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Klinik für Allgemeine Kinderheilkunde, Hämatologie/Onkologie



Pressemitteilungen

Nobelpreisträger Prof. Dr. Harald zur Hausen

82 Jahre alter Krebsforscher sprach vor rund 100 Medizinern / Einblicke in imposantes Forscherleben / HPV-Impfungen jetzt auch für Jungen / Kritik an starrer Gesundheitspolitik

Oldenburg, den 19. Oktober 2018.


Das Thema humane Papillomviren (HPV) als Erreger vieler Krebserkrankungen im Genitalbereich beschäftigt Dr. Harald zur Hausen einen Großteil seines Forscherlebens. An diesem reichhaltigen Erfahrungs- und Wissensschatz mit vielen privaten Einblicken ließ der Nobelpreisträger für Medizin am Mittwochabend rund 100 Zuhörer bei der kinderärztlichen Fortbildung des Klinikums Oldenburg intensiv und lebendig teilhaben. Im EWE-Forum begeisterte der 82 Jahre alte Mediziner mit enthusiastischen und immer verständlichen Ausführungen, die er charmant lächelnd messerscharf auf den Punkt formulierte. Dabei sparte er auch nicht mit Kritik an der Gesundheitspolitik in Deutschland, die sich kaum bewege und von nur geringer Weitsicht geprägt sei. Dadurch werde mehr verhindert statt vorangebracht.

Dies zeige sich beispielsweise bei der HPV-Impfung. Diese wird bereits seit 2006 für Mädchen im Alter zwischen 9 und 14 empfohlen und von den Krankenkassen bezahlt. Die Viren, das hat Prof. zur Hausen durch seine Arbeit nachgewiesen, sind ein Haupterreger für Gebärmutterhalskrebs. „Aber auch die Jungen sind Opfer und Täter zugleich“, verdeutlicht der Mediziner bildhaft. Sie könnten Überträger sein, aber auch selbst von dem Krebserreger geschädigt werden. Dies sei bereits seit vielen Jahren bekannt. Deshalb sei die Ausweitung der Impfempfehlung auf Jungen „längst überfällig“, so der Nobelpreisträger. Ab dem kommenden Jahr sei dies der Fall und damit auch die Kostenübernahme durch die Krankenkassen gesichert.

Prof. Dr. Harald zur Hausen zeige, warum Forschung so spannend und sinnvoll sei, sagte Prof. Dr. Hermann Müller, Leiter des Pädiatrisch-Onkologischen Zentrums an der Uniklinik für Kinder- und Jugendmedizin im Klinikum Oldenburg: „Weil sie großen Spaß macht und Gutes bewirkt.“ Der Forscher habe Pionierarbeit geleistet und stets für seine Arbeit gebrannt. Mit „Feuer und Flamme“ habe der Nobelpreisträger dies dem Publikum verdeutlicht. Und dieses Feuer ist übergesprungen. Von den jungen Medizinstudentinnen und -studenten über die Kinderärztin und den Kinderarzt bis hin zur Gynäkologin und dem Gynäkologen gab es lang anhaltenden Applaus. In vielen Gesprächen nach dem Vortrag nahm sich der Nobelpreisträger zudem ausführlich Zeit für einen persönlichen Austausch. „Eine beeindruckende menschliche und wissenschaftliche Persönlichkeit“ lautete die übereinstimmende Bewertung der Teilnehmer.

Prof. Dr. zur Hausen ist ein Nobelpreisträger zum Anfassen und frei von Standesdünkel. Dabei habe die Forscherkarriere des in Vechta aufgewachsenen Mannes eher unwissenschaftlich begonnen. „Den ersten Artikel hat er mit 16 Jahren in der Zeitschrift ,Wild & Hund‘ veröffentlicht“, wusste Prof. Dr. Müller mit einem Lächeln zu berichten. Einige Jahrzehnte später war der Krebsexperte nicht zuletzt auch Chefredakteur des renommierten Fachmagazins „International Journal of Cancer“. Für seine Forschung an HPV erhielt Prof. zur Klausen 2008 den Nobelpreis. Seine Forschung machte es möglich, dass ein HPV-Impfstoff entwickelt werden konnte.


Info: HPV-Impfung
HPV gibt es in vielfältigen Ausprägungen. Viele sind harmlos, einige jedoch gelten als Auslöser für Krebsarten im Genitalbereich. Dazu zählen unter anderem Gebärmutterhalskrebs, die vierthäufigste Krebsart bei Frauen, sowie bösartige Tumore an Schamlippen, Scheide und am Penis. HPV sind die am häufigsten durch sexuelle Kontakte übertragenen Krankheitserreger weltweit. Die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut empfiehlt seit vielen Jahren für alle Mädchen zwischen 9 und 14 Jahren eine entsprechende HPV-Impfung durch einen Kinderarzt oder -ärztin vornehmen zu lassen. Diese wird verbindlich ab 2019 in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen.


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Prof. Müller, eMail mueller.hermann@klinikum-oldenburg.de