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NR-Fit - Verwechslung ausgeschlossen

Das Klinikum Oldenburg hat einen neuen Standard bei der Regionalanästhesie und Schmerztherapie eingeführt, der Verwechslungen bei der Nutzung unterschiedlicher Infusionssysteme verhindert. Mit dieser präventiven Maßnahme kann eine mögliche Fehlmedikation konsequent ausgeschlossen werden. Dies ist ein wichtiger Beitrag zu mehr Patientensicherheit. Die Universitätsklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie (AINS-Klinik) hat dieses System mit der Bezeichnung NR-Fit in den vergangenen zwei Monaten erfolgreich im täglichen Einsatz erprobt und alle Bereiche im Haus auf dieses sichere System umgestellt. Das Klinikum Oldenburg gehört damit zu den ersten 30 Kliniken bundesweit, die dieses System eingeführt haben.

Oldenburg, den 18. Februar 2020.

„Die bisher marktüblichen Systeme lassen eine Verwendung von Kanülen, Schläuchen und Kathetern für unterschiedliche Zugänge zu. Das kann dazu führen, dass Zugänge, die für bestimmte Zwecke gelegt wurden, zum Beispiel für die Antibiotikabehandlung oder für die Flüssigkeitsgabe mittels Tropf, fälschlicherweise für die Zuführung eines Lokalanästhetikums genutzt werden. Das neue System lässt dies nicht zu, da die Anschlüsse der Regionalanästhesiekatheter kleiner sind als die Anschlüsse z.B. eines zentralen Venenkatheters. Damit kann eine Fehlmedikation mit sehr hoher Sicherheit ausgeschlossen werden“, erklärt Dr. Carsten Bantel, Leiter der stationären Schmerztherapie und Oberarzt in der AINS-Klinik im Klinikum. Sein Kollege Mirko Klaric, Funktionsoberarzt und Leiter des Arbeitskreises Regionalanästhesie in der AINS-Klinik ergänzt: „Zusätzliche Sicherheit gibt die unterschiedliche Farbcodierung der Geräte und Materialien. Alle Produkte für die Regionalanästhesie sind zum Beispiel gelb markiert.“

Es war ein langer Weg bis zur Projektverwirklichung. Zuerst einmal mussten die Hersteller solcher Verbindungssysteme neue, verwechslungssichere Produkte zur Verfügung stellen. Längst nicht alle Hersteller bieten die neuen Systeme an und bisher ist dieses System noch nicht zwingend vorgeschrieben. Drei Jahre dauerte der Prozess zur Einführung des Systems im Klinikum. „Sämtliche Prozesse mussten identifiziert und geprüft werden und schließlich auch alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschult werden“, erklärt Dr. Bantel. „Die Umstellung auf ein neues System bedeutet für alle Beteiligten einen erheblichen Mehraufwand. Zur Verbesserung der Patientensicherheit nehmen die Kolleginnen und Kollegen dies aber gerne in Kauf“, so Klaric.

Neben den beiden Ärzten waren vor allem die sogenannten Pain Nurses diejenigen, die das Projekt nach vorne trieben und maßgeblich an der Projektverwirklichung beteiligt waren. Auch die Krankenhausapotheke des Klinikums hat einen wichtigen Part in dem System. Die Arzneimittellösungen, die verabreicht werden, werden in der Apotheke unter Reinraum¬bedingungen in gewünschter Dosierung hergestellt. Anschließend werden spezielle Kassetten damit befüllt und verbrauchsfertig und farblich markiert an die einzelnen Stationen geliefert.

„Wir gehören zu den Vorreitern in Deutschland und vor allem in der Region. Die Einführung eines neuen Systems ist nie einfach, aber letztlich wird sich dieses System in allen Krankenhäusern früher oder später durchsetzen, denn dieses System erhöht die Patientensicherheit“, sagt Dr. Bantel.
Im Klinikum Oldenburg, selbst Mitglied des Aktionsbündnisses Patientensicherheit e.V., sind jedenfalls alle Bereiche der Regionalanästhesie auf NR-Fit umgestellt – ein zusätzlicher Baustein zur Optimierung der Patientensicherheit, weitere werden folgen.

Hintergrundinformation NR-Fit:
Die Bezeichnung NR-Fit ist ein Markenzeichen der Global Enteral Device Supplier Association (GEDSA). Dies ist eine gemeinnützige Branchenvereinigung des Bundes, um die Einführung der neuen ISO-Standard-Steckverbinder und die Akzeptanz der neuen 80369-6-Steckverbinder im Gesundheitswesen zu erleichtern. Produkte, die diese Norm (ISO 80369-6) erfüllen, erhalten den Namenszusatz NRFit. Die Umstellung der Luer-Verbinder auf die neuen verwechslungssicheren Verbinder entsprechend der DIN EN ISO 80369 durch die Industrie erfolgt schrittweise.