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Computertomograph neuester Technik: Schneller, besser, schonender

Der Computertomograph gehört heute zum wichtigsten Arbeitsmittel des Radiologen, mit dem eine Vielzahl von Erkrankungen diagnostiziert, aber auch behandelt werden kann. Seit kurzem hat das Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie im Klinikum Oldenburg einen zweiten Computertomographen (CT), der dem neuesten Technikstand in der Computertomographie entspricht. Der AquilionONE Genesis der Firma Canon Medical ist ein 320-Zeilen-Gerät, das bei einem Röhrenumlauf bis zu 320 „Schichten“ gleichzeitig aufnehmen kann, was einer Verfünffachung der Leistung des bisherigen 64-Zeilen-CTs gleichkommt. „Damit können wir auf bessere Bilder in kürzerer Zeit bei der Diagnose zurückgreifen. Für die Patientinnen und Patienten ist dies auch schonender, weil zusätzlich weniger Röntgenstrahlung benötigt wird“, erklärt Dr. Tobias Kowald, kommissarischer Institutsleiter der Radiologie. Vor allem erleichtert dies auch die Untersuchungen bei Kindern, da sie jetzt nicht mehr so lange stillhalten müssen und zudem deutlich weniger Strahlung ausgesetzt sind.

Oldenburg, den 12. September 2019.

Bernd-Christoph Ulrich, Ärztlicher Leiter des Notfallzentrums im Klinikum, ergänzt: „Die Untersuchungszeiten bei diesem Gerät liegen unter 5 Sekunden. Gerade in der Notfalldiagnostik ist dies besonders wichtig, weil wir in kürzester Zeit zum Beispiel innere Verletzungen erkennen und sofort eine Behandlung einleiten können. Durch die räumliche Nähe zum Notfallzentrum sind zudem die Transportwege kürzer.“ Mit diesem Gerät werden sich auch die Wartezeiten für die Patientinnen und Patienten verkürzen. Da jetzt mit dem neuen Gerät zwei CTs im Einsatz sind, wird dieser Effekt noch verstärkt. „Bisher war es so, dass wenn wir unser CT für eine interventionelle Therapie genutzt haben, die nachfolgenden CT-Untersuchungen erst einmal warten mussten. Heute können wir eine solche Therapie durchführen und auf dem anderen CT zeitgleich diagnostische Untersuchungen. Auch das verkürzt die Wartezeiten der Patientinnen und Patienten“, berichtet Dr. Kowald.
Es gibt aber noch weitere Vorteile bei dem neuen Gerät. Der Detektor des CTs ist 16 cm breit, viermal mehr als der bisherige. „Wir können damit in sehr kurzer Zeit große Volumen erfassen, zum Beispiel kann das Herz in einer einzigen Umdrehung gesamt abgebildet werden. Das hat zur Folge, dass bei einer solchen Untersuchung der Herzschlag nicht mehr abgesenkt werden muss, was wiederum patientenschonender ist“, führt Dr. Kowald aus. Aber auch die Abbildung in der Nähe von metallischem Material ist mit dem Hochleistungsgerät möglich. „Jetzt können wir auch in der Nähe einer Hüftprothese oder anderen Implantaten zum Beispiel einen Bruch erkennen, was bei den älteren Geräten nicht möglich ist“, nennt der Radiologe einen weiteren Vorteil. Auch Stents im Herzen werden genau abgebildet, was für die Infarktdiagnostik von großer Bedeutung ist.
Mit dem Gerät hat sich auch die Software verfeinert, so dass die Bilder zur Beurteilung auch besser nachbearbeitet werden können, zum Beispiel kann damit die Verengung in einem Herzkranzgefäß viel besser gesehen werden. „Wir freuen uns, dass wir dieses Hochleistungsgerät jetzt haben. Für ein Haus unserer Größe ist ein solches Gerät unabdingbar und es wird auch die Abläufe zum Beispiel zwischen unserem Notfallzentrum und der Radiologie noch effektiver gestalten können“, ist sich Vorstand Rainer Schoppik sicher. Das Gerät kostet 1,2 Millionen Euro und ist geleast worden.

Hintergrund zur Computertomographie
Die Computertomographie ist ein bildgebendes Verfahren in der Radiologie unter Anwendung von Röntgenstrahlung. Im Gegensatz zum klassischen Röntgen wird hier ein Computer benutzt, um aus den Absorptionswerten von durch den Körper tretenden Röntgensignalen errechnete Schnittbilder erzeugen zu können. Durch Auswertung einer Vielzahl, aus verschiedenen Richtungen aufgenommener Röntgenaufnahmen werden digital Schnittbilder rekonstruiert. Die Bilder bieten im Gegensatz zu einer normalen Röntgenaufnahme eine überlagerungsfreie Darstellung der Körperstrukturen.

Zusammenfassung Gerät:

  • Kurze Untersuchungszeiten (in Sekunden)
    1. Thorax (Brustkorb): 1.2 s
    2. Abdomen (Bereich des Rumpfes zwischen Brustkorb und Becken): 2.4 s
    3. Trauma (körperliche Verletzungen, die durch einen Unfall oder eine Gewalteinwirkung hervorgerufen werden und die einen gesamten Scan des Körpers erfordern) : 3.8 s
  • Reduktion des Kontrastmittels
    - 40 ml bei Carotis-CT (Halsschlagader) (beim 64-Zeiler: 70 ml)
    - 25 ml bei einem Lungenembolie-CT (beim 64-Zeiler: 70 ml)
    - 70 ml bei Becken-Bein-Angiographien (beim 64-Zeiler: 100 ml)
    - 70 ml bei einem Aorta-CT (Hauptschlagader) (beim 64-Zeiler: 100 ml)
  • Geringere Dosis durch weniger Überlappungen