Lehre
Lehre
Die Kinder- und Jugendmedizin bildet einen zentralen Schwerpunkt im dritten Studienjahr des Modellstudiengangs Humanmedizin an der Universitätsmedizin Oldenburg. Sie verbindet die naturwissenschaftlichen Grundlagen der ersten Studienjahre mit der patientenorientierten klinischen Praxis und übernimmt damit eine Brückenfunktion im Curriculum. Durch den progressiven Aufbau von Wissen und Fertigkeiten – von der Vorlesung bis zum Blockpraktikum – erwerben die Studierenden nicht nur fundierte fachliche Kompetenzen, sondern entwickeln ärztliche Professionalität, kommunikative Fähigkeiten und Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit Kindern, Jugendlichen und deren Familien.
Verortung im Curriculum
Das Fach ist über zwei Semester hinweg verankert und gliedert sich in acht Module innerhalb des pädiatrischen Curriculums, die das gesamte Spektrum der Kinder- und Jugendmedizin abdecken. Die Studierenden erhalten damit einen umfassenden Einblick in die Versorgung junger Patientinnen und Patienten in all ihren Facetten. Der Unterricht erfolgt in einer klar abgestuften Struktur: Wissen wird in Vorlesungen vermittelt, in Seminaren und Praktika vertieft, im Unterricht am Krankenbett am Patienten und Patientinnen angewandt und im Blockpraktikum in der realen Versorgungssituation erprobt.
Module des pädiatrischen Curriculums
Die acht Module des pädiatrischen Curriculums spiegeln die Vielfalt des Fachs wider und geben einen systematischen Überblick über die wesentlichen Themen:
- Allgemeinpädiatrie, Entwicklung & Kinderschutz
- Neonatologie
- Endokrinologie & Nephrologie
- Pulmologie, Allergologie & Infektiologie
- Neuropädiatrie & Stoffwechselerkrankungen
- Hämatologie/Onkologie, Immunologie & Rheumatologie
- Kinderchirurgie & Gastroenterologie
- Akut- und Intensivmedizin & Kinderkardiologie
Lehrformate und Prüfungen
Die pädiatrische Lehre zeichnet sich durch methodische Vielfalt und starken Praxisbezug aus. Neben klassischen Vorlesungen und interaktiven Seminaren stehen insbesondere die praxisnahen Formate im Mittelpunkt: Praktika, Unterricht am Krankenbett in Kleingruppen und das Blockpraktikum.
Das Blockpraktikum markiert den Übergang zur eigenständigen ärztlichen Tätigkeit. Es ist eng mit dem Konzept der Entrustable Professional Activities (EPAs) verknüpft und schließt mit einer klinisch-praktischen Prüfung ab, die das erreichte Kompetenzniveau überprüft. Damit setzen wir bundesweit Maßstäbe für eine praxisorientierte und kompetenzbasierte Ausbildung.
Interdisziplinarität, Intersektoralität und Inter- & Multiprofessionalität
Ein besonderes Alleinstellungsmerkmal unserer Lehre ist die enge Verzahnung mit anderen Fächern und Versorgungsbereichen:
- Interdisziplinär: Innerhalb des dritten Studienjahres ist die Kinder- und Jugendmedizin eng mit Gynäkologie, Urologie, Kinder- und Jugendpsychatrie, Mikrobiologie, Humangenetik, Pharmakologie und weiteren Querschnittsfächern verzahnt. Durch gemeinsame Lehrveranstaltungen und Fallbesprechungen werden komplexe klinische Szenarien realistisch abgebildet.
- Intersektoral: In die Lehre sind niedergelassene Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte eingebunden, die den Blickwinkel der ambulanten Versorgung vermitteln. So lernen die Studierenden frühzeitig, sektorübergreifend zu denken - eine Schlüsselkompetenz angesichts des Wandels hin zu stärker ambulanter Medizin.
- Inter-& multiprofessionell: Wir binden gezielt Pflegende, Therapeut:innen, Psycholog:innen, den Sozialdienst und die Ernährungsberatung in unsere Lehre ein. Dadurch erfahren die Studierenden den multiprofessionellen Alltag unmittelbar und entwickeln Kompetenzen in Kommunikation, Teamarbeit und patientenzentrierter Versorgung.
Diese konsequente Verknüpfung verschiedener Perspektiven macht die Lehre der Kinder- und Jugendmedizin in Oldenburg zu einem innovativen Modell für moderne, patientenorientierte Ausbildung.
Innovative Lehrformate – PAULaS-Kiste
Besonders hervorzuheben ist die PAULaS-Kiste – ein innovatives, fallbasiertes Selbstlerntool im Blockpraktikum.
Anhand klinischer Fallvignetten bearbeiten die Studierenden täglich praxisnahe Aufgaben, die sie anschließend mit erfahrenen Ärztinnen und Ärzten diskutieren. Diese Kombination aus Selbststudium, Peer-Teaching und Supervision fördert eigenverantwortliches Lernen, schult klinisches Denken und stärkt die Fähigkeit, fundierte Entscheidungen im Alltag der Patientenversorgung zu treffen.
Mit Paulas Kiste ist es gelungen, ein Lehrformat zu etablieren, das Theorie und Praxis beispielhaft verbindet – ein sichtbarer Ausdruck des innovativen Anspruchs der Universitätsmedizin Oldenburg.
