Allgemeines

Hämatologische Erkrankungen

Es können hier sowohl gutartige (Vitaminmangelzustände, Eisenmangel) als auch angeborene Erkrankungen (Thalassämien, Sichelzellanämie  oder angeborene Immundefekte) als auch bösartige Erkankungen betreut werden. Der Schwerpunkt Hämatologie an unserem Zentrum ist ein Kompetenz-Zentrum für die Erkrankungen des Blutes, des Immun und Lymphsystemssystems.

Dazu gehört das Laboratorium für spezielle hämatologische Diagnostik. Hier werden jährlich Tausende von Untersuchungen des Blutes, des Knochenmarks zur Erkennung von angeborenen oder erworbenen, gut- und bösartigen Erkrankungen der roten und weißen Blutkörperchen, der Blutplättchen, der blutbildenden Zellen im Knochenmark, des Lymph- und Immunsystems sowie des Blutgerinnungssystems durchgeführt.
Eine enge Kooperation mit Speziallaboratorien der Universitätskliniken und nationalen Referenzzentren ermöglicht den Einsatz modernster hämatologischer Spezialverfahren zur Beantwortung spezieller Fragestellungen für die Therapie-Planung und Verlaufsbeurteilung, z. B. bei akuten und chronischen Leukämien, malignen Hodgkin- und Non-Hodgkin-Lymphomen sowie Plasmozytomen (Multiplen Myelomen).

Bei etlichen bösartigen Erkrankungen des Blut- oder Lymphsystems ist heute eine Heilung oder langfristige Kontrolle der Erkrankung  durch den Einsatz von Chemo-/Immun- und zielgerichteten oder eine Transplantation auch im fortgeschrittenen Stadium möglich. Gant entscheidend ist heute die molekularpathlogische und zytogenetische Klassifikation der Erkrankungen zur Beurteilung der Risikofaktoren und zunehmend zur Auswahl der individuellen zielgerichteten Therapie. Das Hämatologische Zentrum beteiligt sich an diversen nationalen und internationalen Studien (LINK Studienzentrum).

Jeder Patient mit einer bösartigenhämatologischen Erkrankung wird vor Therapieeinleitung im Behandlerteam besprochen und nach Eingang aller notwendigen Untersuchungsbefunde in der 1x wöchentlich stattfindenden Hämatologischen Tumorkonferenz interdiziplinär mit den Kollegen der Radiologie, Strahlentherapie und Hämatopathologie Hamburg und bei Bedarf weiteren Fachdiziplinen erörtert , um die individuelle leitliniengerechte Therapie  und mögliche Teilnahme an Studienprotokollen festzulegen.

Eine Vielzahl von Patienten können ambulant beraten und untersucht, gegebenenfalls ambulant, teilstationär oder stationär behandelt werden. 
Um neue, vielversprechende Therapieverfahren bei speziellen Erkrankungen anbieten zu können, ist die Klinik in zahlreichen wissenschaftlichen Studiengruppen zum Einsatz modernster Therapie-Verfahren sowie zur Optimierung der Standard-Therapien vertreten.
 

Behandlungsspektrum

  • gutartige Bluterkrankungen 
  • myelodysplasische Syndrome ( MDS)
  • myeloproliferative Erkrankungen
  • Akute und chronische Leukämien
  • M. Hodgkin
  • Non-Hodgkin-Lymphome
  • Myelome
  • Amyloidose

Behandlungsmöglichkeiten

Der Schwerpunkt Hämatologie ist ein Kompetenz-Zentrum für die Erkrankungen des Blutes, des Immunsystems und der Blutgerinnung. Dazu gehört das Laboratorium für spezielle hämatologische Diagnostik.

Hier werden jährlich Tausende von Untersuchungen des Blutes, des Knochenmarks zur Erkennung von angeborenen oder erworbenen, gut- und bösartigen Erkrankungen der roten und weißen Blutkörperchen, der Blutplättchen, der blutbildenden Zellen im Knochenmark, des Lymph- und Immunsystems sowie des Blutgerinnungssystems durchgeführt.

Eine enge Kooperation mit Speziallaboratorien der Universitätskliniken und nationalen Referenzzentren ermöglicht den Einsatz modernster hämatologischer Spezialverfahren zur Beantwortung spezieller Fragestellungen für die Therapie-Planung und Verlaufsbeurteilung, z. B. bei akuten und chronischen Leukämien, malignen Hodgkin- und Non-Hodgkin-Lymphomen sowie Plasmozytomen (Multiplen Myelomen).

Eine Vielzahl von Patienten können ambulant beraten und untersucht, gegebenenfalls ambulant, tagesklinisch (teilstationär) oder stationär behandelt werden.

Um neue, vielversprechende Therapieverfahren bei speziellen Erkrankungen anbieten zu können, ist die Klinik in zahlreichen wissenschaftlichen Studiengruppen zum Einsatz modernster Therapie-Verfahren sowie zur Optimierung der Standard-Therapien vertreten.

Das Hodgkin-Lymphom ist eine Erkrankung, die durch spezielle entartete Lymphozyten, einer Untergruppe der weißen Blutkörperchen ausgelöst wird. Die Erkrankung wird zu den bösartigen Lymphdrüsentumoren gezählt.

