Das Klinikum Oldenburg stellt seine Schmerztherapie um. Oxycodon verschwindet künftig aus dem regulären Betäubungsmittelbestand. Stattdessen setzt das Klinikum auf Hydromorphon. Mit der Maßnahme will das Klinikum die Suchtprävention weiter stärken.
Beide Wirkstoffe gehören zu den starken Opioiden. Sie kommen zum Beispiel nach größeren Operationen, bei schweren Verletzungen oder bei Tumorerkrankungen zum Einsatz. Beim Wechsel des Standardpräparats zählt deshalb nicht nur, wie gut ein Medikament Schmerzen lindert. Entscheidend ist auch, wie die Wirkung bei den Patientinnen und Patienten ankommt.
„Wir ersetzen nicht ein starkes Opioid durch ein ungefährliches Medikament. Auch Hydromorphon kann abhängig machen und verlangt einen sehr sorgfältigen Einsatz“, sagt PD Dr. Dr. Carsten Bantel, Leiter der Schmerztherapie am Klinikum Oldenburg. „Der entscheidende Unterschied ist für uns die geringere subjektive Anflutung. Wenn Patientinnen und Patienten die Wirkung weniger abrupt und weniger deutlich wahrnehmen, sehen wir darin aus suchtmedizinischer Sicht einen relevanten Vorteil.“
Oxycodon kann sehr deutlich und schnell spürbar wirken. Dieser Effekt kann den Wunsch verstärken, die Wirkung wieder zu erleben. Bei Hydromorphon steht dieses unmittelbare Erleben weniger stark im Vordergrund. Es flutet langsamer an und bietet trotzdem eine wirksame Schmerztherapie. Deshalb macht das Klinikum Hydromorphon künftig zum Standard.
Das Ziel ist, Schmerzen wirksam zu behandeln, aber vermeidbare Risiken so klein wie möglich halten. Und zwar auch in der Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt. „Unsere Verantwortung für eine gute Behandlung endet nicht an der Krankenhaustür“, sagt Prof. Dr. Andrea Morgner-Miehlke, Medizinische Vorständin des Klinikums Oldenburg. „Wir müssen akute Schmerzen wirksam behandeln und zugleich im Blick behalten, welche Folgen eine Therapie langfristig für unsere Patientinnen und Patienten haben kann. Deshalb prüfen wir medizinische Standards regelmäßig kritisch und entwickeln sie weiter.“
Für Patientinnen und Patienten, die bereits auf Oxycodon eingestellt sind, ändert sich nichts Grundsätzliches. Wenn sie das Medikament aus medizinischen Gründen weiter brauchen, bekommen sie es auch künftig. Das Klinikum bestellt es dann gezielt. Bestehende und medizinisch notwendige Therapien laufen also weiter.
+++
Bei Fragen zum Thema kontaktieren Sie bitte Pressesprecher Bastian Mojen unter 0441 403-4259.
