostik und Mikrobiologie ist deshalb eine der zentralen Serviceeinrichtungen für alle Kliniken, Ambulanzen und Institute des Klinikums Oldenburg. Mehr als 200 verschiedene Substanzen im menschlichen Untersuchungsmaterial können hier in unterschiedlichster Konzentration bestimmt werden, und manche Stoffe sind nur in winzigen Spuren von einem Milliardstel Gramm oder weniger vorhanden. Hauptsächlich verwendetes Untersuchungsmaterial ist das Blut und die daraus gewonnenen Bestandteile - Zellen oder Plasma - , aber auch Urin und anderes Material. Außer den körpereigenen Substanzen sind auch körperfremde Stoffe wie Medikamente, Gifte oder Drogen von Interesse. Bei der Behandlung mit manchen Antibiotika ist beispielsweise die genaue Kenntnis der Wirkstoffkonzentration im Blut für eine Dosiseinstellung von großer Bedeutung, da ein Zuviel nicht nur die Genesung verzögern, sondern sogar Schäden verursachen könnte.
 
Die Bereiche der Diagnostik, die im Institut abgedeckt werden, reichen von der Klinischen Chemie über die Hämatologie, Hämostaseologie, Immunologie, Proteinanalytik und Serologie bis zur Bakterlologie. Das Spektrum der Methoden umfaßt dabei eine große Bandbreite von Meßverfahren: vom Beurteilen durch einfaches Betrachten über das Mikroskopieren, das Messen von Lichtabschwächungen im Photometer bis hin zu hochkomplexen Methoden unter Kombination von optischen, immunologischen und elektronischen Verfahren. Ein solches Verfahren ist beispielsweise die sogenannte durchflußzytophotometrische Beurteilung spezieller weißer Blutkörperchen, die in der Diagnostik vonAIDS und anderen Immunschwäche-Symptomen eine wichtige Rolle spielt.
 
Auch für die Diagnose von Infektionskrankheiten ist man besonders auf die Ergebnisse des Laboratoriums angewiesen. Diese Krankheiten können durch Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten verursacht werden, und Aufgabe des Labors ist es, sie entweder direkt nachzuweisen oder - soweit möglich - anzuzüchten und mit Hilfe keimspezifischer Stoffwechsel- oder anderer Reaktionen zu identifizieren. Die so isolierten Keime lassen sich dann auf ihre Empfindlichkeit auf verschiedene Antibiotika untersuchen. Die Antwort des menschlichen Organismus auf die Auseinandersetzung mit dem Krankheitserreger wird ebenfalls analysiert: hier gilt es, die Bildung von Antikörpern zu beobachten, die man im Blut nachweisen kann. Selbst die jüngsten Neuerwerbungen im Arsenal labormedizinischer Untersuchungen, die molekularbiologischen Verfahren, haben inzwischen Einzug in die tägliche Routinediagnostik gehalten. Sie eignen sich besonders für den Diagnosebereich von Infektionskrankheiten, deren Erreger gar nicht oder nur schwer anzüchtbar sind, wie etwa Tuberkulose-Bakterien oder Hepatitis-Viren. Im Laboratorium gewinnt man nun viele dieser bislang überhaupt nicht erhältlichen Informationen, indem man das genetische Material der Erreger, die Nukleinsäuren, nachweist. Unkompliziert ist aber auch dieser Nachweis nicht: er wird häufig erst nach millionenfacher Vervielfachung der Nukleinsäuren in der berühmt gewordenen "Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR)" möglich.
 
Diese sehr aufwendigen mikrobiologischen Untersuchungen bietet das Institut für Laboratoriumsdiagnostik übrigens nicht nur für das Klinikum Oldenburg an, sondern auch für andere Krankenhäuser der Region, verbunden mit einem Beratungsangebot zur dann notwendigen Antibiotikatherapie. Die enge Kooperation unter den Krankenhäusern hat sich in den letzten Jahren als besonders nützlich erwiesen, bedeutet sie doch für den Patienten nicht nur eine sichere Diagnose, sondern auch eine schnelle Therapiemöglichkeit.


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