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Universitätsklinik für Innere Medizin – Onkologie und Hämatologie


Zahlen, Daten, Fakten

48 stationäre Betten
10 teilstationäre Betten
3 Stationen
104 Mitarbeiterinnen & Mitarbeiter

Im Jahr 2019

915Behandlungsfälle (DRG)
153teilstationäre Behandlungstage
114Knochenmarktransplantationen
insgesamt, davon...
78autologe Stammzelltransplantationen
36allogene Stammzelltransplantationen


Blut, Blutstammzellen und Stammzellseparation

Woraus besteht das Blut?
Im Blut befinden sich drei verschiedene Zellarten:

1. Rote Blutzellen (Erythrozyten)
Die Erythrozyten transportieren Sauerstoff zu den einzelnen Organen und sind damit für den gesamten Stoffwechsel von Bedeutung. Die Funktionsfähigkeit der Erythrozyten wird über den Hb-Wert (Hämoglobin-Wert) bestimmt. Ein Mangel an roten Blutzellen wird Anämie genannt.

2. Weiße Blutzellen (Leukozyten)
Die weißen Blutkörperchen gehören zum Immunsystem des Menschen. Ihre vorrangige Aufgabe ist die Abwehr von eindringenden Krankheitserregern (Infekten). Einen Mangel an weißen Blutzellen nennt man Leukozytopenie.

3. Blutplättchen (Thrombozyten)
Die Thrombozyten sind für die Blutgerinnung zuständig. In Verbindung mit den Gerinnungsfaktoren sorgen sie dafür, dass Blutungen rasch zum Stillstand kommen. Thrombozytenmangel nennt man Thrombozytopenie.

Die Produktion der Blutzellen findet im Knochenmark statt. Alle drei Zellarten stammen von sogenannten Stammzellen ab. Aus den sehr unreifen Stammzellen gehen verschiedene Vorläuferzellen hervor, die sich weiterentwickeln und teilen bis hin zu den reifen Blutzellen.

Was sind Blutstammzellen?
Stammzellen und Vorläuferzellen finden sich vor allem im Knochenmark, sind aber auch in einer geringen Menge im Blut zu finden.

Diese Blutstammzellen sind im Prinzip identisch mit den Knochenmarkstammzellen. Nach einer Chemotherapie werden sie vermehrt ins Blut ausgeschwemmt, vor allem dann, wenn nach der Chemotherapie ein blutbildender Wachstumsfaktor gegeben wird (z.B. Neupogen). Solch ein Wachstumsfaktor wird in der Regel ein- oder zweimal täglich unter die Haut gespritzt.

Blutstammzellen können aus dem Blut gewonnen werden, sobald die Leukozyten nach einer normal dosierten Chemotherapie wieder auf normale Werte ansteigen. Zur Gewinnung der Blutstammzellen muß eine Stammzellseparation (oder auch Leukapherese genannt) durchgeführt werden.

Wie funktioniert die Stammzellseparation?
Um die Blutstammzellen und die Vorläuferzellen zu separieren (also aus dem Blut herauszufiltern), muß der Patient an einen Zellseparator angeschlossen werden. Das ist eine Maschine, in der Blutstammzellen und Vorläuferzellen von anderen Blutzellen getrennt werden.

Vor der Separation wird dem Patienten (meistens am Hals) ein doppelläufiger (zweilumiger) zentraler Venenkatheter (Sheldon-Katheter) in örtlicher Betäubung gelegt. Durch das eine Katheterlumen wird das Blut in das Schlauchsystem des Zellseparators gegeben, durch das andere Katheterlumen wird es wieder in den Körper zurückgeleitet.

Besonders wenn Schwierigkeiten beim Legen eines zentralen Venenkatheters aufgetreten sind, kann auch während einer kleinen Operation ein Katheter unterhalb des Schlüsselbeins eingepflanzt werden (Hickman-Katheter).

Die Stammzellseparation wird in der Blutbank des Deutschen Roten Kreuzes durchgeführt. Sie befindet sich direkt neben dem Klinikum Oldenburg. Während der Separation ist der Patient / die Patientin ca. 3 bis 4 Stunden an den Zellseparator angeschlossen.

In der Regel treten dabei keine nennenswerten Nebenwirkungen auf (Seltener kommt es zu leichten Kreislaufbeschwerden und auch Muskelverkrampfungen).Vorbeugend gegen diese Muskelverkrampfungen wird Kalzium, Magnesium und Kalium gegeben. Üblicherweise werden zwei Separationen an zwei nacheinander folgenden Tagen durchgeführt, nicht selten müssen aber noch zusätzliche Separationen (bis zu ca. 6) erfolgen, um die erforderlichen Mengen an Blutstammzellen zu gewinnen.