Sowohl im frühen als auch im späten Stadium der Erkrankung besteht durch eine Chemotherapie eine sehr gute Heilungschance. Je nach individueller Krankheitssituation sollte eine intensivere oder weniger intensive Chemotherapie erfolgen, um eine Heilung zu erzielen. Unter bestimmten Umständen kann eine ergänzende Strahlentherapie nach Abschluss der Chemotherapie die Heilungschance weiter verbessern.

Die guten Erfolge bei der Behandlung des Hodgkin-Lymphom verdanken wir den Therapiekonzepten der Deutschen Hodgkin-Studiengruppe (DHSG) der Universitätsklinik Köln. In der Regel wird den Patienten nach gemeinsamer Diskussion mit einem Spezialistenteam die Teilnahme an den aktuellen Therapiestudien der DHSG empfohlen, wodurch eine deutschlandweit einheitliche, auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende Therapie ermöglicht wird.

Im Falle eines erneuten Auftretens einer Hodgkinschen Erkrankung nach vorheriger Chemotherapie („Rezidiv“) ist weltweit die Durchführung einer Hochdosischemotherapie mit Unterstützung von patienteneigenen („autologen“) Stammzellen die Standardtherapie.
Auch in dieser Situation besteht eine relativ gute Chance auf Heilung.

Standard sind hier inzwischen sowohl der Einsatz von ADC ( Antikörper-Drug- Konjugaten: direkt an Antikörper gekoppelte Zytostatika) oder Checkpointinhibitoren (Immuntherapie).In Einzelfällen auch die allogene Sammzelltransplantation.

Non-Hodgkin Lymphome sind eine sehr uneinheitliche Gruppe von Erkrankungen, die auf eine Entartung von einer bestimmten Art weißer Blutkörperchen, den Lymphozyten zurückzuführen sind. Sie werden zu den bösartigen Erkrankungen gezählt.

Da es sehr viele unterschiedliche Lymphozyten in verschiedenen Entwicklungsstadien gibt, verläuft jede Erkrankung anders und wird auch unterschiedlich behandelt. Manche NHL brauchen zunächst über viele Jahre gar nicht behandelt zu werden und beeinträchtigen den Patienten überhaupt nicht (niedrig maligne oder indolente Lymphome), wieder andere wachsen sehr aggressiv und müssen intensiv und rasch behandelt werden (hochmaligne oder aggressive Lymphome). Häufig besteht die Möglichkeit, die Erkrankung zu heilen.

Wenn eine Behandlung notwendig ist, stehen grundsätzlich verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Verfügung.

Bei manchen Lymphomen kann im frühen Stadium eine alleinige Bestrahlung die Erkrankung heilen. Häufig benötigt man eine Chemotherapie, um die Erkrankung zu kontrollieren oder häufig auch zu heilen. Immer öfter wird eine gezielt gegen Tumorzellen gerichtete Immuntherapie, allein oder in Kombination mit Chemotherapie eingesetzt.

Beispielsweise wird bei der chronischen Leukämien bei einem Großteil der Patienten bereits in der Erstlinienbehandlung völlig Chemotherapie frei behandelt. Die Auswahl des jeweiligen Therapieregime richtet sich hier einerseits nach dem Risikoprofil ihrer Erkrankung und anderseits nach z.B. vorliegenden Begleiterkrankungen.

Bei wiederholtem Krankheitsausbruch (Rezidiv) oder beim Vorliegen bestimmter Risikofaktoren kann bei geeigneten Patienten eine Hochdosischemotherapie mit Stammzellunterstützung (früher auch Knochenmarktransplantation genannt) entweder mit patienteneigenen (autologen) oder fremden (allogenen) Stammzellen durchgeführt werden. Auch hier ist die Heilung das Ziel der Therapie.

Ein Spezialistenteam wird mit Ihnen zusammen einen individuellen Behandlungsplan erstellen, wobei geeigneten Patienten auch die Teilnahme an den wichtigen internationalen Therapiestudien zur Behandlung von NHL angeboten wird.

Ein multiples Myelom, auch Plasmozytom genannt, ist eine Erkrankung, die auf einer Entartung spezieller weißer Blutkörperchen, den Plasmazellen beruht. Die Ursache hierfür ist in der Regel unbekannt. Normalerweise sind diese Zellen ein wichtiger Teil des Immunsystems. Bei Patienten mit einem Plasmozytom kommt es durch die rasche Vermehrung der fehlgeleiteten Plasmazellen und durch die Produktion von bestimmten Eiweißen und hormonartigen Substanzen mit der Zeit zu Problemen an Nieren, Knochen, Blut- und Immunsystem.

Einige Plasmozytome können sich über viele Jahre hinweg ohne Therapie ruhig verhalten ohne wesentlichen Schaden anzurichten, andere wiederum erfordern aufgrund einer sehr hohen Aktivität die zügige Durchführung einer Chemotherapie, manchmal einer Strahlentherapie.

Heute werden in der Regel Kombinationstherapien aus immunologischen Therapien, die gegen bestimmte Oberflächenantigene der Plasmazellen gereichtet sind in Kombination mit sogenannten zielgerichteten Behandlungen ( Broteasom-Inhibitoren  oder Imiden als Immunmodulatoren) teilweise in Kombination mit einer Chemotherapie eingesetzt, aber auch chemotherapiefreie Kombination sind hoch wirksam

Mit der Therapie können die entarteten Plasmazellen in ihrer Vermehrung und Aktivität im ganzen Körper gestoppt und vernichtet werden. Hierfür stehen sowohl sehr milde, nebenwirkungsarme Therapien als auch intensivere Therapien bis hin zur Stammzelltransplantation (früher Knochenmarktransplantation) zur Verfügung.

