Das Klinikum Oldenburg zählt seit vielen Jahren zu den erfahrenen Zentren für die Behandlung komplexer Herzrhythmusstörungen. Das Team führt regelmäßig anspruchsvolle Katheterablationen sowohl in den Herzvorhöfen als auch in den Herzkammern durch. Das neue System erweitert diese Möglichkeiten nun um eine weitere Behandlungsoption.
Herzstück der Technologie ist ein spezieller Katheter. Er ermöglicht es, gezielt mit einer vergrößerten Ablationskatheterspitze sowohl mit der bisher verwendeten „Hitze“ Ablation (Radiofrequenzstrom) als auch mit Pulsed Field Ablation (Elektroporation) Ablationsläsionen zu setzen und ergänzt damit die bereits vorhandene große Auswahl an Spezialkathetern. Zukünftigen werden nicht nur Patienten mit Vorhofrhythmusstörungen sondern auch Patienten mit komplexen Kammerrhythmusstörungen mit diesem Ablationskatheter behandelt werden. Ziel einer Katheterablation ist es, Bereiche des Herzgewebes, die Herzrhythmusstörungen verursachen oder unterhalten, gezielt zu eliminieren. So kann das Herz wieder in einen regelmäßigen Rhythmus finden.
Unterstützt wird der Eingriff durch ein „Navigationssystem“, das während der Behandlung eine hochauflösende Karte der elektrischen Aktivität des Herzens ermöglicht und dem Behandlungsteam in Echtzeit wichtige Informationen zur Navigation und Therapie liefert. Dadurch können Herzrhythmusstörungen genauestens lokalisiert und behandelt werden.
Mappingsysteme dieser Art werden bereits seit langem in der Elektrophysiologie am Klinikum eingesetzt, der Einsatz in Verbindung mit diesem Spezialkatheter ist jedoch neu am Klinikum.
„Wir verfügen bereits über ein breites Spektrum moderner Ablationsverfahren. Mit dem neuen System erweitern wir unsere Möglichkeiten gezielt um ein weiteres Instrument, das uns bei ausgewählten Patientinnen und Patienten zusätzliche Flexibilität bietet“, sagt Professor Philipp Halbfaß, stellv. Klinikdirektor der Universitätsklinik für Kardiologie. „Unser Ziel ist es, für jede Patientin und jeden Patienten das jeweils bestmögliche Verfahren auszuwählen.“
