Umstellung der Bewertung von Antibiogrammen – Einführung des „Neuen I“ nach EUCAST

Die In-vitro-Bestimmung der Empfindlichkeit von Mikroorganismen gegen Antibiotika ist für eine gezielte antimikrobielle Therapie unerlässlich. Hierzu werden standardisierte Verfahren und Normen im mikrobiologischen Labor zur Testung und Befundung genutzt. Am Institut für medizinische Mikrobiologie und Virologie wird hierbei nach den Normen des EUCAST (European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing) gearbeitet.

Für eine gezielte antimikrobielle Therapie ist die In-vitro-Bestimmung der Empfindlichkeit von Mikroorganismen gegen Antibiotika unerlässlich. Hierzu werden standardisierte Verfahren und Normen im mikrobiologischen Labor zur Testung und Befundung genutzt. Am Institut für medizinische Mikrobiologie und Virologie wird hierbei nach den Normen des EUCAST (European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing) gearbeitet.

EUCAST hat eine Überarbeitung der Kategorien der Befundung vorgenommen.
 

EUCAST hat eine Überarbeitung der Kategorien der Befundung vorgenommen.

Der Hintergrund hierfür ist, dass bisher anhand des Antibiogramms nicht eindeutig unterschieden werden konnte, ob zur Therapie eines Erregers eine höhere Antibiotikadosierung erforderlich war. So ist z.B. bei Pseudomonas aeruginosa auch bei sensibel getesteten Antibiotika zumeist eine höhere Dosierung notwendig als z.B. bei Escherichia coli.

Dies kann in Zukunft direkt im Antibiogramm ausgedrückt werden. Hierfür wird der Buchstabe I genutzt, mit einer neuen Bedeutung.

I bedeutet in Zukunft nicht mehr „intermediär“, sondern sensibel bei erhöhter Exposition/Dosierung (susceptible Increased exposure) – man kann sich auch „sensibel bei Intensivierter Therapie“ merken.

I bedeutet nicht, dass eine verringerte Wirkung vorliegt (bei Anwendung der richtigen Dosierung).

Im Klartext heißt es: »I« ist ein »S« mit Dosierungsempfehlung!

Für manche Erreger/Antibiotika-Kombinationen wird es zukünftig nur noch eine »I«-Bewertung geben, um im Befund auf die Notwendigkeit der erhöhten Dosierung hinzuweisen(z. B. Pseudomonas spp.). Auf den Befunden erfolgt eine entsprechende Kommentierung.

Ssensibel bei Standardexposition/Standarddosierung
Isensibel bei erhöhter (Increased) Dosierung/Exposition
R: resistent

Für Ihren klinischen Alltag gibt es nur wenige Änderungen. Wie bisher erhalten Sie einen Befund mit dem Nachweis relevanter Erreger mit einer Testung der Empfindlichkeit (Antibiogramm). 
Antibiotika, die als I gekennzeichnet sind, können Sie genauso zur Therapie auswählen wie solche, die als S gekennzeichnet sind. Bitte beachten Sie hierfür die Dosierung!

Auch wenn die Änderungen der Bewertung im ersten Moment ungewohnt ist, wird hiermit in Zukunft eine bessere Antibiotikatherapie erreicht werden können, insbesondere werden Unterdosierungen vermieden.

Für die Umstellung bieten wir gerne nach Absprache weitere Schulungen an – sowohl per Video, als auch in Ihrer Abteilung vor Ort.

Das Team des Instituts für medizinische Mikrobiologie u. Virologie

Dosierung Antibiotika

In nachfolgender Tabelle haben wir die wichtigsten Dosierungen mit Hinweis auf die normale und die erhöhte Dosierung für Sie zusammengefasst.