Die Auswahl der Therapie richtet sich nach dem Risikoprofil der Erkrankung (bestimmte genetische Veränderungen, die nur die bösartigen Zellen betreffen) und ganz wesentlich nach dem Allgemeinzustand und den Vorerkrankungen des Patienten.
Die Strahlentherapie kann bei örtlich begrenzten Problemzonen, z.B. einem schmerzhaften Knochenbefall in der Wirbelsäule sehr hilfreich sein.

Ihr Spezialistenteam wird mit Ihnen zusammen nach Durchführung verschiedener Untersuchungen einen individuell angepassten Behandlungsplan entwickeln. Hierzu werden geeigneten Patienten auch die Teilnahme an Therapiestudien angeboten, die deutschlandweit ein einheitliches Therapiekonzept unter Verwendung aller moderner Verfahren zur Behandlung des multiplen Myeloms verfolgen.

Lungenkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen beim Mann, tritt aber auch immer häufiger bei Frauen auf. Der Großteil der Lungenkrebserkrankungen wird durch das Rauchen (und das Passivrauchen) verursacht. Eine andere mögliche Ursache ist der längere Kontakt mit krebserregenden Stoffen in der Luft (z.B. Asbest, Radon).

Wegen seiner unspezifischen Symptome wie Husten mit oder ohne blutigen Auswurf, Atemnot, Schmerzen, Gewichtsverlust und Abgeschlagenheit wird er oft erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt.

Es gibt verschiedene Formen des Lungenkrebses die sich im Krankheitsverlauf, in der Behandlung und in den Behandlungserfolgen stark unterscheiden. Die wichtigsten Formen sind das großzellige (oder genauer: nicht-kleinzellige) Bronchialcarcinom oder das kleinzellige Bronchialcarcinom.

Der Verdacht auf Lungenkrebs bestätigt oft schon eine Röntgenaufnahme der Lunge, andere bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder Computertomografie lassen Rückschlüsse auf die Ausdehnung des Tumors oder auf Metastasen zu. Sehr wichtig zur Diagnostik ist die Bronchoskopie (Lungenspiegelung), bei der Gewebeproben entnommen werden.

Ziel der Behandlung ist zunächst immer die operative Entfernung des Tumors und der Lymphknoten des betroffenen Gebiets samt einem ausreichenden Sicherheitssaum. Oft ist anschließend eine Strahlen- oder Chemotherapie notwendig. Besonders das kleinzellige Carcinom hat die unangenehme Eigenschaft, schon sehr früh kleinste, nicht sichtbare Tochtergeschwülste auszubilden. Dafür reagiert es im Gegensatz zu den nicht-kleinzelligen Tumoren empfindlich auf eine Chemotherapie mit zellwachstumshemmenden Medikamenten. Trotzdem ist die Zahl der Rückfälle groß.

Selbst nach einer Operation ist eine vollständige Heilung selten. Die weit fortgeschrittenen nicht kleinzelligen Carcinome lassen sich mit einer Chemotherapie eindämmen. Auch die Strahlentherapie zeigt Erfolge. Bei beiden Tumorarten scheint eine Kombination von Strahlen- und Chemotherapie die Rückfallrate zu senken.

Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den verschiedenen Fachabteilungen (Thoraxchirurgie und Strahlentherapie) ist eine optimale individuelle Behandlungsstrategie möglich. Daneben werden in unserer Abteilung neue erfolgversprechende Chemotherapieprotokolle eingesetzt.

Für die Behandlung von Patienten mit Oesophagustumoren ist die enge Zusammenarbeit zwischen Chirurgie, Strahlentherapie, Gastroenterologie und Onkologie notwendig. Auf einer wöchentlich stattfindenden multidisziplinären Tumorkonferenz werden diese Patienten unter Anwesenheit des Radiologen und Pathologen gemeinsam besprochen und das therapeutische Vorgehen festgelegt.

Hierbei kann im Einzelfall in der Herstellung der Passage der Speiseröhre ein Plastik- oder Metallrohr (Stent) notwendig sein oder die kombinierte Strahlen- und Chemotherapie eine therapeutische Alternative bieten. Zunehmend werden Patienten zunächst strahlen- und chemotherapiert und dann den Chirurgen zur Operation vorgestellt. Für Patienten in frühen Stadien kommt eine alleinige Operation in Frage.

Der Magenkrebs nimmt erfreulicherweise in den letzten Jahren deutlich ab, wobei es allerdings eine starke Zunahme von Erkrankungen am Übergang des Magens und der Speiseröhre zu verzeichnen gibt. Falls ein Magenkrebs nicht mehr zu operieren ist, profitieren die Patienten in der Regel von einer systemischen Chemotherapie, die sich in den letzten Jahren deutlich verbessert hat. Tumorbedingte Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme oder tumorbedingte Schmerzen können sich häufig relativ rasch bessern. Inwieweit eine Chemotherapie bei einem Patienten sinnvoll ist, bedarf der sorgfältigen Abwägung.

