Portal Notfall Aufnahme

Universitätsklinik für Geriatrie


Zahlen, Daten, Fakten

25 Betten,
1 Station,
27 Mitarbeiter


Im Jahr 2018

322Behandlungsfälle (DRG) insgesamt
169geriatrische Komplexbehandlungen
84J.Durchschnittsalter Patienten


Allgemeine Informationen zur Behandlung

Zielsetzung der Geriatrie

Bereits 1989 hat die WHO mit folgender Definition das Aufgabengebiet der Geriatrie umrissen: "Geriatrie ist der Zweig der Medizin, der sich mit der Gesundheit im Alter sowie den präventiven, klinischen, rehabilitativen und sozialen Aspekten von Krankheiten beim älteren Menschen beschäftigt." Diese umfassende Definition trägt der besonderen Lebenssituation des älteren Menschen Rechnung. Die Geriatrie ist daher eine medizinische Disziplin, welche sich nicht auf ein Organ konzentriert, sondern eine differenzierte Sicht des Gesamtzusammenhangs von Gesundheit im Alter in den Mittelpunkt stellt.

Altern bringt aufgrund der sich reduzierenden Leistungsreserven ein wachsendes Risiko für eine Verschlechterung der individuellen Funktionalität und Selbstständigkeit mit sich. Dieses macht den Betagten bei Hinzutreten einer akuten Erkrankung in dieser Hinsicht verwundbar. Pflegebedürftigkeit und ein Verlust an Lebensqualität sind die daraus resultierenden Konsequenzen. Um die diesbezügliche Gefährdung erkennen zu können, bedarf es der Analyse der individuell vorhandenen Defizite. Hierzu dienst das multidimensionale geriatrische Assessment. Hier sind neben Mobilität und geistiger Leistungsfähigkeit auch die psychisch-emotionale Situation des Patienten sowie auch seine soziale Einbettung berücksichtigt. Auf der Basis der erhobenen Befunde wird ein multidimensionales individuelles Leistungsangebot erstellt.

Die Entwicklung des spezifischen Leistungsangebotes der Geriatrie folgt daher dem Bedarf des älteren Menschen nach Erfassung seiner persönlichen Gesamtsituation und stellt dieses ins Zentrum des Behandlungskonzeptes. Charakteristika der Geriatrie sind ihre Interdisziplinarität und die Integration von Fachwissen anderer medizinischer Disziplinen in den Behandlungsprozess. Dabei ist es zum einen von herausragender Bedeutung zu erkennen, dass der geriatrische Patient im Rahmen der Therapie einer akuten Erkrankung nahezu in allen Fällen auch einen ergänzenden frührehabilitativen Ansatz benötigt, um seine Selbstständigkeit nach der Entlassung aus der Akutbehandlung zu erhalten. Alternativ oder auch in Ergänzung der eingeleiteten Maßnahmen kann auch die Einleitung einer geriatrischen Rehabilitation indiziert sein. Zum anderen ist der Geriater auch oftmals derjenige, der, wenn ein älterer Patient ans ende seines Lebens gekommen ist, bahnt, welche Maßnahmen im Sinne des Patienten liegen oder ob nicht eine rein palliative Begleitung indiziert ist.

Im akutmedizinischen Bereich gilt es zudem zu erkennen, dass ein hohes Alter in vielen Fällen eine differente klinische Symptomatik bedeutet. Bei Unkenntnis dieser Besonderheiten können eine verzögerte Diagnostik und eine schlechtere Prognose die Folge sein.

Der geriatrische Patient ist in aller Regel älter als 65 Jahre und durch Multimorbidität gekennzeichnet. Insbesondere Patienten mit einem Lebensalter über 80 Jahren profitieren nach allgemeiner Erfahrung in besonderem Maß durch die Behandlung in einer geriatrischen Abteilung.

Geriatrisches Behandlungskonzept

In der Akutgeriatrie werden Patienten behandelt, bei denen eine Erkrankung neu aufgetreten ist, oder bei denen sich eine bereits bekannte chronische Erkrankung akut verschlechert hat.

Patienten mit einer durch verschiedene Krankheitsfolgen herabgesetzten Belastbarkeit können in das Programm der frührehabilitativen Komplexbehandlung aufgenommen werden. Im Rahmen dieser Behandlung wird zuallererst das Rehabilitationspotenzial untersucht. Es wird dazu der Ist-Zustand der körperlichen und geistigen Beweglichkeit festgestellt, aber auch die Möglichkeiten der sozialen Versorgung analysiert.

Dazu legt das Team einen individuell angepassten Behandlungsplan fest. Ziel ist es, den Patienten dabei zu unterstützen, seine Selbstständigkeit im Alltag weitestgehend wiederzuerlangen bzw. zu verbessern. Zu diesem Zweck fördern unterschiedliche Therapeutengruppen die Patienten in mehreren Therapieeinheiten pro Tag. Parallel zu diesen rehabilitativen Bemühungen erfolgt die medizinische Behandlung.