Zunehmend werden auch Patienten vor einem operativen Eingriff mit einer Chemotherapie behandelt, da sich hierdurch die Heilungschancen verbessern lassen. Bei einigen Patienten kann es sinnvoll sein, auch nach einer Operation eine Strahlen- und Chemotherapie durchzuführen, um die Heilungschancen weiter zu verbessern. Die beiden letztgenannten Therapieoptionen werden zukünftig in einer großen europäischen Studie überprüft werden. Außerhalb von Studien bedarf es der sorgfältigen Therapieplanung, um aus den Therapieoptionen für den einzelnen Patienten die beste festzulegen.

Bösartige Tumoren des Pankreas sollten wenn möglich operiert werden. Häufig kann durch eine nach der Operation durchgeführten systemischen Chemotherapie die Heilungschance weiter verbessert werden. Bei fortgeschrittener Erkrankung, bei der bereits Tumorabsiedlungen in anderen Organen vorliegen, kann eine Chemotherapie die Prognose der Patienten deutlich verbessern und tumorbedingte Beschwerden lindern. Im Gespräch müssen Wirkungen und Nebenwirkungen der Therapie sorgfältig abgewogen werden. Grundsätzlich besteht jedoch die allgemeine Auffassung, dass Patienten von einer Chemotherapie profitieren und diese daher den meisten Patienten angeboten werden kann.

Bei Tumoren der Leber unterscheiden wir unter Geschwülsten, die aus der Leber entstanden sind oder bei denen Krebszellen, die ihren Ursprung in anderen Organen haben, in die Leber hineingewandert sind.

Bei Tumoren, die im Lebergewebe entstanden sind, ist die Operation die Therapie der Wahl. Sollte sie nicht möglich sein, stehen in Zusammenarbeit mit dem interventionalen Radiologen lokale Therapieverfahren zur Verfügung, die den Tumor entweder durch Hitze zerstören oder durch gezielt eingebrachte Therapiekatheter regional behandelt werden können. Darüber hinaus können in Zusammenarbeit mit den Gastroenterologen weitere lokale Therapieverfahren angeboten werden, indem z. B. Alkohol direkt in den Tumor unter sonographischer Kontrolle gespritzt wird.

Bei Tumoren, die ihren Ausgang in anderen Organen haben und in die Leber gestreut sind, ist die Behandlung sehr unterschiedlich und richtet sich nach dem Ursprungsort des Tumors. Häufig ist auch hier die Operation möglich und kann zur Heilung führen. Gelegentlich kann durch eine vor der Operation durchgeführte Chemotherapie erst eine Operation möglich werden.

Karzinoide sind seltene Erkrankungen, die ihren Ursprung im Magen-/Darmtrakt, aber auch im Lungengewebe haben können. Diese Tumoren haben häufig einen sehr unterschiedlichen Verlauf. Bei einigen Patienten können sie über lange Zeit auch ohne Therapie vollkommen ohne Beschwerden verlaufen. Diese Patienten bedürfen der sorgfältigen, engmaschigen Kontrolle, um den richtigen Zeitpunkt der Therapie festlegen zu können.

Bei anderen Patienten kann die Erkrankung sehr rasch verlaufen und bedarf frühzeitig der intensiven Chemotherapie, die dann häufig auch sehr erfolgreich eingesetzt werden kann. Die Operation kann in frühen Stadien zur vollständigen Heilung führen und wird immer als erstes erwogen. Leider ist bei vielen Patienten eine Operation nicht möglich, so dass auf andere Therapieverfahren zurückgegriffen werden muss.

Einige Patienten haben besondere Beschwerden, insbesondere wenn die Tumoren besondere Hormone oder Botenstoffe produzieren, die zu einem schnellen Herzschlag, Gesichtsrötung oder Durchfall führen (Karzinoide). Bei diesen Patienten kann sehr wirkungsvoll die Symptomatik unterdrückt werden, indem spezielle Medikamente in regelmäßigen Abständen unter die Bauchdecke gespritzt werden.

Darüber hinaus sind in Zusammenarbeit mit der radiologischen Abteilung lokale Therapieverfahren bei einigen Patienten möglich, bei denen über spezielle Therapiekatheter häufig in die Leber direkt vor den Tumor Medikamente injiziert werden.

Die selteneren Dünndarmtumoren werden in der Regel wie Dickdarmtumoren behandelt, d. h. es erfolgt zunächst die Operation und es kann sich eine systemische Chemotherapie anschließen, die die Heilungschancen weiter verbessert. Dieses Verfahren ist insbesondere bei Dickdarmtumoren etabliert. Falls nach einer Operation eine Chemotherapie notwendig ist, wird diese in der Regel über ein halbes Jahr in 14-tägigen Abständen durchgeführt. Erfreulicherweise haben sich diese Therapieverfahren in der letzten Zeit deutlich verbessert.

Bei Tumoren des Enddarms oder Mastdarms wird heutzutage überwiegend eine vor der Operation durchgeführte Strahlen- und Chemotherapie durchgeführt, da hierdurch die operativen Ergebnisse deutlich verbessert werden können. Nach der Operation schließt sich häufig eine Chemotherapie an. Die Entscheidung für diese Therapieverfahren richtet sich nach dem Ausbreitungsstatus des Tumors und danach, ob regionale Lymphknoten befallen sind.

Falls Darmtumoren bereits in andere Organe, insbesondere häufig die Leber, gestreut haben, ist erneut zu prüfen, ob durch eine Operation der Leber oder auch der Lunge eine Heilung möglich erscheint. Ist dies nicht der Fall, kann häufig durch eine wirksame Chemotherapie der Tumor soweit verkleinert werden, dass zu einem späteren Zeitpunkt eventuell eine Operation möglich ist. Die Möglichkeiten der Chemotherapie haben sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Es stehen neben den klassischen chemotherapeutischen Medikamenten sehr wirksame Antikörper zur Verfügung, die insbesondere wenn sie zusammen mit einer Chemotherapie eingesetzt werden, die Ergebnisse deutlich verbessern, ohne die Nebenwirkungen einer Chemotherapie zu steigern. Die Chemotherapie kann überwiegend ambulant durchgeführt werden.

In Deutschland erkranken jährlich mehr als 47.500 Frauen an diesem Tumor, selten auch Männer. Bei Frauen ist es die häufigste Tumorerkrankung. Die Therapie unterscheidet sich nach der Ausbreitung der Erkrankung und Behandlungsziel. Daher haben wir am Klinikum Oldenburg ein sogenanntes Brustzentrum aufgebaut.

Hier arbeiten Frauenärzte, Radiotherapeuten, Pathologen, Radiologen, Onkologen, und ggf. weitere Fachleute eng zusammen und treffen sich wöchentlich zur Tumorkonferenz. Die Abteilung für Onkologie und Hämatologie übernimmt den wesentlichen Part der medikamentösen Behandlung, wobei eine breite Palette von Zytostatika, antihormonellen Therapien und Immuntherapien eingesetzt wird. Wir führen die Behandlungen überwiegend ambulant in der Onkologischen Tagesklinik durch, selten auch stationär.

Um die Erkrankung in einem frühen, heilbaren Stadium zu erkennen, sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen von herausragender Bedeutung, also die Tastuntersuchung durch die Frau sowie den Frauenarzt, ergänzt durch Röntgendarstellung (Mammografie) und Ultraschall der Brust.

Bei der Ersterkrankung ist das Ziel der Behandlung die Heilung, sofern die Untersuchungen Tumorabsiedlungen in anderen Organen ausschließen (Röntgen der Brustorgane, Ultraschall des Bauches, Szintigramm der Knochen). Durch die Operation werden der Brusttumor und die befallenen Achsellymphknoten entfernt. Oft ist eine brusterhaltene Operation oder auch eine begrenzte Lymphknotenoperation möglich, wodurch kosmetische Probleme vermindert werden.

Sehr häufig ist eine Behandlung mit Zytostatika sinnvoll (Medikamente, die Zellteilung oder Zellwachstum hemmen). Von einer neoadjuvanten Therapie sprechen wir, wenn die Chemotherapie bei großen Tumoren vor der Operation durchgeführt wird, mit dem Ziel, die Operation zu ermöglichen; auch kann man hierbei das Ansprechen des Tumors direkt beurteilen.

Meist erfolgt die Chemotherapie als adjuvante Therapie nach der Operation. Diese ist damit begründet, dass sich bereits frühzeitig Tumorzellen in den Körper abgesiedelt haben können. Die medikamentöse Therapie kann diese Tumorzellen treffen und die Rückfallquote der Erkrankung deutlich senken.
Die wichtigsten Zytostatika sind beim Mammakarzinom die Taxane, die Anthrazykline, 5-Fluorouracil und Cyclophosphamid. Sie werden im Allgemeinen als Infusion in die Vene gegeben. Zwecks besserer Wirkung werden oft mehrere Substanzen miteinander kombiniert.

Eine Strahlentherapie wird ergänzt bei brusterhaltender Operation oder bei lokal fortgeschrittener Erkrankung. Dies erfolgt durch die Fachärzte für Strahlentherapie des Pius-Hospitals Oldenburg (Ltd. Arzt Herr Dr. Willborn) oder eine andere heimatnahe Strahlenklinik. Auch bei einer Absiedlung in andere Organe, speziell Knochen oder Gehirn, kann eine Bestrahlung hilfreich sein.

Bei hormonempfindlichen Tumorzellen („positive Hormonrezeptoren“) ist eine antihormonelle (Tabletten-)Therapie hilfreich, bei adjuvanter Behandlung dauert sie mehrere Jahre.

Selbst wenn die Erkrankung bereits in weitere Organe metastasiert hat und nicht mehr heilbar ist, können viele Patientinnen wegen der vielfältigen Behandlungsmöglichkeiten oft jahrelang unter Erhaltung der Lebensqualität bzw. Kontrolle der Erkrankung behandelt werden. Man spricht dann von palliativer Therapie. Wichtig sind hier auch lindernde und stabilisierende Medikamente.

Neben der Zytostatikatherapie und Hormontherapie ist seit einiger Zeit als drittes Standbein der internistischen Onkologie die Immuntherapie hinzugetreten in Form des Antikörpers Trastuzumab (Handelsname: Herceptin®). Voraussetzung ist ein Merkmal der Tumorzellen, das man nur bei jeder vierten Patientin nachweisen kann. Dieses Medikament wird bisher in Kombination mit Chemotherapie bei der metastasierten Erkrankung eingesetzt (palliativ), in Zukunft auch in der adjuvanten Behandlung. In Kürze sind noch weitere Immuntherapien zu erwarten.

Akute Leukämien treten für die Betroffenen sehr plötzlich und rasch auf und gehen mit einer schnellen Verschlechterung des Allgemeinbefinden, Blutbildveränderungen und Auftreten klinischer Symptome  (Infektionen, Blutungen, Schmerzen, Lymphknotenvergrösserungen) einher.

Man unterscheidet dabei die Akute Lymphatische Leukämie (ALL) , welche häufig jüngere Menschen betrifft und die von den Lymphozyten ausgeht und in der Regel zusätzlich zu Blutbildveränderungen häufig Lymphknotenvergrösserungen, eine vergrösserte Milz oder auch eine Beteiligung des Zentralnervensystems aufweist, von der Akuten Myeloischen Leukämie, die meist von den myeloischen Stammzellen, seltener von erythropoetischen ( rote Blutzellen) oder thrombopoetischen ( Blutplättchen) Stammzellen ausgeht.

AML 
Inzidenz: 2-4Erkrankungen/100.000 Einwohner/Jahr. Die Inzidenz steigt mit zunehmendem Alter auf bis zu 15/100.000 Einwohner/Jahr > 65 Jahre an (Quelle Onkopedia)

Auslöser und Krankheitszeichen 
Häufig spontan auftretend aber auch durch vorausgegangene Erkrankungen wie das MDS oder Myeloproliferative Erkrankungen, dann als sekundäre Leukämie (sAML) bezeichnet oder als Folge einer vorausgegangenen Chemo- oder Strahlentherapie tAML (therapieassozierte AML). Bei der AML sind inzwischen in einigen Familien Mutationen in der Keimbahn nachgewiesen worden, die möglicherweise das Auftreten einer Akuten Leukämie begünstigen, diese Disposition schein somit vererbbar zu sein. Neben den bereits oben erwähnten Symptomen können bei sehr hohen Leukozytenzahlen durch Verstopfung kleiner Gefäße neurologische Symptome wie Sehstörungen, Schwindel oder zentralnervöse Ausfallerscheinungen auftreten. Die stellt eine absolute Notfallsituation dar und bedarf der umgehenden stationären Einweisung zur sogenannten Leukapherese (Reduktion der Zellzahl durch eine Art Blutwäsche). Häufig treten infolge des erhöhten Zellumsatz Gichtanfälle  auf aufgrund der erhöhten Harnsäure. 
Ebenfalls einen hämatologische Notfall stellt die AML M3  (Promyelozytenleukämie : APL) dar, mit einer ausgeprägten (dissemierten) Gerinnungsstörung. Auch hier ist die umgehende Therapieeinleitung erforderlich.

Diagnostik 
Die Therapie der AML unterliegt insbesondere in den letzten Jahren einem stetigen Wandel durch die molekularbiologische und zytogenetische Charakterisierung der Leukämie, da inzwischen auch entsprechende Therapeutika zusätzlich zur Chemotherapie zur Verfügung stehen.

An unserem Zentrum wird bei Einwilligung seitens des Patienten im Rahmen der AMLSG BiO( Biology und Outcome) Registerstudie  die initiale Diagnostik von Blut und Knochenmark durchgeführt, welche sich an den Empfehlungen des European LeukemiaNet(ELN) ( Döhner et al. Blood 2017) orientiert.

Bei fehlender Zustimmung erfolgen diese Untersuchungen durch unsere Kooperationspartner der Hämatopathologie Hamburg.

Die rein morphologische Diagnostik der Knochenmark- und Blutausstriche erfolgt durch die Hämatologen vor Ort.

Die genaue initiale Klassifikation ist nicht nur für die Prognoseabschätzung und somit ggf. Indikation zur allogenen Stammzelltransplantation in 1.Remission entscheiden sondern auch zur Überwachung der Minimalen Resterkrankung (MRD) entscheiden, um Rezidive frühzeitig zu erkennen und  zu therapieren.

 

Therapie 
Jeder Patient wir im Rahmen der hämatologischen Tumorkonferenz erörtert nach Eingang aller Befunde, um die Therapie und auch die Indikation zur allogenen Stammzelltransplantation in 1. Remission festzulegen.

Wesentlich ist insbesondere bei jüngeren Patienten weiterhin die Chemotherapie, die  seit Jahren im Wesentlichen aus einer Kombination eines Anthrazklin und Cytarabinderivat im sogenannten 7+3 Schema besteht.

Zunächst wird eine Induktionstherapie ( i.d.R. bestehend aus zwei intensiven Chemotherapien) durchgeführt um die Remission der Erkrankung zu erreichen, was bei Pat. Im Alter von 16 – 60 Jahren in 70% der Fall ist. Ohne eine weitere Chemotherapie ist allerdings das Rezidivrisiko sehr hoch, weshalb sich mehrere Zyklen einer Konsolidierungstherapie anschließen ( i.d.R. 3). Trotz dieser intensiven Therapie erleiden jedoch bis zu 2/3 der Patienten abhängig von molekularbiologischen und zytogenetischen Risikoprofil einen Rückfall der Erkrankung.

Bis zum Eingang der endgültigen Ergebnisse der erfolgt häufig bereits eine zytoreduktive Behandlung mit Hydroxyharnstoff sowie supportive Maßnahmen (Transfusionen, Infekttherapie). Das Abwarten der Ergebnisse ist jedoch für die Wahl des richtigen Therapieregime entscheidend.

Im Falle eines Rezidives sind die Chancen eine erneute Remission zu erzielen deutlich geringer und es wird bei jüngeren Pat. In jedem Fall versucht werden eine allogene Stammzelltransplantation durchzuführen.

Inzwischen wird die o.g. 7+3 Therapie teilweise im Rahmen von Studien, teilweise sind die Substanzen bereits zugelassen durch zielgerichtete Substanzen wie Multikinasinhibitoren (Midostaurin) bei Nachweis einer FLT3- Mutation (ausgesprochen schlechte Prognose) oder gegen CD 33 gerichtete Antikörper ergänzt.

Unser Hämatologisches Zentrum beteiligt sich aktiv an den Studien der AMLSG- Studiengruppe um die Prognose der Patienten weiter zu verbessern ( Link Studienzentrum). 
Ein Beispiel für den Erfolg von Forschungsanstrengungen ist die Promelozyten- Leukämie. Hier konnte im Rahmen von Studien gezeigt werden, das diese Leukämieform besonders gut auf eine Kombinationstherapie mit einem Vitamin Derivat der ALL-trans Retinsäure  (ATRA) und Arsentrioxid anspricht. Hier kann in über 90% eine Heilung erreicht werden und diese Therapie ist der heutige Standard in der Behandlung dieser speziellen Leukämie.

Ältere Patienten 
Die Therapieergebnisse sind bei älteren Patienten  (< 60 Jahre) deutlich schlechter. Einerseits liegt dies an den zunehmend vorhandenen Begleiterkrankungen und dem andererseits häufig schlechterem Risikoprofil der Erkrankung  (sAML und tAML). Hier wird mit der konventionellen Therapie nur in 10-15% der Pat. Eine Langzeitremission erreicht, so dass wenn ein passender Stammzellspender vorhanden ist, diese Option frühzeitig in Erwägung gezogen werden sollte.

Sehr alte und biologisch unfitte Patienten
Für diese Patientengruppen stehen heute die sog. hypomethylierenden Substanzen  (Azacytidin und Decitabin) sowie niedrig dosiertes Cytarabin zur Verfügung. Hier können bisher leider nur in ca. 15-25 % der Fälle Remissionen erzielt werden, die mediane Lebenserwartung  liegt zwischen 6-12 Monaten. Es gibst neue Therapieansätze mit sogenannten Apotoseinduktoren, welche in den USA z.T. schon zugelassen sind und im Rahmen von Studien in Europa geprüft werden.

ALL
Die ALL ist die akute Leukämieform der lymphatischen Zellen ( B und T- Lymphozyten). Insgesamt ist sie eine seltene Erkrankung 1,5 Fälle/100.000 Einwohner/Jahr. Sie tritt in allen Altersgruppen auf, am häufigsten bei Kindern < 4 Jahre  und Erwachsenen > 35  bzw > 80 Jahre.

Die Prognose der Erkrankung hat sich in den letzten Jahrzehnten durch Etablierung immer neuer Therapieelemente und vor allem durch einheitliche Behandlungen im Rahmen der ALL – Studiengruppe auch bei den Erwachsenen erheblich verbessert.  Durch Etablierung einer umfangreichen molekularbiologische und zytogenetischen Diagnostik konnten immer weitere Subgruppen der Erkrankung beschrieben werden, MRD – Marker etabliert werden und zum Monitoring eingesetzt werden, so dass die Therapie der ALL heute sehr komplex geworden ist und sich an Riskoprofilen orientiert und möglichst alle Patienten im Rahmen der  GM-ALL – Studienprotokolle behandelt werden sollten.

Das MDS (Myelodysplastische Syndrom) ist eine bösartige Erkrankung des Knochenmark, die von genetisch veränderten Blutstammzellen ausgeht. Diese Veränderungen sind im Laufe des Lebens erworben und betreffen nur die bösartig veränderten Zellen, können somit nicht vererbt werden. Infolge dieser genetischen kommt es zu Fehlbildungen (Dysplasien) der Blutzellen, die nicht korrekt ausreifen (Differenzierungsdefekt) und somit ihre eigentliche Funktion nicht übernehmen können. Die Veränderungen können alle 3 Zellreihen (rote Blutkörperchen, weiße Blutzellen und auch Blutplättchen) betreffen. Es kommt im Verlauf zur unkontrollierten Vermehrung der Stammzellen (Blasten: sehr unreife Zellen ohne Funktion)und Mangel an reifen Blutzellen ( Zytopenie).

Ein MDS schreitet i.d.R. im Verlauf der Zeit voran und kann in eine akute sekundäre (entstanden aus einer Vorerkrankung) übergehen. Die Wahrscheinlichkeit und Geschwindigkeit dieser Entwicklung hängt vom sogenannten Risikoprofil, welches sich durch  genetische und molekularbiologische Veränderungen definiert ab. Hierbei gibt es sowohl prognostisch sehr günstige Veränderungen, die mit einem langen und milden Krankheitsverlauf einhergehen als auch sehr aggressive Verläufe bei sogenannten komplexen Veränderungen oder genetischen Veränderungen, die ein besonders beschleunigtes Zellwachstum begünstigen.

 

Häufigkeit/Erkrankungsalter und Risikofaktoren 
Die Erkrankung hat eine Inzidenz von 4-5 /100.000 Einwohner /Jahr. Im Alter von > 70 Jahren steigt die Inzidenz auf  > 30/100.000/Jahr.
(Quelle : Onkopedia)

Genetische Veränderungen (Mutationen) werden im Laufe des Lebens zufällig erworben, nehmen also mit zunehmendem Alter an Häufigkeit zu. Risikofaktoren können ionisierende Strahle, Chemotherapie oder giftige Substanzen wie Benzol, Immunsuppressiva  wie z.B. Azathioprin oder Methotrexat sein. Tritt ein MDS nach einer Vorbehandlung durch Chemotherapeutika oder Strahlentherapie  bezeichnet man es als therapieassoziertes MDS (tMDS), diese weisen häufig ein Hochrisikoprofil auf und sprechen schlechter auf Therapie an.

Eine Zunahme der Erkrankung über die Jahrzehnte konnte nicht gezeigt werden, sondern hängt einerseits mit der gestiegenen Lebenserwartung und andererseits mit der verbesserten und frühzeitigeren  Diagnostik zusammen.

Krankheitszeichen
Diese kann ein vermehrtes Auftreten von Infektionen sein, bei  Mangel an ausgereiften weißen Blutzellen oder eine zunehmende Müdigkeit, Schlappheit (sogenannte Fatigue oder auch Herzbeschwerden und anhaltende Kopfschmerzen bei einer Blutarmut. Letzteres, weil nicht genügend rote Blutzellen vorhanden sind, die den Sauerstoff transportieren.

Ebenfalls kann es zum Auftreten punktförmiger Einblutungen in die Haut und Schleimhäute oder gehäuftem langanhaltendem Nasenbluten kommen durch den Mangel an Blutplättchen (Thombozyten).

 

Diagnostik 
Sie werden sich bei entsprechenden Symptomen sicher bei ihrem Hausarzt vorstellen, der ein Blutbilds und ggf. ein Differentialblutbild veranlasst. Gelegentlich fallen bei auch den Routine Check up Veränderungen auf. Sollten hier abklärungswürdige Befunde nachzuweisen sein , wird ihr Hausarzt sie an einen Hämatologen überweisen. Dieser wird dann entsprechende weitergehende Untersuchungen, insbesondere auch eine Knochenmarkdiagnostik mit molekularbiologische und zytogenetischer Untersuchung veranlassen, um die Erkrankung besser charakterisieren zu können und die Risikoeinstufung vornehmen zu können.

Therapeutische Möglichkeiten
Im Falle einer Niedrigrisikosituation sind häufig über lange Zeit nur unterstützende Maßnahmen erforderlich, wie beispielsweise  die Infektvorbeugung, insbesondere die Durchführung aller seitens der STIKO empfohlenen Schutzimpfungen inclusive Influenza oder Coronaschutzimpfung aber auch Pneumokokken und Varizellenschutzimfung ( Erreger der Gürtelrose), entsprechende Hygienemaßnahmen und ggf. antibiotische und antivirale Prophylaxen mit Medikamenten.

In manchen Fällen ist auch die Gabe von Erythropoetin (Hormon, welches die Produktion der roten Blutzellen anregt) zur Stimulation der roten Blutzellen ausreichend oder die Gabe von Arzneistoffen, die die Erythrozytenausreifung verbesssern (Luspartacept).

Im besonderen Fall eines sogenannten 5q-Minussyndrom ( genetsche Veränderung am Chromosonm 5 der Blutstammzellen) können Immunmodulatoren wie Lenalidomid eingesetzt werden, um die Unabhängigkeit von Bluttransfusionen zu erreichen. Ist die nicht möglichwerden Erythrozytenkonzentrate  bei entsprechender klinischer Symptomatik verabreicht, wobei der Arzt jedoch auf eine mögliche Eisenüberladung der inneren Organe durch die  Transfusion achten sollte. Bei Blutungen infolge des Mangels von Blutplättchen ist die Gabe von Thrombozyten erforderlich.

Sollte ein Hochrisikosituation vorliegenmit befürchtetem raschen Übergang in eine Akute Leukämie kommen sogenannte hypomethylierende Substanzen  (HMA) zum Einsatz, die teilweise die erworbenen genetischen Veränderung rückgängig machen können.

Bei jüngeren Patienten (< 70 Jahre) sollte auch die allogene Stammzelltransplantation als einzig kurative Therapieoption erwogen werden. Weitere Substanzen wie zielgerichtete Therapien, die bestimmte Zellteilungsvorgänge beeinflussen, sind in der Entwicklung und werden bereits im Rahmen von Studien eingesetzt . ( Link: Studienzentrum)

Das maligne Melanom, der bösartigste Hauttumor, sollte möglichst früh entdeckt und operativ entfernt werden, um eine möglichst hohe Heilungsrate zu erreichen.

Bei nicht ganz kleinen Tumoren (ab 1 mm Tumordicke) wird in unserer dermatologischen Klinik eine „Schildwächterlymphknotenentfernung“ durchgeführt, um einen Lymphknotenbefall zu erfassen.

Bei Befall dieses Schildwächterlymphknotens (sentinel lymph node) werden die regionalen Lymphknoten möglichst komplett entfernt, um noch einen Teil dieser Patienten heilen zu können.